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Heilpädagogische Forschung : Zeitschrift für Pädagogik und Psychologie bei Behinderungen
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Sabine Weinert et al.+ Was macht sprachgestörten Kindern das Textverstehen so schwer?

Tabelle 4: Anzahl vollständig reproduzierter Handlungskonstituenten: Mittelwerte, Standardab­weichungen(in Klammern) und Mittelwertsunterschiede.

Bauer-Geschichte

Geschichtenversion Kontrollgruppe Dysphasische Gruppe Gruppenunterschied kohärent:= 15.6 5 10.8 4.8 (3.1)|(3.2) | 1.8° 0.8 inkohärent: L 13.8 L 10.0 3.8 (3.9)(5.0) Apfel-Geschichte Geschichtenversion Kontrollgruppe Dysphasische Gruppe KGruppenunterschied kohärent: 14.8 8.9 5.9 |(2.7)[(4.5) 3.0 2.8 inkohärent: L 11.8 L 6.1 3.7 (3.9)(2.2)

a Mittelwertsdifferenzen zwischen der kohärenten und inkohärenten Version.

Tabelle 5: Statistische Analysen der Anzahl vollständig reproduzierte Handlungskonstituenten.

Tabelle 5.l: F-Werte der zweifaktoriellen Varianzanalysen

Bauer-Geschichte

Apfel-Geschichte

Sprachstörung 9.927** 22.0471 Geschichtenstruktur 0.92 5.50 Sprachstörung x Struktur 0.17 0.02 dfj= 1, df)= 28*= p<.l;##*= p<.05;#*#*#*= p<.0l

Tabelle 5.2:_F-Werte der Lateinischen Quadrate(Meßwiederholung)

Dysphasische Gruppe Kontrollgruppe Geschichteninhalt 12.02%** 1.45, Geschichtenstruktur 4.46 4.17 Personen-Untergruppe 0.33 0.2 dfj= 1, dfp= 14#*= p<.l;#*= p<.05;##*#*= p<.0l

sischen als auch die sprachunauffälligen Kinder machen nur wenige Abfolgefehler: Bei kohärenter Geschichtenstruktur tra­ten bei keiner der Gruppen Abfolgefeh­ler auf; das heißt, daß alle Informatio­

nen in der vorgegebenen Aufeinander­folge reproduziert wurden. Bei inkohä­renter Struktur veränderten jedoch je drei dysphasische und drei sprachunauf­fällige Kinder die Originalabfolge. Insbe­

HEILPÄDAGOGISCHE FORSCHUNG Band XV, Heft 1, 1989

sondere bei den Kindern ohne Sprach­probleme wurden dabei die Informatio­nen an diejenigen Stellen verschoben, an denen sie in der kohärenten Version der Geschichte auftreten. Zudem produzier­ten vier der sprachunauffälligen Kinder einige Handlungskonstituenten mehr­fach einmal an der Stelle, an der sie in der vorgegebenen inkohärenten Version auftauchten und zusätzlich an der Stelle, an der sich ein kohärenter inhaltlicher Zusammenhang ergibt.(Absolute Häu­figkeit: 9 Fälle).

Insgesamt zeigte sich somit bei den Kon­trollkindern der Trend sehr viel deutli­cher, die inkohärente Version in Rich­tung auf eine kohärente inhaltliche Struktur hin zu verändern. Dies wird auch dadurch bestätigt, daß 7 der 16 Kontrollkinder, aber nur 4 der dyspha­sischen Kinder das in der Vorlage nicht genannte Hauptziel des Protagonisten spontan erschlossen und in ihre Wieder­gabe einfügten.

Unvollständig wiedergegebene Hand­lungskonstituenten. Während die Kin­der der Kontrollgruppe durchschnitt­lich nur 0,4 Handlungskonstituenten unvollständig wiedergaben, wiesen die Reproduktionen der dysphasischen Kin­der im Mittel 2,3 unvollständige Hand­lungswiedergaben auf. Dieser Unterschied wird noch bedeutsamer, wenn man be­rücksichtigt, daß die dysphasischen Kin­der insgesamt weniger als die Kontroll­kinder wiedergaben. Während nämlich bei den dysphasischen Kindern 20% der reproduzierten zentralen Informationen unvollständig sind, sind es bei der Kon­trollgruppe nur 3%. Oder anders formu­liert: Die Kinder der Kontrollgruppe ga­ben 78% der Handlungskonstituenten vollständig und 2% unvollständig wieder, wohingegen bei den dysphasischen Kin­dern ein Verhältnis von 50% vollständig reproduzierten zu 13% unvollständig wiedergegebenen Handlungskonstituen­ten vorliegt. Die Anzahl der unvollstän­dig wiedergegebenen Handlungskonstitu­enten erweist sich dabei als unabhängig von der Kohärenz, dem Geschichtenin­halt und den HSET-Gesamttestleistungen.

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