ßer der Blindheit keine schwerwiegenden zusätzlichen Beeinträchtigungen aufwiesen‘. Auf diese Weise sollte eine hinsichtlich der Schwere der Sehschädigung(überwiegend vollblinde Kinder) und hinsichtlich des Fehlens weiterer Komplikationen vergleichsweise homogene Gruppe gewonnen werden, die es erlaubt, den Einfluß der Blindheit auf die Entwicklung des Spielverhaltens ohne weitere kovariierende Faktoren zu untersuchen.
Kategorisierung der Lieblingsspielsachen und -beschäftigungen
Für die Kodierung der Lieblingsspielsachen und-beschäftigungen(Tab. 1 und 2) wurden post hoc aufgrund der Antworten zwei Kategorienschemata entwickelt. Die Kategorien wurden inhaltlich so gewählt, daß sie das gesamte Spektrum möglicher Spielmaterialien und Spiele abdecken(vgl. Brambring& Tröster, 1991) und zur Klassifizierung des Spielverhaltens sehender und blinder Kinder gleichermaßen geeignet erschienen.
Die Auswahl der Kategorien für die Beurteilung der Lieblingsspielsachen erfolgte unter zwei Gesichtspunkten: Die erste Klasse von Kategorien bezeichnet Spielsachen, die den Zweck des Spielzeuges oder Gebrauchsgegenstandes für bestimmte Spielaktivitätenanzeigen, z.B. Puppe als Symbolspielzeug. Die zweite Klasse von Kategorien läßt den Zweck der genannten Spielsachen für eine bestimmte Spielaktivität offen. In diesem Fall wurde der Oberbegriff dieser Objekte als Kategorienbezeichnung gewählt, z.B. Naturmaterialien.
Für die Kategorisierung der Lieblingsbeschäftigungen wurde für alle drei erfragten Aspekte— Alleinspiel, Spiel mit Geschwistern oder anderen Kindern und Spiel mit Eltern oder anderen Erwachsenen ein gemeinsames Kategorienschema
1 Die Autoren danken den Frühförderstellen für ihre Kooperation und Elisabeth Gottschalk für die Erhebung der Daten bei den sehenden Kindern.
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Heinrich Tröster& Michael Brambring+ Spiele und Spielmaterialien blinder und sehender Kinder
Tab. 1: Kategorisierungsschema für die Klassifikation der Lieblingsspielzeuge
Spielzeug
Schmuseobjekte Geräuschobjekte Musikobjekte
Bilder-, Tastbücher Bewegungsspielzeug Steck-, Formenspielzeug Konstruktionsspielzeug Mal- und Bastelutensilien Symbolspielzeug Gesellschaftsspiele Gebrauchsgegenstände Naturmaterialien Sonstige
Beispiele
Stofftiere, Decken, Tücher, Kissen
Rassel, Quietschtiere, Spieluhr
Kassettenrekorder, CD-Player
Bilder-, Tastbücher
Schaukelpferd, Bobbycar, Dreirad, Schaukel Formenbox, Stapelbecher, Tastbretter, Ringpyramide Duplos, Legos, Bauklötze
Malstifte, Knete, Schere
Puppen, Autos, Pistolen, Arztkoffer, Kindergeschirr Brettspiele, Memory, Würfelspiele
Töpfe, Schlüsseln, Bürsten, Schuhe, Plastiktüten Steine, Gras, Zweige, Wasser
Tab. 2: Kategorisierungsschema für die Klassifikation der Lieblingsbeschäftigungen
Spielform
Explorieren von Gegenständen Einfache Konstruktionsspiele Komplexe Konstruktionsspiele
Malen und Basteln Schmusen
Geräusche, Musik produzieren Musik hören, Bilder- Tastbücher
Motorische Spiele ohne Material Motorische Spiele mit Material Einfaches Symbolspiel Komplexes Symbolspiel
Sing- und Kindergartenspiele Zuordnungsspiele Gesellschaftsspiele
Passive Teilhabe am Allıag Aktive Teilhabe am Alltag
Sonsuge
Beispiele Gegenstände betasten, schütteln, belutschen oder bekauen; an Wänden entlangtasten und erkunden
Aus- und Einräumen von Dosen, Schubladen und Schränken; Öffnen und schließen von Kästchen; Schalter an- und ausmachen
Bauen mit Bausteinen, Duplos und Legosteine; Bauen von Straßen oder Häusern
Malen, kleben, ausschneiden, kneten Kitzeln, necken, streicheln, Kniereiter(“hoppe-hoppe-Reiter”)
Rasseln; in die Hände klatschen; Spieluhr betätigen; mit Gegenstand an andere klopfen
Kassetten hören; Bücher ansehen oder abtasten; Geschichten hören, vorgelesen, vorgesungen bekommen
Robben, krabbeln, laufen, klettern, hüpfen, toben; fangen spielen Bobbycar, Dreirad fahren; Ball spielen; schaukeln, rutschen Spielen mit Teddys, Autos oder Puppen
Mutter-Kind-Spiele mit Puppen; mit Kaufladen spielen; mit Arztkoffer spielen
Tanzspiele; Kinderreime,-lieder; Frage-, Wort- und Ratespiele Puzzlespiele; ordnen von Material nach Form, Farbe oder Größe Brett-, Würfelspiele
Einkaufengehen; Besuche machen; spazierengehen
Mithilfe im Haushalt: Putzen, Kochen oder Aufräumen
entworfen, obwohl nicht alle Kategorien für alle drei Spielaspekte gleichermaßen zutreffend sind. Für das Alleinspiel ergeben sich beispielsweise keine oder nur eine geringe Anzahl von Nennungen bezüglich der Kategorie“Schmusen”.
Ergebnisse
Insgesamt 104 der von den Frühförderstellen betreuten Familien mit blinden
Kindern sandten den bearbeiteten Elternfragebogen zurück. Die exakte Rücklaufquote ist nicht bekannt, dürfte aber sehr hoch sein. Aus der weiteren Datenanalyse wurden diejenigen Kinder ausgeschlossen, die 1) mehr als Lichtscheinwahrnehmung besaßen, d.h. nach Auskunft der Eltern zur Objektwahrnehmung in der Lage waren, die 2) neben der Blindheit weitere, schwerwiegende Beeinträchtigungen(z.B. geistige Behinderung, zerebrale Schädigung, Krampfan
HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XVIII, Heft 1, 1992