SBB St 58, 28, TFA Pa 7,2 [1] j, 7 Lebensansicht untergeschoben und sind Erwartungen erregt worden, die nie erfüllt werden können. Dies hat meistens den nachtheiligsten Einfluß auf das ganze Leben. Entschieden im Vortheil stehn hier die Menschen, welche in ihrer Jugend zum Romanelesen keine Zeit, oder Gelegenheit, gehabt haben, wie Handwerker u. dgl. Wenige Romane sind von obigem Vorwurf auszunehmen, ja, wirken eher im entgegengesetzten Sinne: z. B. und vor allen G i l B l a s und sonstige Werke des L e s a g e (oder vielmehr ihre spanischen Originale), ferner auch der vicar of Wakefield und zum Theil die Romane Walter Scott’s. Der Don Quijote kann als eine satirische Darstellung jenes Irrweges selbst angesehn werden.« 47 S. 670 bis 77. Ueber Physiognomik. Alles sehr gut. S. 670 bis 77. ] Parerga II. 29. Zur Physiognomik. § 390, 670– 677, hier 670 f.: »Daß das Aeußere das Innere darstellend wiedergebe und das Antlitz das ganze Wesen des Menschen ausspreche und offenbare ist eine Voraussetzung, deren Apriorität, und mithin Sicherheit, sich kundgiebt in der, bei jeder Gelegenheit hervortretenden allgemeinen Begier, einen Menschen, der sich durch irgend etwas, im Guten oder Schlimmen, hervorgethan, oder auch ein außerordentliches Werk geliefert hat, zu s e h n, oder, falls Dieses versagt bleibt, wenigstens von Andern zu erfahren, w i e e r a u s s i e h t; […]. Vielmehr ist jedes Menschengesicht eine Hieroglyphe, die sich allerdings entziffern läßt, ja, deren Alphabet wir fertig in uns tragen. Sogar sagt das Gesicht eines Menschen, in der Regel, mehr und Interessanteres, als sein Mund: denn es ist das Kompendium alles Dessen, was dieser je sagen wird; indem es das Monogramm alles Denkens und Trachtens dieses Menschen ist. Auch spricht der Mund nur Gedanken eines Menschen, das Gesicht einen Gedanken der Natur aus. […] Ist nun schon jedes Individuum, als ein einzelner Gedanke der Natur, betrachtungswürdig; so ist es im höchsten Grade die Schönheit; denn sie ist ein höherer, allgemeinerer Begriff der Natur: sie ist ihr Gedanke der Species. […] Alle gehen stillschweigend von dem Grundsatz aus, daß Jeder ist wie er a u s s i e h t; dieser ist auch richtig; aber die Schwierigkeit liegt in der Anwendung […]. […] Allerdings ist die Entzifferung des Gesichts eine große und schwe43 Fontanes Exzerpte aus Schopenhauer Delf von Wolzogen 45
Heft
(2017) 103
Seite
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