Herbert Goetze& Uta Gatzemeyer+ Verhaltensgestörtenpädagogik im Spiegel der Fachzeitschriftenliteratur
rität bemüht. Von daher hat die Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete eine heterogene Leserschaft. Somit trägt sie zur Vervielfältigung heilpädagogischer Ideen, Fragestellungen und Ergebnisse bei. Umgekehrt führt sie den Heilpädagogen in Lehre, Forschung und Praxis an den Wissensstand der Nachbargebiete heran. Darin liegt die Besonderheit dieser Zeitschrift im Vergleich zu anderen heilpädagogischen Fachzeitschriften, welche sich mehr oder weniger auf nur eine oder bestimmte Behinderungssparten beschränken”(Baumgarten 1982, 127). Haeberlin ergänzte 1983, daß die Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete weiterhin eine Zeitschrift bleiben soll, in der“qualitativ gute Arbeiten zu theoretischen und praktischen Fragen der Heilpädagogik unter Einbezug der einschlägigen Nachbargebiete publiziert werden”. Weiter soll die Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete einer menschlichen Grundhaltung verpflichtet bleiben, “welche die gleiche Würde aller Menschen und die Nächstenliebe im christlichen Sinne verteidigt”(1983, 1).
Als Vierteljahreszeitschrift erscheint die Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete viermal im Jahr, so daß im Zehnjahreszeitraum von 1981— 1990(Jahrgang 50-59) insgesamt 40 Ausgaben zu bearbeiten sind, in denen insgesamt 226 fachwissenschaftliche Artikel zur Behindertenpädagogik erschienen sind.
Die Sonderpädagogik mit dem Untertitel Vierteljahresschrift über aktuelle Probleme der Behinderten in Schule und Gesellschaft ist bis 1983 von Gerhard Heese und Anton Reinartz herausgegeben worden. Nach dem Ausscheiden von Anton Reinartz ab 1984 wurde Gerhard Klein Mitherausgeber. Diese Zeitschrift war bis 1990 in“Artikel”,“Diskussionsbeiträge”,“Berichte”,“Das aktuelle Medium”,“Der neue Terminus”,“Buchbesprechungen”,“Kongresse” gegliedert. Die Rubrik“Artikel” enthält i.e.S. Fachliches und fand deshalb hier als einzige Berücksichtigung. Die“Sonderpädagogik” erscheint wie die Vierteljahresschrift
für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete als Vierteljahreszeitschrift. Während der Jahre 1988 und 1989 gab es allerdings nur drei Hefte, so daß insgesamt im Zeitraum von 1981-1990 38 Ausgaben mit insgesamt 141 Fachbeiträgen zur Behindertenpädagogik(Jahrgänge 11-20) Eingang gefunden haben.
Die Zeitschrift für Heilpädagogik ist als Verbandszeitschrift ein Organ des Verbandes Deutscher Sonderschulen, Fachverband für Behindertenpädagogik. Bis 1987 gliederte sich die Zeitschrift in Artikel, Kritische Rezension, Berichte, Nachrichten, Aktuelle Medieninformation, Buchbesprechungen, ab 1988 in: Artikel, Berichte, NIT(Neue Informationstechnologien), Forum Bildungspolitik, vds-aktuell, Zur Information, Buchbesprechungen. Für unseren Untersuchungszusammenhang wird lediglich die Rubrik“Artikel” berücksichtigt. Die Zeitschrift für Heilpädagogik hat in Deutschland“zentrale Bedeutung erlangt als* Forum einer dynamischen Auseinandersetzung’ und... entspricht weitgehend den Forderungen, die von einer bildungspolitisch aufgeschlossenen Diskussion erhoben werden: Sie erscheint fortlaufend, ist um Aktualität bemüht und läßt zahlreiche Autoren zu Wort kommen”(Bijick und Ziegenspeck 1979, 117). Eine weitere Zielsetzung der Zeitschrift für Heilpädagogik ist es, bei der Verteilung der Artikel ein ausgewogenes Verhältnis zwischen wissenschaftlichen und praktischen Beiträgen herzustellen:
“Das Problem des ausgewogenen und die Lesererwartungen erfüllenden Angebots von Beiträgen, sowohl aus der sonderpädagogischen Praxis, als auch aus dem Forschungsbereich, begleitet die Zeitschrift für Heilpädagogik spätestens seit den frühen sechziger Jahren”(Bijick und Ziegenspeck 1979, 117). Die Klage eines theoretischen Übergewichtes ist allerdings nie verstummt. So hat es 1979 einen Beschluß der Hauptversammlung des Verbands Deutscher Sonderschulen gegeben, der besagte:“Mit Antrag 15 hat die Hauptversammlung beschlossen, die Zeitschrift für Heilpädagogik möge verstärkt schulaktuelle Themenbereiche veröffentlichen...’”(Verband Deutscher
HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XVII, Heft 1, 1992
Sonderschulen e.V. 1979, 841). Wie effektiv dieser Beschluß umgesetzt worden ist, muß offen bleiben, da Klagen über zu stark ausgeprägte Theorielastigkeit auch danach nicht verstummt sind.
Da die Zeitschrift für Heilpädagogik als einzige der fünf untersuchten Zeitschriften monatlich erscheint, geht sie quantitativ mit dem größten Gewicht ein; 120 Ausgaben aus dem Zeitraum 1981—1990 (Jahrgänge 32-41) mit insgesamt 476 Artikeln zur Behindertenpädagogik sind hier eingegangen.
Die Heilpädagogische Forschung trug bis 1985 den Untertitel“Zeitschrift für Erziehung und Unterricht behinderter Kinder und Jugendlicher”, der sich ab 1986 in“Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie Behinderter” änderte. Begründer der Heilpädagogische Forschung waren 1964 Helmut von Bracken und Hermann Wegener. Ab 1981 gabes mehrere Herausgeberwechsel: 1981—83 fungierten Helmut von Bracken, Hermann Wegener und Lothar Tent als Herausgeber. 1984 schied Helmut von Bracken aus und Richard G.E. Müller trat an seine Stelle. 1986 übernahmen Gustav O. Kanter und Karl Josef Klauer zusammen mit Richard G.E. Müller die Herausgeberschaft. Zugleich änderten sich Druckformat(auf DIN A4), äußere Aufmachung (neues Titelblatt), Untertitel(Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie Behinderter) und Gliederung. Bis 1985 gliederte sich die Heilpädagogische Forschung in Artikel(Originalarbeiten), Kleine Beiträge, Nachrichten und Buchbesprechungen. Aus diesem Angebot sind von uns“Artikel” und“Kleine Beiträge” verarbeitet worden. Ab 1986 entfiel die Rubrik“Kleine Beiträge”, so daß nur noch“Artikel” in unsere Analyse eingehen konnten.
1990 gab es wiederum einen Wechsel in der Herausgeberschaft, indem Holger Probst in den Kreis der Herausgeber aufgenommen worden ist. Äußere Gestaltung und Gliederung änderten sich dabei nicht. Wie Kanter anmerkt, geschah die Gründung der Heilpädagogische Forschung in der Absicht, einen Sammelpunkt für Forschungsarbeiten zu schaf
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