Heft 
(2017) 103
Seite
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Signatur SBB St 58, 22, TFA Pa 7,2 [1] j, 6 SBB St 58, 24, TFA Pa 7,2 [1] j, 6 [ li seitlich unten: ] als inferiores Pack ansieht, das in Harem oder Hörigkeit seine Tage verbringen mag. So komisch mir die [ li seitlich oben: ] christ­liche Entrüstung ist, die den Asiaten in all und jedem eine erbärmliche Stellung anweisen möch­F te o , n s t o an b e in ich doch diese als die Träger weit ab [ zu Kopf 180°: ] davon, des »Richtigen« und »Eigentli­chen« anzusehn, zu deren Zuständen Schopenhauer [ links unten :] wir zurückkehren müßten. 38 S. 660. Die »Dame« ist nicht das »Monstrum europäi­scher Civilisation« sondern geradezu die Blüthe. Es giebt nichts Schöneres, Wohlthuenderes, Sitti­genderes als eine wirkliche Dame. Sie ist das Licht des Hauses, die Herrin vor der man sich nicht aus Narrethei und Mode, sondern in aufrichtiger Huldigung verbeugt. Sie prätendirt nichts, son­dern was ihr an Dank und Verehrung darge­bracht wird, ist freiwillige und den Geber­beglückende Gabe. England ist reich an solchen Damen. Daß diese Damenschaft, namentlich auch in England, oft zur Carrikatur führt, während sie (die Damenschaft selbst)­in andern Ländern nur schwach vertreten ist, beweist nichts gegen die Berechtigung der »Dame«. Wo es ihrer nur weni­ge giebt, strebe man dahin ihre Zahl zu vermeh­ren, wo andrerseits die [ li seitlich unten: ] »Dame« zur prätensiösen Närrin geworden ist, suche man den gesunden Zustand wieder herzustellen. [ li seitlich oben: ] Aber jedenfalls beweist die Entar­tung nichts gegen die Art. S. 660 .] Parerga II. 27. Ueber die Weiber. § 383, 659 f.: »Ueber P o l y g a m i e ist gar nicht z u s t r e i t e n, sondern sie ist als eine überall vorhandene Thatsache zu nehmen, deren bloße R e g u l i r u n g die Aufgabe ist. Wo giebt es denn wirkliche Monogamisten? Wir alle leben, w e n i g s t e n s eine Zeit lang, meistens aber im­mer, in Polygamie. Da folglich jeder Mann viele Weiber braucht, ist nichts gerechter, als daß ihm frei stehe, ja obliege, für viele Weiber zu sorgen. Dadurch wird auch das Weib auf ihren richtigen und natürlichen Stand­punkt, als subordinirtes Wesen, zurückgeführt, und die D a m e, dies Monstrum Europäischer Civilisation und christlich-germanischer Dummheit, mit ihren lä­cherlichen Ansprüchen auf Respekt und Verehrung, kommt aus der Welt, und es giebt nur noch W e i b e r, aber auch keine u n g l ü c k l i c h e W e i b e r mehr, von welchen jetzt Europa voll ist.« Dazu § 381, 657: »Das Weib im O c c i d e n t, nament­lich die ›Dame‹, befindet sich in einer fausse position : denn das Weib, von den Alten mit Recht sexus sequior genannt, ist keineswegs geeignet, der Gegenstand uns­rer Ehrfurcht und Veneration zu seyn, den Kopf höher zu tragen, als der Mann, und mit ihm gleiche Rechte zu ha­ben. Die Folgen dieser fausse position sehen wir genug­sam. Es wäre sonach sehr wünschenswerth, daß auch in Europa dieser Nr. 2 des menschlichen Geschlechts ihre naturgemäße Stelle wieder angewiesen und dem Damen-Unwesen, über welches nicht nur ganz Asien 40 Fontane Blätter 103 Unveröffentlichtes und wenig Bekanntes