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Heilpädagogische Forschung : Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen
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Ergebnis der Schullei­stungstests in

100

Mathematik

Schulleistungsschwache Schüler(SLS) Nicht-schulleistungsschwache Schüler(NSLS) Hilf: Lernbehinderte

sklasse(Sonderschule für

Urs Haeberlin

Regelklasse ohne Heilpädagogische Schülerhilfe Regelklasse mit Heilpädagogischer Schülerhilfe

Abb. 1: Gesamtergebnis der Mathematiktests mit der ganzen Stich­

probe.

blems fanden wir im Vergleich von parallelisierten Stichproben: Aus den drei Schulmodellen HS, RG- und RG+ wurde je ein Schüler genommen, so daß Schülertriplets zusammengestellt wer­den konnten, die innerhalb eines Trip­lets, hinsichtlich Geschlecht, Sozial­schicht, Klassenstufe, IQ und Schullei­stung zum Meßzeitpunkt t 1 vergleich­bar waren. Bezüglich der beiden letzt­genannten Variablen bedeutet dies, daß innerhalb eines Triplets die kritische Testwertdifferenz(vgl. Lienert 1969) nicht überschritten wurde. Auch dieser Auswertungsmodus erbrachte die glei­chen Signifikanzen, insbesondere auch die signifikante Wechselwirkung von Schulform xMeßzeitpunkt(F= 4,49, p<.05). In Abbildung 3 wieder­holt sich das graphische Bild erneut.

Die Daten der Mathematiktests wurden außerdem auf der Grundlage der Person­parameter nach Rasch varianzanalytisch

- Wertgeleitete Integrationsforschung

gsschwache Schüler(SLS)

Schulleistun Nicht-: HASTE EIPCH AUCH Schüler(NSLS) Hilfsklasse(; für Lernbehinderte)

N OEEHHL Si Heilpädagogische Schülerhilfe Regelklasse mit Sara vn a Schülerhilfe

Abb. 2: Gesamtergebnis der Mathematiktests mit der nach Zufall auf

gleiche Zellenbesetzung reduzierten Stichprobe.

ausgewertet. Als Beispiel der Überein­stimmung mit den übrigen Ergebnissen zeigt Abbildung 4 die Graphik zum Un­tertest Grundoperationen. Die Signifi­kanz der Wechselwirkung vonSchul­form xMeßzeitpunkt(F=8,05, p<.001) ergab sich auch auf diese Weise.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Folgende Ergebnisse können auch in Konfrontation mit den englischsprachi­gen Forschungen(vgl. Haeberlin, Bless, Moser& Klaghofer 1990, 57-131) als relativ gut gesichert zusammengefaßt werden:

1. Im Durchschnitt gehören schullei­stungsschwache Schüler in Regelklas­sen signifikant häufiger zu den unbe­liebten Schülern als dieguten Mit­

HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XVII, Heft 1, 1991

. Schulleistungsschwache

schüler. Die während der Untersu­chungsperiode in den deutschschwei­zerischen Integrationsversuchen prak­tizierte Heilpädagogische Schülerhilfe vermochte dies unter den teilweise ungünstigen Rahmenbedingungen nicht zu ändern.

Schüler in Regelklassen schätzen sich selbst schlechter sozial integriert ein als die guten Mitschüler in denselben Klas­sen. Daran vermochte die Heilpädago­gische Schülerhilfe nichts zu ändern.

. Schulleistungsschwache Schüler in

Regelklassen schätzen die eigenen Fähigkeiten nicht nur negativer ein als dieguten Mitschüler ihrer Klas­se, sondern auch als vergleichbar schwache Schüler in Sonderklassen. Die tiefste Selbsteinschätzung haben jene schwachen Schüler, welche in den sichtbaren Genuß von Heilpäd­agogischer Schülerhilfe gelangen.

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