Heft 
(2024) 31
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Otis 31( 2024)

Abb. 2: Das in Lettland geborene fünfjährige Männchen KN( links) mit seinem Jungen NK auf einer Fütterungs­plattform nahe der Auswilderungssstation. 11.9.2014. Foto: Autom. Wildkamera I. Börner.

The male KN( left) born in Latvia at the age of five years with his offspring NK on a feeding platform near the

release station.

der Region Lublin . Das Verfahren zur Erhöhung des Bruterfolgs durch Rettung von Jungvögeln wurde in einer Reihe von Fällen angewandt. Die Methode der Adoption wurde in Adlernestern mit unbefruchte­ten Eiern oder in Nestern, in denen das Gelege beim Schlüpfen der Jungvögel verlorenging, durchgeführt. Insofern waren alle Arbeitsschritte schon vor Pro­jektbeginn Routine. Mit Janusz Wójciak und Silves­ter Aftyka standen sehr umsichtige und erfahrene Spezialisten zur Verfügung. Janusz Wójciak verfügt über die erforderlichen Berechtigungen zur Kont­rolle von Adlernestern, die vom Institut für Zoologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften( PAN Instytut Zoologii) ausgestellt wurden.

Zunächst wurden jährlich zehn Jungtiere 10 bis 14 Tage lang in Polen aufgezogen und dann nach Brandenburg gebracht. Ab 2023 ermöglichte eine neue Vereinbarung zwischen den Behörden in Warschau und Potsdam den Transport von jähr­lich 20 Eiern kurz vor dem Schlupf. Das hat sich als großer Vorteil erwiesen. Die Eier sind wesentlich

leichter zu transportieren als die empfindlichen Küken relativ kurz nach dem Schlüpfen.

So mussten in Brandenburg nur fünf Abel aus den Horsten entnommen werden, d. h. nur ein Teil der Horste musste noch kontrolliert werden. Mehr als 25 Jungadler können aus Platzgründen weder in der Nestlingszeit in Potsdam noch in der Aus­wilderungsstation in der Schorfheide aufgezogen werden. Im Jahr 2013 wurden 25 Jungadler flügge, fünf aus Brandenburg und 20 aus Ostpolen . Das ist die bisher höchste Zahl an Jungadlern in einem Jahr. Diese Kooperation wird derzeit für zunächst weitere vier Jahre fortgesetzt.

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Ergebnisse

Die wichtigsten Ergebnisse des Jungvogelmanage­ments und der Satellitentelemetrie insgesamt kön­nen wie folgt zusammengefasst werden:

Zweitgeschlüpfte Jungvögel des Jungvogel­managements sind genauso überlebensfähig wie