Heft 
(2017) 103
Seite
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SBB St 58, 19, TFA Pa 7,2 [1] j, 4 und TFA Pa 7,2 [1] j, 5 SBB St 58, 20, TFA Pa 7,2 [1] j, 5 ker« doch vermeiden müßte. S. 653 und 54. Ich halte das, was er über die Weiber sagt, im Wesentlichen für falsch. Die Sünde begleitet un­ser Leben und die Fleischessünde wo möglich doppelt. Dies gilt vom genus Homo überhaupt, ob männlich ob weiblich. Zu behaupten, daß die Weiber sinnlicher, zeugungslustiger und in ihrer Sinnlichkeit rücksichtsloser­seien als die Männer, ist sehr gewagt. Den alten Satz, daß alles Weibli­che, Frau wie Mädchen, leicht verführt werden kann, will ich gelten lassen, das hat hundert Grün­de, die mit einem potenzierten Sinnlichkeitsmaß oder mit Rücksichtslosigkeit wenig oder nichts zu schaffen haben. In Wahrheit liegt die Sache so, daß Keuschheit, gleichviel ob sie aus sinnlicher Kühle oder aus andrem resultiert, immer noch eher weibliche wie männliche Eigenschaft ist und nicht blos aus S. 653 und 54 .] Parerga II. 27. Ueber die Weiber. §§ 375– 384, 649 ff. Schopenhauer geht davon aus, dass das Weib »weder zu großen geistigen, noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Thun, sondern durch Leiden ab.« (649) Er begründet sei­ne These etwa mit dem Körperbau, der frühen Reife und Schönheit der Mädchen im Gegensatz zur längeren Rei­fephase der zur Vernunft bestimmten Knaben. (650  f.) Ihr kindischer Charakter, der nie die Reife des Mannes er­reiche, prädestiniere sie zur Aufzucht der Kinder. Ebd. § 382, 654 f.: »Das niedrig gewachsene, schmalschultri­ge, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das schöne nennen konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebel­te männliche Intellekt: in diesem Triebe nämlich steckt seine ganze Schönheit. Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das u n ä s t h t i s c h e nennen.« Und so fort . Fontane bezieht sich hier auf die §§ 379 und 380, wo Schopenhauer behauptet, die Weiber neigten zur Lüge und »instinktartigen Verschlagenheit« (652) und : »Aus dem aufgestellten Grundfehler und seine Beigaben entspringt aber Falschheit, Treulosigkeit, Verrath, Undank u.s.w.« (653) »Für die Propagation des Menschengeschlechts zu sorgen, sind von Natur die jungen, starken und schö­nen Männer berufen«, während die »Ausartung des Ge­schlechts«, welcher der »feste Wille der Natur sei«, sich in den »Leidenschaften der Weiber« durchsetze. Diese lebten »durchweg mehr in der Gattung«, was »ihrem ganzen We­sen und Treiben einen gewissen Leichtsinn« gebe . (654) 35 immer vorhandener, das ganze Geschlecht be­gleitender Propagationslust sondern aus den mannigfachen Gründen, unter denen auch das ist was man »Liebe« nennt, verloren geht. Es giebt sinnliche Weiber wie es sinnliche Män­ner giebt, doch ist ihre Zahl geringer als wie die der letzteren. Der Trieb schweigt öfter in ihnen, oder tritt moderierter auf, oder wird mit Hülfe von Gegenkräften, glücklicher bekämpft. Fontanes Exzerpte aus Schopenhauer  Delf von Wolzogen 37