36 Fontane Blätter 103 Unveröffentlichtes und wenig Bekanntes SBB St 58, 16 TFA Pa 7,2 [1] j, 4 Signatur T ihren »erweiterten Horizont« müssen mir auch diese erst beweisen. Mit andern Worten: NichtPhilologen wissen beinah nie etwas von diesen Dingen, die Philologen selbst aber – wenigstens F so on v t i a e n l e ich deren kennen gelernt habe – waren fastausnahmslos bornirte Kerle, vor deren Weitblick und [ li seitlich: ] Einsicht ich keinen Respekt gewinnen konnte. Schopenhauer denkt auch hier nur an sich. Schopenhauer SBB St 58, 17, TFA Pa 7,2 [1] j, 4 S. 607. Ueber das Nibelungenlied. »Wenn ihr, edle Germanen und deutsche Patrioten, an die Stelle der griechischen und römischen Klassiker altdeutsche Reimereien setzt, so werdet ihr nichts Anderes als Bärenhäuter erziehn. Nun aber gar diese Nibelungen mit der Ilias zu vergleichen, ist eine rechte Blasphemie, mit welchen die Ohren der Jugend vor Allem verschont bleiben sollen.« In dieser Form und Ausdehnung halte ich den Sch: Satz einfach für Unsinn. Dazu kommt noch, daß es doch jedenfalls mißlich ist den »edlen Germanen«, denen auf andren Seiten von ihrer »edlen alten Sprache« so viel vorgeredet wird, um schließlich zu sagen, daß die Beschäftigung mit der größten DichS. 607. Ueber das Nibelungenlied .] Parerga II. 25. Ueber Sprache und Worte. § 309, 607: »Auf G y m n a s i e n sollte keine altdeutsche Litteratur, N i b e l u n g e n und sonstige Poeten des Mittelalters gelehrt werden: diese Dinge sind zwar höchst merkwürdig, auch lesenswerth, tragen aber nicht zur Bildung des Geschmacks bei und rauben die Zeit, welche der alten, wirklich klassischen Litteratur angehört. Wenn ihr, edle Germanen und deutsche Patrioten, an die Stelle der griechischen und römischen Klassiker altdeutsche Reimereien setzt; so werdet ihr nichts Anderes, als Bärenhäuter erziehn. Nun aber gar diese Nibelungen mit der Ilias zu vergleichen ist eine rechte B l a s p h e m i e, mit welcher die Ohren der Jugend, vor Allem, verschont bleiben sollten. – « 34 SBB St 58, 18, TFA Pa 7,2 [1] j, 4 tung die diese »alte edle Sprache« hervorgebracht hat, nur Bärenhäuter erziehen würde. Natürlich ist all so was zu vertheidigen, aber der ersten unmittelbaren und wie ich glaube richtigen Empfindung nach, wirkt dies alles doch wie Inconsequenz und Confusion, die ein so scharfer »Denker« doch vermeiden müßte. SBB St 58, 19, TFA Pa 7,2 [1] j, 4 und TFA Pa 7,2 [1] j, 5 S. 653 und 54. Ich halte das, was er über die Weiber sagt, im Wesentlichen für falsch. Die Sünde begleitet unser Leben und die Fleischessünde wo möglich doppelt. Dies gilt vom genus Homo überhaupt, ob männlich ob weiblich. Zu behaupten, daß die S. 653 und 54 .] Parerga II. 27. Ueber die Weiber. §§ 375– 384, 649 ff. Schopenhauer geht davon aus, dass das Weib »weder zu großen geistigen, noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Thun, sondern durch Leiden ab.« (649) Er begründet seine These etwa mit dem Körperbau, der frühen Reife und
Heft
(2017) 103
Seite
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