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Heilpädagogische Forschung : Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen
Seite
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Heinz Süss-Burghart*

Psychometrische Tests bei mental retardierten Kindern

sprachliche Anforderungen durchgeführt und, wegen des niedrigen Testeinstiegs von 24 Monaten(Testgrenze 7 Jahre), häufig in der Intelligenzdiagnostik men­tal retardierter Kinder verwendet. Der REYNELL ist als Sprachtest eine Ergän­zung zur SON; er prüftSprachproduk­tion undSprachverständnis, die ge­trennt bewertet werden(Anwendungs­bereich 17 Jahre)(Subtests siehe Ta­belle 1).

Methode und Stichproben

Es wurden nur Kinder mit einem IQ < 85(Wert SIF aus der K-ABC) in die Untersuchung aufgenommen. Die Ge­samtgruppe der insgesamt 104 diagno­stizierten Kinder(63 Jungen und 41 Mädchen) wurde nach dem IQ SIF(ABC) in Extremgruppen von lernbe­hinderten(lb)(> 70 IQ< 85) und gei­stig behinderten(gb) Kindern(IQ< 70) geteilt. Die Ib Kinder waren hochsigni­

fikant jünger als die gb Kinder(Tab. 1). Die medizinischen Ursachen der men­talen Retardierung waren unbekannt; ge­netische(z.B. Marker X), nonchromo­somale(z.B. Cornelia De Lange), zuor­denbare sonstige Schädigungen(z.B. Alkoholembryofetopathie) oder Stoff­wechselstörungen waren ausgeschlossen, ebenso Kinder mit einer schweren Ce­rebralparese oder sedierender Medika­mentation. Andere medizinische und psychologische Diagnosen waren hete­rogen, aber für die mentale Störung nicht ursächlich. Alle Kinder wurden in der Klinik des Kinderzentrums München diagnostiziert. Die Mittelwerte und die Korrelationen von Test- und Untertest­ergebnissen wurden mit T-Tests bzw. F-Tests auf Unterschiede geprüft(si­gnifikant= 1% Niveau, hochsignifikant = 0,1% Niveau). Eine Faktorenanalyse (Hauptachsenanalyse mit Kommuna­litäteniteration der Varimax Iteration, Eigenwert> 1) mit den Subtests als Variablen wurde, wegen der erforderli­

Tabelle 1: Testergebnisse Gesamtgruppe(= 104)(Durchschnittswerte und Standardabweichung). K-ABC Untertests(Wertpunkte& IQ Aquivalente) Skalenwerte(IQ-Werte), SON Untertest-IQ und Gesamt-IQ, REYNELL

chen Stichprobengröße, nur mit der Gesamtgruppe durchgeführt.

Die Ergebnisse

Die Testergebnisse

In der Gesamtgruppe und in den Ex­tremgruppen waren die IQ-Werte der SON hochsignifikant höher als die der K-ABC, in der K-ABC waren SED und SGD vergleichbar, FS signifikant schwä­cher; in allen Tests berechneten sich signifikante und hochsignifikante Sub­testunterschiede. Unterschiede in den Fähigkeitsprofilen zeigten sich in Sub­tests der intellektuellen Skalen derABC; die Ib Kinder waren inGestalt­schließen(GS) besonders schwach, die gb Kinder zusätzlich inZauberfenster (ZF),Zahlennachsprechen(ZN) und Handbewegungen(HB). In GS und ZF sollen unvollständige Abbildungen erkannt und benannt werden, in ZN und HB werden Zahlen bzw. Handbewegun­gen in serieller Reihenfolge angeboten und sollen vom Kind reproduziert wer­den. In der SON und im REYNELL zeig­ten sich keine Profilunterschiede zwi­

Skalenergebnisse. n schen Ib und gb Kindern(Tab. 1). Gesamtgruppe Extremgruppen

N=104 lernbehindert geistig beh. K-ABC N=55 N=49 Die Korrelationen SIF 70.1(8.4) 79.0(6.4) 584 07.4) ß N SRSAUE SED 69.6(8.9) 81.9(11.3) 59.7(11.3) Mit Ausnahme vonWortreihe(bei gb A der Ch N. NO Nds 09 Kindern) korrelierten alle Subtests der Zauberfenster 54(28) 67@D 28(2.0) K-ABC am stärksten mit der Skala, der Wiedererkennen 726.1) 8.5@3.1) 5.3(2.1) Handbewegungen 4.8(2.5) 6.9(2.2) 33(CD Gestaltschließen 4.3(2.5) 52:(23) 3.3(2.3) Zahlennachsprechen 5.0(3.4) 71@.4) 3.2(2.5) Tabelle 2: Korrelationen, Gesamtgruppe n= 104 Wortreihen S:4:@.9) 8.3(2.4) 5.6(2.1) Mos(aike), Komb(inationen), Mem(ory), Copy(ing), Subtests Reynell: Wortschatz 76.2(14.3) 80.3(11.3) 64.7(7.9)(Sprach)produkt(stion),(Sprach)verst(ändnis),*= signifikante und Gesichter&Orte 68.7(12.3) 76.1(10.7) 622(11.9)**= hochsignifikante Korrelationen. Rechnen 67.2(14.1) 132(12.1) 600 07) Rätsel 73.6(13.9) 82.4(13.5) 66.5(10.2) SON: SON. SON SON; SON REYTNELT SON K-ABC Sort Mos Komb Mem Copy Produkt Verst Gesamt-IQ 783(19.1): 89.9.0139)676(181) Zauberfenster 1.68 1.67.80** 1.65 1.31.58*.72** Sortieren 75.5:(24.4)...-86,7:018.1) 607(22.3) Wiedererkennen.36 1.61.66*.75* 1.56.68** 22 Mosaike 63.4(22.6) 76.9(20.3) 51.5(19.9) Handbewegungen.41 1.00-.06-.08.53*.26 31 Kombinationen 76.5(21.1) 89.4(18.9) 66.1(18.7) Gestaltschließ.72* 1.62.72** 1.39.66* 1.35.49* Memory 83.3(29.5) 99.2(27.1) 69.1(26.3) Zahlennach 19 021° 4080 HB OT 26 Copying 63.2(20.7) 76.0(17.9) 53.4(17.0) Dreiecke ‚76** ‚70** 68* 1.52 59 41 41 REYNELE Wortreihe 41.75**.S3*.S1 1.39.T1**.49* Sprachproduktion 55.4(18.1) 64.8(18.6) 45.0(12.0) Wortschatz 52.71\+* 62* 1.52.58*.55* 10 Sprachverständnis 67.2(22.0) 79.0(16.7) 56.5(13.9) Gesichter&Orte.12.13.22 2.14.17 08 32

Rechnen ‚68* 1.50 1.22 1-04 1.30.5S9** S6**

Alter(Monate) 63.1(15.4) 55.9(12.4) 71.4(16.9) Rätsel ‚63* 137. 31 2.10 ‚57 ‚29 ‚29 68 HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XIX, Heft 2, 1993