Lange& Köppen: Daten zur Biologie und Ökologie einer Mäusebussardpopulation
indem für jeden Tag im Zeitraum 1. November bis 31. März(= Wintersaison) das arithmetische Mittel aus 24 stündlich gemessenen Temperaturen berechnet wird und im Falle eines Tagesmittels von unter 0° C der Negativwert laufend kumuliert wird. Ein Wintertag mit einer mittleren 24- Stunden- Temperatur von minus 3,9° C trägt also mit dem Wert+ 3,9 zur Kältezahl des betreffenden Winters bei. K> 300= streng,> 160= sehr kalt, > 100 kalt,< 100= normal,< 40= mild,< 20= sehr mild,< 10= extrem mild.
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Die Befunde zum saisonalen Raum- Zeit- Verhalten der im ganzen Landkreis OPR markierten Mäusebussarden zeigen, dass es wohl vornehmlich Jungvögel sind, die aus dem geografischen Raum um das UG Fehrbellin wegziehen. Die Ringfunde der im UG Fehrbellin markierten Vögel ordnen sich gut ein in das nach Westsüdwest gerichtete Streif- bzw. Überwinterungsgebiet der größeren Population, das wiederum den bereits vorliegenden Befunden zu den ostdeutschen Mäusebussarden weitgehend entspricht( Köppen 1996, Bairlein et al. 2014). Beeinflusst wird die hier allein anhand der Ringfunde mögliche Beschreibung des Migrationsgeschehens im UG Fehrbellin durch die insgesamt noch recht geringe Zahl markierter Vögel und auch durch das starke Überwiegen der Nestlingsberingungen im zehnjährigen Untersuchungszeitraum. Für den Großteil der markierten Vögel liegen bisher nur kurze Wiederfundzeiträume vor, aus denen sich ein vollständiges Bild noch nicht ergeben kann.
Danksagung
Für die zuverlässige Unterstützung bei Feldarbeiten durch Erklettern der Horstbäume danken wir Maximilian Bona aus Neuruppin . Die Beringungszentrale Hiddensee stellte freundlicherweise die verwendeten Beringungs- und Wiederfunddaten zur Verfügung.
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