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Heilpädagogische Forschung : Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen
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Herbert Goetze& Uta Gatzemeyer+ Verhaltenssgestörtenpädagogik im Spiegel der Fachzeitschriftenliteratur

fen, in demBeiträge zur wissenschaftli­chen Durchleuchtung der heilpädagogi­schen Erziehungs- und Unterrichtsarbeit in Geschichte und Gegenwart Platz fin­den(1990, 101). Eine weitere Zielset­zung war, empirischen Arbeiten ein be­sonderes Gewicht zu geben, weil für die heilpädagogische Arbeit notwendige neue Wege... wissenschaftlich-kritisch zu kontrollieren(seien). Klauer merkt dazu einschränkend an:

Nach wie vor soll lediglich die wissen­schaftliche Qualität und sonst nichts den Ausschlag geben, welche Beiträge ver­öffentlicht werden und welche nicht (1986, 1). Weitere Zielsetzungen der Heilpädagogische Forschung sind, /nter­disziplinarität und Forschungsvielfalt zu repräsentieren. Deshalb achtete man stets darauf, wie Kanter(1990, 101) anmerkt, einen Kreis anerkannter Wissenschaft­ler und Praktiker als ständige Mitarbei­ter für die Zeitschrift zu gewinnen. In der Regel werden zu jeder eingereichten Arbeit zwei Fachgutachten von anonym bleibenden Gutachtern verfaßt, die ge­gen bzw. für die Annahme der Arbeit, ggflls. mit Änderungsvorgaben, votie­ren. Die Heilpädagogische Forschung erschien bis 1989 in der Regel dreimal pro Jahr, 1981, 1982, 1983 und 1987 allerdings nur zweimal, 1986 lediglich einmal. Mitdem Verlegerwechsel wurde die Heilpädagogische Forschung ab 1990 zur Vierteljahresschrift. Aus dem Zeit­raum 1981-1990 sind von uns 25 Ausga­ben(Jahrgänge 9-16) mit insgesamt 174 fachwissenschaftlichen Beiträgen zur Behindertenpädagogik verarbeitet wor­den.

Die Behindertenpädagogik trägt den UntertitelVierteljahresschrift für Be­hindertenpädagogikin Praxis, Forschung und Lehre und Integration Behinderter. Herausgeber der Behindertenpädagogik ist der Landesverband Hessen e.V. im Verband Deutscher Sonderschulen- Fach­verband für Behindertenpädagogik. Die Behindertenpädagogik hat sich aus ei­nem Mitteilungsblatt des Landesverban­des Hessen heraus entwickelt. Sie ist folgendermaßen gegliedert: Artikel, In­formationen Berichte Diskussionen, Behindertenpädagogik in Hessen, Buch­

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besprechungen.Lediglich dieArtikel finden in unsere Inhaltsanalyse Eingang. 1981 wurde der Untertitel der Behinder­tenpädagogik um den Zusatz/ntegrati­on Behinderter erweitert und damit die Forderung nachIntegration Behinderter als inhaltlichem Schwerpunkt herausge­stellt(s. dazu Feuser 1981, 314). Allge­meine Zielsetzung der Behindertenpäd­agogik ist es nach eigenem Bekunden, die Probleme und brennenden Fragen der Gegenwart... für unser Fachgebiet und seine Nachbargebiete wie für die gesellschaftlichen Zusammenhänge, die es bedingen, aufzuzeigen und Lösungs­strategien zu entwickeln(Feuser 1989, 2). Die Behindertenpädagogik erscheint als Vierteljahresschrift mit vier Ausga­ben pro Jahr, so daß im Zeitraum 1981 1990 40 Ausgaben mit insgesamt 204 Artikeln zur Sonderpädagogik berück­sichtigt worden sind(Jahrgänge 20-29).

Faßt man das bisher gezeichnete Bildder fünf bearbeiteten Fachzeitschriften zu­sammen, so ergibt sich quantitativ die Summe von 263 bearbeiteten Zeitschrif­tenausgaben, in denen insgesamt 1221 fachliche Artikel zur Behindertenpäd­agogik zu finden sind. Qualitativ verbirgt sich hinter den jeweils proklamierten Zielen und Absichten Unterschiedliches: Die Heilpädagogische Forschung steht für ein anspruchsvolleres wissenschaftli­ches Niveau. Sie will Sammelpunkt für Forschungsarbeiten aus Geschichte und Gegenwart sein; empirische Arbeiten sollen wegen der notwendigen wissen­schaftlichen Kontrollen ein besonderes Gewicht erhalten; daneben sollen Inter­disziplinarität und Vielfalt repräsentiert sein.

In derBehindertenpädagogik gehtes mehr um die gesellschaftlich relevante Diskus­sion aktueller Probleme der Behinder­tenpädagogik sowie mögliche Lösungs­strategien. Das Thema /ntegration soll schwerpunktmäßig deutlich vertreten sein.

Relativ unspezifisch und damit breite Fragebereiche umfassend erscheinen die Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete, Zeitschrift für Heilpädagogik und Sonderpädagogik. Die Lebensfähigkeit der Vierteljahres­

schrift für Heilpädagogik und ihre Nach­bargebiete, Zeitschrift für Heilpädago­gik und Behindertenpädagogik scheint durch die besondere Ansprache eines ausgelesenen Lesepublikums und damit auch Abonnentenstammes gesichert zu sein(Absolventen des Heilpädagogischen Instituts der Universität Freiburg, Mit­glieder des vds, Mitglieder des Landes­verbandes Hessen im vds).

In der Vierteljahresschrift für Heilpäd­agogik und ihre Nachbargebiete sollen alle Bereiche der Heilpädagogik in Theo­rie und Praxis berücksichtigt werden so­wie als Besonderheit dieser Zeitschrift die Nachbargebiete; übergreifende wis­senschaftliche Aspekte und Interdiszi­plinarität stehen im Vordergrund.

Für die Sonderpädagogik und die Zeit­schrift für Heilpädagogik sind besondere inhaltliche Schwerpunkte nicht aus­formuliert.

Folgerungen und Einzelfragestellungen für unsere Inhaltsanalyse

Wenn wir diese allgemeinen Zielvorga­

ben in Richtung auf die Verhaltensge­

störtenpädagogik übertragen, läßt sich ableiten:

In der Sonderpädagogik und Zeit­schrift für Heilpädagogik müßten sich Gegenstände der Verhaltensgestörten­pädagogik kategorial gleichmäßig über das gesamte Inhaltsspektrum vertei­len.

Für die Vierteljahresschrift für Heil­pädagogik und ihre Nachbargebiete steht zu erwarten, daß Artikel zur ver­gleichenden Sonderpädagogik, Über­blicksartikel und Verhaltensstörung als Zusatz- bzw. Mehrfachbehinde­rung im Vergleich zu anderen The­men vermehrt zu finden sind.

Für die Behindertenpädagogik müß­ten schwerpunktmäßig die Themen Prävention, Integration, Re-Integrati­on und gesellschaftliche Bedingtheiten wie auch Delinquenz an hervorragen­der Stelle stehen.

Die Heilpädagogische Forschung da­gegen müßte einen quantitativen Schwerpunkt bei empirischen Arbei­

HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XVIII, Heft 1, 1992