Heft 
(1.1.2019) 05
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Neu erschienen

Kommunalwissenschaftliches

Das Kommunalwissenschaftliche Institut der Uni Potsdam hat ein neues Informationsheft heraus­gegeben. Den Schwerpunkt bildet dabei die Ar­beits- und Sozialverwaltung mit besonderem Blick auf das Hartz-Konzept.

Das Heft kann kostenlos unter der Telefonnum­mer 0331/977-4517 oder per E-Mail unter ubpub@rz.uni-potsdam.de bestellt werden.

Solidarität

Der Transfer des französischen Begriffssolidari­te nach Deutschland ist Thema des Buchs, das Dr. Thomas Fiegle, ausgezeichnet mit dem dies­jährigen Preis der Universitätsgesellschaft für die beste Dissertation an der Uni Potsdam, vorgelegt hat. Fiegle weist darin nach, dass der Solidaritäts­begriff zwar aus Frankreich stammt, sein Ver­ständnis in der deutschen Sozialphilosophie aber nicht einfach auf diesen etymologischen Ur­sprung zurückgeführt werden darf, sondern einem komplexen Prozess der Interpretation und Reinterpretation, des Transfers und Gegentrans­fers geschuldet ist. In philosophisch-systemati­scher Hinsicht werden mehrere Lesarten von Solidarität herausgearbeitet.

Thomas Fiegle: Von der Solidarit& zur Solidarität Ein fran­zösisch-deutscher Begriffstransfer. Münster, 2003,

ISBN 3-8258-6691-2.

Sport in Deutschland

Prof. Dr. Jürgen Baur und Dr. Sebastian Braun aus dem Institut für Sportwissenschaft fungieren als Herausgeber des siebzehnten Bandes der Schrif­tenreiheSportentwicklungen in Deutschland. Unter dem TitelIntegrationsleistungen von Sportvereinen und Freiwilligenorganisationen konzentriert sich der Band auf die These vom Sportverein als Basis für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Michael Nagel, wissenschaftlicher Mitarbeiter aus dem gleichen Institut, widmet sich in seinem Buch denSoziale(n) Ungleichheiten im Sport. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich mit der Entwicklung des Sports zu einem Massenphä­nomen eine Entstrukturierung und Individuali­sierung der Sportbeteiligung eingestellt hat.

Jürgen Baur, Sebastian Braun(Hrsg.) Integrationsleistungen von Sportvereinen als Freiwilligenorganisationen. Aachen 2003, ISBN 3-89124-974-8

Michael Nagel: Soziale Ungleichheiten im Sport. Aachen 2003, ISBN 3-89124973-X

Weitere Neuerscheinungen finden Leser in der

Portal-Online-Version unter http://www.uni­potsdam.de/portal/juno3/uniaktuell.htm.

Portal 5-7/03

Auf Umwegen zum Ziel

Neuer Ansatz zur Herstellung dünner Schichten

aus mehrkomponentigen Polymeren

Unter dem Rasterkraftmikroskop: Kleinste Polymerkügelchen.

Einen neuen Ansatz zur Herstellung dünner Schichten aus mehreren Polymerkomponenten haben Wissenschaftler der Universität Potsdam und des Max-Planck-Instituts für Kolloid- und Grenz­flächenforschung entwickelt. Damit wird es erstmals möglich, die Struktur solcher Schichten auf der sub­Mikrometerskala gezielt zu beeinflussen.

ehrkomponentige Polymerschichten M sind von großem Interesse, da sich ihre

mechanischen, optischen oder elektro­nischen Eigenschaften durch Kombination der verschiedenen Polymere einstellen lassen. So sind etwa mechanische Beschichtungen denkbar, die gleichzeitig hart und elastisch sind. Ein wei­teres Anwendungsgebiet liegt bei elektronischen Bauelementen, zum Beispiel Solarzellen oder Transistoren aufPlastikbasis.

Wesentlichen Einfluss auf das Verhalten einer Schicht hat die räumliche Trennung die Pha­senseparation- der Polymerkomponenten, wie sie meist während der Herstellung der Misch­schicht auftritt. Bisherige Verfahren, die die ver­schiedenen Polymere gleichzeitig aus einem Lösungsmittel auf das Trägermaterial aufbringen, arbeiten dabei häufig nach demtrial and error-Verfahren und erzielen bei Verwendung unterschiedlicher Lösungsmittel unterschied­liche Ergebnisse.

In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Nature Materials präsentieren die Potsdamer Wissen­schaftler um Prof. Dieter Neher, Dr. Katharina Landfester und Prof. Ullrich Scherf nun erstmals ein Verfahren, mit dessen Hilfe die Größe der

Phasenseparation gezielt festgelegt werden kann. Dabei nutzen sie einenUmweg, der bereits vor der Herstellung einer Schicht die Größe der Bereiche mit den unterschiedlichen Polymeren vorgibt. Die Wissenschaftler stellen zunächst winzige Polymerpartikelchen von 30 bis 70 Na­nometern in einer wässrigen Dispersion her, die dann zu ultradünnen Schichten verarbeitet wer­den. Die Größe der dabei entstehenden Phasen­separation wird exakt durch die Partikelgröße definiert. Der neue Ansatz ermöglicht nicht nur eine gezielte Manipulation der Schichteigen­schaften, er ist im Gegensatz zu anderen Verfah­ren auch auf viele, fast beliebige, Kombinationen von Polymeren anwendbar.

Erste organische Solarzellen aus solchen Nano-Polymerpartikeln erreichten Wirkungsgra­de, die mit konventionell hergestellten Zellen ver­gleichbar waren. Durch den Einsatz noch kleine­rer Partikel hoffen die Potsdamer Wissenschaft­ler, die Effizienz von Solarzellen auf Polymerba­sis deutlich zu erhöhen. Diese ist heute generell noch geringer als die der verbreiteten Silizium­solarzellen. Allerdings versprechen Polymerso­larzellen eine einfachere, kostengünstigere Her­stellung und völlig neue Designs, wie sie zum Beispiel durch Beschichtung von flexiblen, bieg­samen Materialien möglich werden.

Dr. Ursula Resch-Esser

Prof. Dr. Dieter Neher, Tel.: 0331/977-1265

Th. Kietzke et al., Nature Materials Vol. 2, S. 408(2003)

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