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Heilpädagogische Forschung : Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen
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Gerhard W. Lauth& Peter F. Schlottke- Unterstützung von Förderungsmaßnahmen durch Mediatoren

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zung der Zeit bei der Problembear­beitung, Informationen zu Ergebnis­sen des Wortlisten-Lernens).

Bewältigung hochkomplexer, schwie­riger Aufgaben(z.B. Intelligenztest­aufgaben) durch die Mediatoren bei gleichzeitiger Verbalisierung der hand­lungsleitenden Schritte durchlautes Denken. Die Aufgaben sind so aus­gewählt, daß sie nicht spontan gelöst werden können. Nach Hinweisen des Kursleiters auf strukturierende Über­legungen und Handlungsschritte über Selbstanleitung gelingt die Lösung in der Regel. Die Mediatoren können dann nachvollziehen:

a) welche Handlungsschritte einer­folgreicher Problemlöser abarbeitet, b) daß eine erfolgreiche Problemlö­sung eine bestimmte Abfolge von Überlegungen und Handlungsschrit­ten erfordert.

Eine Anleitung zu diesem Vorgehen für die Zielgruppen Lehrer, Eltern, Gleichaltrige findet sich bei Lauth 1983a).

Analyse von Beispielfilmen zum Problemlöseverhalten lernbehinderter Kinder(z.B. Beachtung von kontrol­lierenden Aktivitäten im Handlungs­verlauf bei der Problembearbeitung). Diese Filme demonstrieren das Pro­blemlöseverhalten Lernbehinderter bei intellektuellen Aufgaben verschie­denerAnforderungscharakteristik

(z.B.Turm von Hanoi,Vier ge­winnt, Tangramme nachlegen).

Beispielhafte Problembearbeitung auf der Grundlage externer Verhaltens­steuerung: Zwei Personen kooperie­ren in der Weise, daß eine ausschließ­lich nach der Instruktion der anderen handelt(z.B. ein Puzzle zusammen­setzen). Zumeist gelingt es anfangs kaum, weil die anleitende Person die notwendige Handlungsabfolge nicht hinreichend beachtet und vergleichs­weise willkürlich aufeinanderfolgende oder summarische(nicht in.konkrete Arbeitsschritte umsetzbare) Anwei­sungen gibt. Auf diese Weise erfahren die potentiellen Mediatoren unmittel­bar, daß gute Hilfen ausschließlich prozeßorientiert sind und das jeweili­ge Handlungsergebnis bewerten. Sie erkennen auch, daß sich eine erfolg­reiche Unterstützung am Problemlö­seprozeß ausrichtet. Ein solches Vor­gehen erscheint für die Eltern beson­ders günstig.

Auf der Basis dieses Grundverständnis­ses von Lernbehinderung kann die übungsbezogene Umsetzung solcher Ein­sichten unterschiedlich realisiert wer­den.

Wir besprechen im folgenden die wich­tigsten Anwendungsbereiche exempla­risch.

HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XIV, Heft 3, 1988

Der Mediator als kognitives Modell

Bei der Methode des kognitiven Model­lierens beobachten die Kinder ein Mo­dell, das bei der Problembearbeitung ef­fizientes Verhalten demonstriert. Im Ge­gensatz zum herkömmlichen Lernen werden dabei auch die verdeckt näm­lich als Denken oder interne Planung ablaufenden kognitiven Prozesse zugäng­lich gemacht. Dazu äußert das Modell die verhaltensleitenden Strategien, meta­kognitive Prozesse, bereichsspezifischen Wissensmomente und/oder affektiv­emotionale. Bewältigungsaussagen als Selbstanweisung.

Diese Form des kognitiven Modellierens ist für lernbehinderte Kinder vorteilhaft, weil

a) weniger direkte Formen der Vermitt­lung(z.B. Instruierungen; die Bear­beitung exemplarischer Problemsitua­tionen) entweder zu inkonsistenten Ergebnissen führen oder aber von den Kindern gemieden werden;

b) durch die Demonstration des förder­lichen Verhaltens das Risiko des Scheiterns gemindert wird;

c) im Vergleich etwa zur Bearbeitung exemplarischer Problemsituationen mehrere aktive Kodier- und Abstrak­tionsprozesse für den Lernenden ent­fallen;

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