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Neu erschienen
Kommunalwissenschaftliches
Das Kommunalwissenschaftliche Institut der Uni Potsdam hat ein neues Informationsheft herausgegeben. Den Schwerpunkt bildet dabei die Arbeits- und Sozialverwaltung mit besonderem Blick auf das Hartz-Konzept.
Das Heft kann kostenlos unter der Telefonnummer 0331/977-4517 oder per E-Mail unter ubpub@rz.uni-potsdam.de bestellt werden.
Solidarität
Der Transfer des französischen Begriffs„solidarite“ nach Deutschland ist Thema des Buchs, das Dr. Thomas Fiegle, ausgezeichnet mit dem diesjährigen Preis der Universitätsgesellschaft für die beste Dissertation an der Uni Potsdam, vorgelegt hat. Fiegle weist darin nach, dass der Solidaritätsbegriff zwar aus Frankreich stammt, sein Verständnis in der deutschen Sozialphilosophie aber nicht einfach auf diesen etymologischen Ursprung zurückgeführt werden darf, sondern einem komplexen Prozess der Interpretation und Reinterpretation, des Transfers und Gegentransfers geschuldet ist. In philosophisch-systematischer Hinsicht werden mehrere Lesarten von „Solidarität“ herausgearbeitet.
Thomas Fiegle: Von der Solidarit& zur Solidarität— Ein französisch-deutscher Begriffstransfer. Münster, 2003,
ISBN 3-8258-6691-2.
Sport in Deutschland
Prof. Dr. Jürgen Baur und Dr. Sebastian Braun aus dem Institut für Sportwissenschaft fungieren als Herausgeber des siebzehnten Bandes der Schriftenreihe„Sportentwicklungen in Deutschland“. Unter dem Titel„Integrationsleistungen von Sportvereinen und Freiwilligenorganisationen“ konzentriert sich der Band auf die These vom Sportverein als Basis für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Michael Nagel, wissenschaftlicher Mitarbeiter aus dem gleichen Institut, widmet sich in seinem Buch den„Soziale(n) Ungleichheiten im Sport“. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich mit der Entwicklung des Sports zu einem Massenphänomen eine Entstrukturierung und Individualisierung der Sportbeteiligung eingestellt hat.
Jürgen Baur, Sebastian Braun(Hrsg.) Integrationsleistungen von Sportvereinen als Freiwilligenorganisationen. Aachen 2003, ISBN 3-89124-974-8
Michael Nagel: Soziale Ungleichheiten im Sport. Aachen 2003, ISBN 3-89124973-X
Weitere Neuerscheinungen finden Leser in der
Portal-Online-Version unter http://www.unipotsdam.de/portal/juno3/uniaktuell.htm.
Portal 5-7/03
Auf Umwegen zum Ziel
Neuer Ansatz zur Herstellung dünner Schichten
aus mehrkomponentigen Polymeren
Unter dem Rasterkraftmikroskop: Kleinste Polymerkügelchen.
Einen neuen Ansatz zur Herstellung dünner Schichten aus mehreren Polymerkomponenten haben Wissenschaftler der Universität Potsdam und des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenzflächenforschung entwickelt. Damit wird es erstmals möglich, die Struktur solcher Schichten auf der subMikrometerskala gezielt zu beeinflussen.
ehrkomponentige Polymerschichten M sind von großem Interesse, da sich ihre
mechanischen, optischen oder elektronischen Eigenschaften durch Kombination der verschiedenen Polymere einstellen lassen. So sind etwa mechanische Beschichtungen denkbar, die gleichzeitig hart und elastisch sind. Ein weiteres Anwendungsgebiet liegt bei elektronischen Bauelementen, zum Beispiel Solarzellen oder Transistoren auf„Plastikbasis“.
Wesentlichen Einfluss auf das Verhalten einer Schicht hat die räumliche Trennung— die Phasenseparation- der Polymerkomponenten, wie sie meist während der Herstellung der Mischschicht auftritt. Bisherige Verfahren, die die verschiedenen Polymere gleichzeitig aus einem Lösungsmittel auf das Trägermaterial aufbringen, arbeiten dabei häufig nach dem„trial and error“-Verfahren und erzielen bei Verwendung unterschiedlicher Lösungsmittel unterschiedliche Ergebnisse.
In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Nature Materials präsentieren die Potsdamer Wissenschaftler um Prof. Dieter Neher, Dr. Katharina Landfester und Prof. Ullrich Scherf nun erstmals ein Verfahren, mit dessen Hilfe die Größe der
Phasenseparation gezielt festgelegt werden kann. Dabei nutzen sie einen„Umweg“, der bereits vor der Herstellung einer Schicht die Größe der Bereiche mit den unterschiedlichen Polymeren vorgibt. Die Wissenschaftler stellen zunächst winzige Polymerpartikelchen von 30 bis 70 Nanometern in einer wässrigen Dispersion her, die dann zu ultradünnen Schichten verarbeitet werden. Die Größe der dabei entstehenden Phasenseparation wird exakt durch die Partikelgröße definiert. Der neue Ansatz ermöglicht nicht nur eine gezielte Manipulation der Schichteigenschaften, er ist im Gegensatz zu anderen Verfahren auch auf viele, fast beliebige, Kombinationen von Polymeren anwendbar.
Erste organische Solarzellen aus solchen Nano-Polymerpartikeln erreichten Wirkungsgrade, die mit konventionell hergestellten Zellen vergleichbar waren. Durch den Einsatz noch kleinerer Partikel hoffen die Potsdamer Wissenschaftler, die Effizienz von Solarzellen auf Polymerbasis deutlich zu erhöhen. Diese ist heute generell noch geringer als die der verbreiteten Siliziumsolarzellen. Allerdings versprechen Polymersolarzellen eine einfachere, kostengünstigere Herstellung und völlig neue Designs, wie sie zum Beispiel durch Beschichtung von flexiblen, biegsamen Materialien möglich werden.
Dr. Ursula Resch-Esser
Prof. Dr. Dieter Neher, Tel.: 0331/977-1265
Th. Kietzke et al., Nature Materials Vol. 2, S. 408(2003)
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