Titel
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Aus Leidenschaft fürs Spiel
Matthias Schmidt ist auf nationalen und internationalen Goalballfeldern zu Hause
Mathias Schmidt ist stark sehbehindert. Sein Studium der Rechtswissenschaften absolviert der 23-Jährige trotzdem wie alle anderen. Oder vielleicht doch nicht ganz. Denn er spielt auf nationalem und auch internationalem Parkett Goalball. Training und Wettkämpfe kosten viel Zeit. Der Studienplan kommt da schon mal
durcheinander.
port ist für mich ein guter Ausgleich zu Ö den Anforderungen des Alltags“, begründet er sein Engagement. Sport treibt der junge Mann bereits seit seiner Kindheit. Bevor ihn Goalball nicht mehr los ließ, probierte sich Schmidt im Volleyball, Judo und in der Leichtathletik aus.„Dabei war ich zunächst skeptisch, mich auf eine sehbehindertenspezifische Sportart einzulassen“, sagt er rückblickend. Schuld an der jetzigen Leidenschaft seien Sportlehrer der Sehbehindertenschule in Königs Wusterhausen sowie Trainer des dort ansässigen Vereins.
Was eigentlich verbirgt sich hinter Goalball, werden sich so manche Fragen. Das vermeintlich Geheimnisvolle lässt sich schnell erklären. Zwei Mannschaften, bestehend aus drei Spielern, kämpfen darum, den Ball auf der Erde rollend ins gegnerische Tor zu bringen. Das runde Leder ähnelt einem Basketball. Aus seinem Inneren ertönen akustische Signale, damit über das Gehör die Bewegungsrichtung wahrgenommen werden kann. Auf dem neun mal achtzehn Meter großen Spielfeld ist viel Körpereinsatz erlaubt, man agiert schnell. Die Spielzeit beträgt zweimal zehn Minuten. Ähnlich dem Eishockey wird jede Auszeit gestoppt.
Dranbleiben durch
Hören.
Fotos: Fritze
Dass die Sportart nun auch auf dem Sportprogramm des Zentrums für Hochschulsport der Universität steht, ist durchaus kein Zufall. Als Schmidt 1999 in Potsdam mit dem Studium begann, suchte er den Kontakt zur Einrichtung. Die Mitarbeiter des Zentrums standen seinem Ansinnen, eine Trainingsgruppe ins Leben rufen zu wollen, sofort aufgeschlossen gegenüber. Eine Halle wurde organisiert, Trainingszeit festgelegt. Immer mittwochs geht es nun in der Regel ab 16.00 Uhr heiß her in der Sporthalle Am Neuen Palais. Wer will, kann jederzeit mitmachen.
Obwohl die Hochschulmannschaft nicht zu Wettkämpfen antritt, startet der Jura-Student dennoch auf nationaler Ebene bei Turnieren. Gelegenheit dazu bietet sich durch die Zugehörigkeit zum Team des SC Potsdam. Es ist eines von rund zwölf existierenden im Seniorenbereich.„In Deutschland finden allerdings kaum Wettkämpfe statt, dafür gibt es sie international um so mehr“, beschreibt Schmidt die Situation. Er gehört auch zur Nationalmannschaft, bestreitet mit ihr ein hartes Programm. Allein die monatlichen Trainingslager verlangen ihm einiges ab. Hinzu kommen die ständigen Reisen ins Ausland. In diesem Jahr fahren die Deutschen beispielsweise noch zu Freundschaftsturnieren nach Litauen und Tschechien. International können sie inzwischen gut mithalten, zählen sie doch zu den fünf besten der Welt. Der 5. Rang bei den Weltmeisterschaften letzten Jahres im brasilianischen Rio de Janeiro bedeutete zugleich auch die Qualifizierung für die Paralympics 2004 in Athen.„Bevor ich in Griechenland mit dabei bin, möchte ich mir aber noch die fehlenden Leistungsscheine erarbeiten“, so der Uni-Sportler mit Blick in die Zukunft.„Danach will ich mich gezielt auf das Examen vorbereiten.“ Wann genau er es absolvieren möchte, weiß er heute noch nicht. Denn da ist ja noch die Liebe zum Spiel... Pg
) ya Schmidt: Will zu den Paralympics 2004 in Athen.
Wer‘ mehr über Goalball erfahren möchte, kann im Internet unter http://www.goalball.de nachlesen. Mathias Schmidt steht für Fragen zum Training unter E-Mail: matthias@goalball.de oder Tel.: 0331/70468867 zur Verfügung.
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