Forschung
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Beginn einer neuen Geopolitik?
Neue Fragen nach der Rolle internationaler Organisationen und Regeln
Nach dem Irak- und Afghanistan-Krieg stellt sich die Frage nach der ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung eines Landes, dessen Grenzen großteils aus der Kolonialzeit stammen und dessen kulturelle Wurzeln sowie Identität erst durch eine Diktatur über Jahrzehnte und dann durch diesen Krieg zerstört wurden.
s entstehen Transformationsländer ganz
FE neuen Typs- ohne einen gesellschaftlichen Konsens über die zu errichtenden staatlichen Strukturen, die Wirtschaftsordnung sowie die großräumige Orientierung beziehungsweise globale Ausrichtung des Landes. Durch das Fehlen insbesondere des Grundkonsenses sowie moderner offener gesellschaftlicher Leitbilder(und einer Zivilgesellschaft) ist ein Abgleiten dieser Länder in anhaltendes Chaos wie zum Beispiel in Somalia und Äthiopien nicht ausgeschlossen. Dieses dient den zunehmend im Wettbewerb stehenden Integrationsräumen wie hier den USA, um die weitere militärische Präsenz sowie die geführte Staats- und Wirtschaftsbildung zu begründen. Beide Wege sind mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten, letzterer aber auch mit erwarteten hohen Erträgen verbunden. Sind damit weitere politisch präventive Kriege auch als eine Art ökonomischer Investition, auch zur Überwindung eigener Strukturprobleme, denkbar? Denn der Reichtum eines Landes etwa in Form von Öl, Wasser und Kulturgütern schafft die schon in
Foto: Fritze
der Kriegsvorbereitung bekannte Option, die Kosten aus dem betroffenen Land zu decken. Für die restlichen(auch politischen) Kosten besteht die Option, sie in der
Kriegskoalition national
Wilfried Fuhrmann ist aufzuteilen, also bei
Inhaber der Professur für Wirtschaftstheorie mit dem Schwerpunkt
makroökonomische The
orie und Politik an der
Wirtschafts- und Sozial
wissenschaftlichen Fakultät der Universität
Potsdam.
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spielsweise auf die USA und(die Koalition in der EU) Dänemark, Polen und andere, und dann auch die erwarteten Erträge über den Zugang zu Ressourcen wie Ölfelder
und künftige Ab
satzmärkte sowie die Ausrichtung der zukünftigen Ströme von Finanz- und Humankapital. Es entstehen neue Fragen wie die nach der politischen und ökonomischen Verantwortungsethik, und es sind wieder nationale staatliche Verhaltensphänomene zu beobachten, die bis hin zu einem antizipierenden Trittbrettfahren, auch verbunden mit erheblichen Seitenzahlungen, gehen.
Die Zeit des Postkolonialismus mit der Idee der staatlich-eigenverantwortlichen Entwicklung ist ebenso vorbei wie die Bipolarität mit ideologisch motivierter Entwicklungs- sowie Militärhilfe und den Blockfreien als eine dritte Kraft. Es erscheint möglich, dass der globale Gestaltungsanspruch der großen Integrationsblöcke zeitweise direkt und offener den Eigeninteressen folgt als es über internationale Organisationen wie in deren Evolutionsprozess zwischen einer grundsätzlich ökonomisch konzeptionellen Ausrichtung und einer (macht-) politischen Interessenabwägung möglich ist. Auch in den internationalen Organisationen wird der Wettbewerb um Vorteile intensiver, auch wenn die ökonomische Machtverteilung zum Teil nicht so einseitig ist wie die(militärisch gestützte) politische beispielsweise in der UNO. Damit stellen sich die institutionenökonomischen Fragen nach zukünftigen Wechselbeziehungen
und der Bedeutung der politischen und ökonomi
schen internationalen Organisationen und Regeln sowohl ökonomisch nach Form und
Intensität des neuen
geopolitischen
Wettbewer
bes als auch nach der Wahrscheinlichkeit einer Fragmentierung der Globalisierung. Diesen geopolitischen Wettbewerb haben europäische Länder mit der EU, der gemeinsamen Agrarmarktpolitik, dem
Euro, den Präferenzabkommen zugunsten ehemaliger Kolonien und sogenannter Strategien, um zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt(!) zu werden,
seit Lissabon aufgenommen
und zum Teil initiiert. Die
Idee eines arabischen Inte
grationsraumes mit einer
USA-Orientierung(siehe Freihandelszone, Roadmap) oder auf die EU(siehe EUMED Initiative, Idee der Mittelmeerbank, Gipfel von Lissabon) ist ebenso interessenorientiert das Bemühen Deutschlands, angesichts der Realitäten
wie
nach dem Krieg am Aufbau und Markteintritt zu partizipieren- wenn auch über die UNO.
Wilfried Fuhrmann
Bemühen Deutschlands:
Nach dem Krieg am Aufbau partiZip
Foto: Repro