Heft 
(2017) 103
Seite
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Signatur Fontane Nachweis von der nur secundären, nur physischen Bedeu­tung unseres Intellects gegenüber der primären, metaphy­sischen Dignität des ethischen Factors unseres Bewusst­seins. Die uns erscheinende Welt stellt sich in dieser Lehre als ein, man darf sagen zufälliges Mittel zu einem über S aZl c wle h e o cih p kr e ee n d h Ha a re u .r e Zr r luicghlekiecihteanbewreiistt erhabenen, transmundanen sie uns näher gerückt; denn wir erfahren durch das Medium unseres eigenen Willens die Wirkungsweise der Naturkräfte nunmehr realiter und synergistisch. Auf diesen Brennpunkt seiner Lehre passt das schöne Gleichniss, welches ein Anhänger von dem Eindrucke seiner Schriften gebraucht, indem er sagt: ›Mir ward dabei zu Muthe, als ob ich in die Bilderflucht zwei­er einander gegenüber hängender Spiegel hineinschaute und mir beim letzten Bilde, das ich erblickte, sagen müsste: freilich besässest du nur das Auge, du würdest dann noch weiter und so in infinitum sehen. Und wenn wir hiermit die Philosophie seiner berühmten Zeitgenossen, im Ver­hältnisse zu der Aufgabe, welche Kants unsterbliche kriti­sche That der Spekulation hinterlassen hatte, vergleichen, so werden wir bekennen müssen, dass er, trotz des unläug­baren grossen Deficits seiner eigenen Rechnung, der wah­re Erbe des Meisters geworden ist, und ihm die maasslose Polemik gegen dessen falsche Nachfolger, die sein Licht bei dessen Anfang mit ihrem Scheinglanze verdunkelten, gern verzeihen.« S. 195 Gwinner meint: alles ist richtig an ihm, nur darin irrt er, daß er das ­principium indi­vidui [!] verkennt. S. 195 Gwinner meint: ] Gwinner. 8. Quoad politica , 195 f.: »[] ohne die wesentlichen Mängel zu übersehen, welche auch diesen Theil seines Systems, in Folge der Verkennung des principii individui, drücken. [] Indessen geht dieser, mit allem Pomp der Civilisation einherstolzirenden Huma­nitätshoheit unserer Tage eine Kleinigkeit ab, die unser Freund in den Vordergrund seiner politischen Ansicht zu stellen indiscret genug gewesen ist: die Erkenntniss des unveräusserlichen Egoismus und der eudämonistischen Grundverkehrtheit des Willens der Einzelnen, aus deren Zusammenstellung das sublime Ganze sich aufbaut, und welche, unter dem noblen Flitter ihren Zweck bergend, das eigentliche, vorzeitliche und deshalb unzeitgemässe Princip der vielgeschäftigen, wort­und thatenreichen poli­tischen Gegenwart mit vermehrter Kraft zu Tage fördern.« 30 32 Fontane Blätter 103 Unveröffentlichtes und wenig Bekanntes