Heft 
(2024) 31
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tritt hier offensichtlich nur langsam ein. Angesichts der dennoch im MhB nachgewiesenen Bestands­verluste um 83% seit 1995( Ryslavy, schriftl.) ist zu vermuten, dass die Verluste vor allem außer­halb der Schutzgebiete in der Normallandschaft stattfanden. Das würde sich zumindest auch mit

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den Beobachtungen von Ornithologen decken. Zu­dem haben die trockenen Jahre seit 2018 vermut­lich die Situation verschärft. Zur Beantwortung dieser Fragen soll die vorliegende Auswertung eine Datengrundlage liefern.

Tab. 1: Anzahl der Kiebitzreviere in ausgewählten EU - Vogelschutzgebieten( SPA) Brandenburgs nach Daten der Staatlichen Vogelschutzwarte( RYSLAVY& PUTZE 2020, 2021, Ryslavy, schriftl.).

Number of Northern Lapwing territories in selected EU bird protection areas( SPA) in Brandenburg accor­ding to data from the State Ornithological Institute( Ryslavy& Putze 2020, 2021, Ryslavy written communi­cation).

EU- Vogelschutzgebiet( SPA)

Ersterfassung ca. 2005-2008

Zweiterfassung ca. 2013-2018

Dritt­erfassung 2019-2023¹

Unteres Elbtal

80-100

65-80

45-50

Niederung der Unteren Havel

> 138

152-165

111-152

Unteres Rhinluch, Havelländisches Luch,

Belziger Landschaftswiesen

k.A.

67

88

Uckermärkische Seenlandschaft

50-60

45-55

20-25

Schorfheide- Chorin

k.A.

115-125

70-80

Unteres Odertal

k.A.

82

100

Rietzer See

42

25

38

Uckerniederung

k.A.

19

29

Agrarlandschaft Prignitz- Stepenitz

10-20

18

10-15

Randow- Welse- Bruch

40-50

27

18

Obere Havelniederung

k.A.

32

32

23

Rhin- Havelluch

43

76

74

Mittlere Oderniederung

k.A.

80

61

Mittlere Havelniederung

Nuthe- Nieplitz- Niederung

Luckauer Becken

73

54

58

45-50

28

21

k.A.

15-20

13

Spreewald und Lieberoser Endmoräne

227

155

125-160

k.A.

1.075-1.128

935-1.038

Gesamt alle 27 SPA in Brandenburg

k. A.= keine Angabe aufgrund mangelnder Daten ¹( vorläufiger Stand der Auswertung)

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Methode

Im Frühjahr 2024 hat die ABBO ihre Mitglieder zu einer landesweiten Erfassung von Kiebitzen aufgeru­fen. Um eine möglichst große Zahl an Beobachtern zu gewinnen, war der Aufruf allgemein formuliert und sollte primär zu Erfassungen jeglicher Art

motivieren. Parallel dazu wurde eine Auswahl an Rasterzellen( Messtischblatt- Quadranten mit einer Kantenlänge von 5,5 x 5,5km) erarbeitet, in denen eine Erfassung als wichtig erachtet wurde, weil sie außerhalb der bekannten Schutzgebiete liegen. Qua­dranten mit sehr hohen Anteilen von Wald- oder Siedlungsflächen wurden nicht vorgeschlagen.