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(1.1.2019) 08
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den wir auch 2004 Personalmittel freisetzen, um damit bestehende Defizite abzumildern. Dabei allerdings stehen wir erneut vor der Entschei­dung, wo und in welcher Höhe am vordringlich­sten kompensiert werden soll.

Der vom Kabinett verabschiedete Haushaltsent­wurf 2004 liegt mir seit 17. September 2003 vor. Eine seriöse und belastbare Analyse konnte noch nicht erstellt werden. Dennoch ist deutlich erkennbar, dass erneut die Bibliotheksmittel als auch die Bewirtschaftungskosten die gravierend­sten Defizite bei den Sachaufwänden aufweisen. Über die Folgen vermag ich derzeit noch keine valide Einschätzung zu geben. Wir warten auf die Orientierungen der Ministerin in der für Okt­ober einberufenen Dienstberatung mit den Hochschulrektoren. Hier wird der Rektor deut­lich machen, dass wir mit dem Aufwuchs unse­res Haushalts in Höhe von einer halben Million Euro allein unsere Aufgaben nicht schultern wer­den. Eine Abfederung seitens des Wissenschafts­ministeriums ist notwendig.

Wie sieht es im Bereich der Investitionen und Reinvestitionen aus?

Kirchner: Nach dem Entwurf des Haushaltes 2004 soll ein Investitionsvolumen von 594,6 Tausend Euro(2003: 590 Tausend Euro) für die Beschaffung wissenschaftlicher Geräte bereitge­stellt werden. Das ist zu wenig. Derzeit werden Investitionsmittel fast ausschließlich für die Aus­stattung von neu zu berufenen Professoren ein­gesetzt. Diese Vorgehensweise setzt allerdings ein hohes Maß an Solidarität der etablierten Hochschullehrer voraus. Diese sind im Gegen­zug mit der Erschließung alternativer Finanzie­rungsquellen des Bundes(HWP) und der Euro­päischen Union(EFRE) durch aufwendige Antragsverfahren befasst. Zur Erhaltung der Drittmittelfähigkeit ist jedoch eine Übergangsfi­nanzierung bis zur vollständigen Anpassung des errechneten Mittelbedarfes nach dem Landes­modell geboten, wofür dem Wissenschaftsminis­terium eine entsprechende Entscheidungsvorla­ge im Frühjahr übergeben wurde.

Kann die Hochschule die notwendigen Kosten für die Bewirtschaftung aufbringen? Kirchner: Wie in den Haushaltsjahren 2002 und 2003 wird auch 2004 eine Unterfinanzierung der Bewirtschaftungskosten und des Sachauf­wandes für Datenverarbeitung zu verzeichnen sein. Bislang galt es, ein Defizit von cirka 1,2 Millionen Euro im Rahmen der Bewirtschaftung der Haushaltsmittel auszugleichen. Im kom­menden Jahr erhöhen sich die Bewirtschaftungs­kosten durch die Inbetriebnahme des Musikin­

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stitutsgebäudes und des zweiten Laborgebäudes der Naturwissenschaften in Golm sowie durch Preiserhöhungen bei Grundbesitzabgaben, bei Wasser und Abwasser sowie durch die Ökosteu­er erheblich. Der Universität wird es nicht gelin­gen, das sich abzeichnende erhöhte Defizit von 1,5 Millionen Euro im Rahmen der uniinternen Bewirtschaftung vollständig zu beseitigen. Hier werden wir erneut um Nachfinanzierung gegen­über dem Wissenschaftsministerium bitten. Selbstverständlich sind aber auch alle Hochschu­langehörigen aufgefordert, äußerst sparsam zu wirtschaften.

Sind mit diesen Aussichten Lehre und For­schung in den kommenden Jahren wirklich noch seriös zu betreiben?

Kirchner: Die Universität Potsdam hat an Attrak­tivität bei Studieninteressierten gewonnen. Der damit verbundene Vertrauensvorschuss ist von der Hochschulleitung einzulösen durch die Schaffung von Studienbedingungen, die ein Stu­dium in der Regelstudienzeit garantieren. Inso­fern sind klare Prioritätenentscheidungen bei der internen Mittelvergabe gefordert, wie dies bereits in den letzten beiden Haushaltsjahren erfolgreich praktiziert wurde. Voraussetzung dafür ist die Landeszuweisung auf dem Mindest­niveau von 2003.

Für die Forschung bedarf es der deutlich verbes­serten investiven Ausstattung, die in 2004 erneut nicht in Sicht ist. Neue Akzente für wett­bewerbsorientierte Grundausstattung als unab­dingbare Voraussetzung für die Einwerbung von Drittmitteln von der EU, vom Bund und Unter­nehmen sind zu setzen. Hier hoffe ich auf posi­tive Signale aus dem Gespräch der Präsidenten der brandenburgischen Hochschulen mit dem Ministerpräsidenten Matthias Platzeck.

Wir werden aufgrund der Haushaltslage künftig aber Ressourcen allein auf Exzellenzprojekte in der Forschung konzentrieren können. Kreative Finanzierungsprojekte für(alternative) Förder­töpfe sind inzwischen an der Tagesordnung. Trotzdem kann damit der völlig unzureichende peinlich geringe- Landeszuschuss nicht ansatzweise ausgeglichen werden. Innovation findet derzeit im Wesentlichen auf der Basis von Fundraising statt, wie die Einführung der Stu­dierendenchipkarte beweist.

Der aktuelle Statusbericht zum Haushalt ist im Intranet unter www.intern.uni-potsdam.de/u/ dezernat4/bericht_haushalt2003_07_09.htm zu finden.

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