Forschung
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Antrittsvorlesungen im Dreierpack
Von Programmierung, neuen Methoden und Computergrafik
Bestritten gemeinsam ihre Antrittsvorlesungen: Prof. Dr. Andreas Polze, Prof. Dr. Mathias Weske,
Prof. Dr. Jürgen Döllner(vl.n.r.).
Am 19. Juni gab es am Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik(HPI) einen Dreierpack von Antrittsvorlesungen gemeinsam berufener Professoren. Zu ausgewählten Themen sprachen in der am Griebnitzsee gelegenen Einrichtung Prof. Dr. Jürgen Döllner, Prof. Dr. Andreas Polze und Prof. Dr. Mathias Weske.
Arbeitsgebiet von Prof. Dr. rer. nat. Andre
as Polze, der seit 1. Oktober 2001 am HPI arbeitet. Er beschäftigt sich mit Paradigmen, Entwurfsmustern und Software-Engineering-Ansätzen für die Verbindung von Middleware und eingebetteten Systemen. Sein Hauptaugenmerk liegt auf vorhersagbarem Systemverhalten in Bezug auf Echtzeitfähigkeit, Fehlertoleranz und Sicherheit. Das Thema seiner Antrittsvorlesung lautete„Komponenten-orientierte Programmierung— Konzepte und Beispiele“. Softwarekom
B etriebssystem und Middleware sind das
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ponenten sind Bausteine mit wohldefinierten Schnittstellen, die sich in binärer Form wiederverwenden lassen. Sie sind Softwaremodule, die auf Ereignisse reagieren können und ihre Eigenschaften nach außen hin sichtbar machen. Unterschiedliche Komponentenarchitekturen spezifizieren Namenskonventionen und Verpackungsregeln für Komponenten. Auf diese Weise wird die Unterstützung der Komponentenintegration durch Werkzeuge möglich. Der Vortrag erörterte die Problematik aktueller Komponentensysteme und diskutierte, wie Probleme der Komponentenprogrammierung auf programmsprachlicher Ebene adressiert werden können.
Prof. Dr. rer. nat. Mathias Weske leitet seit 1. Mai 2001 die Arbeitsgruppe„Business Process Technology“ am HPI. Diese Arbeitsgruppe verwendet wissenschaftliche Methoden und Techniken der Informatik und der Softwaresystemtechnik und entwickelt diese weiter, um wissens
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intensive und flexible Geschäftsprozesse zu modellieren und softwaresystemtechnisch adäquat unterstützen zu können. Dabei arbeitet Weske an der Entwicklung neuer Modelle, Methoden und Techniken sowie dem Entwurf und der Konstruktion neuer Software-Systeme zur Unterstützung dieser Prozesse in komplexen technischen und organisatorischen Umgebungen.
Prozessorientierung ist heute eines der zentralen Paradigmen für den Entwurf moderner, flexibler Softwaresysteme. Unter dem Titel„Panta Rhei- Alles fließt“ sprach Weske über Methoden und Techniken zur Modellierung von Geschäftsprozessen sowie den Entwurf prozessorientierter Softwaresysteme. Diese Systeme können zur Verbesserung von Abläufen in Unternehmen und Verwaltungen eingesetzt werden.
Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Döllner ist seit 1. April 2001 am HPI tätig. Dort betreut er das Fachgebiet„Computergrafische Systeme“, das sich in Lehre und Forschung mit der Analyse, Planung und Konstruktion computergrafischer und multimedialer Systeme befasst. Den Kontext dieser Thematik bildet die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Er arbeitet auf den Gebieten Computergrafik, Visualisierung und MenschMaschine-Kommunikation. Sein Vortrag trug den Titel„zD-Computergrafik in Schnittstellen softwareintensiver Systeme“.
Die Gründung des HPI geht auf eine Stiftung von Hasso Plattner, Mitbegründer der SAP AG, zurück. Die private Einrichtung ist ein so genanntes An-Institut der Universität Potsdam. Es verfolgt das Ziel, Softwareingenieure aus- und weiterzubilden, die in der Softwareindustrie zur Beherrschung der Komplexität gegenwärtiger und zukünftiger Softwareprodukte beitragen und die Entwicklung auf diesem Gebiet fördern. Gegenwärtig sind am HPI sechs hauptamtliche Professoren, drei Assistenzprofessoren sowie 21 wissenschaftliche Mitarbeiter beschäftigt.
Rudolf Kellermann
Die Professoren Jürgen Döllner(Tel.: 0331/5509180), Andreas Polze(Tel.: 0331/5509-220) und Mathias Weske(Tel.: 0331/5509-191) sind im HPI zu erreichen.
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