SBB St 58, 35, TFA Pa 7,2 [1] j, 9 und TFA Pa 7,2 [1] j, 10 des Wahnsinns.« (Dies scheint mir doch fraglich.) vollster Gemäßheit seines Charakters handelt und redet. In Folge alles Diesen ist die Täuschung, die der Traum erzeugt, so stark, daß die Wirklichkeit selbst, welche beim Erwachen vor uns steht, oft erst zu kämpfen hat und Zeit gebraucht, ehe sie zum Worte kommen kann, um uns von der Trüglichkeit des schon nicht mehr vorhandenen, sondern bloß dagewesenen Traumes zu überzeugen. Auch hinsichtlich der Erinnerung sind wir, bei unbedeutenden Vorgängen, bisweilen im Zweifel, ob sie geträumt oder wirklich geschehn seien: wenn hingegen Einer zweifelt, ob etwas geschehn sei, oder er es sich bloß e i n g eb i l d e t habe; so wirft er auf sich selbst den Verdacht des Wahnsinns.« S. 245 und 46. Aristoteles macht die feine Bemerkung, daß im Traum uns unsre Phantasie noch abwesende, außerhalb der Traumerscheinung liegende Dinge vorstellt, woraus sich ergeben würde, daß, während wir träumen, unsre Phantasie noch disponibel ist. S. 245 und 46 .] Parerga I. Versuch über das Geistersehn und was damit zusammenhängt , 245 f.: »Auch Aristoteles [...] macht [...] die feine und richtige Bemerkung, daß wir, im Träume selbst, uns abwesende Dinge noch durch die Phantasie vorstellen. Hieraus aber läßt sich folgern, daß, während des Traumes, die Phantasie noch disponibel, also nicht sie selbst das Medium, oder Organ, des Traumes sei.« S. 250. Wie entstehen nun die Träume und zwar speziell jene, die dem Einschlafen sofort folgen? Schopenhauer sagt: es giebt einen innern Nervenherd (Gangliensystem) und einen äußern Nervenherd (Gehirn). Bei Tag ist die Verbindung und die Einwirkung jenes auf diesen gering. Bei Tage hat nämlich das Gehirn zu thun und ist so nicht in der Lage die leisen Einwirkungen des innern Nervenherdes zu bemerken. Bei Nacht, im Schlaf aber ist dies anders, das Gehirn ruht und nun können vom Gangliensystem heraufsteigende Kräfte, Einflüsse auf dasselbe einwirken. »Eine Kerze beginnt zu scheinen, wenn die Abenddämmerung eintritt, wir hören bei Nacht die Quelle rieseln, die wir bei Tage nicht hörten, unddie Harfe, die so lange sie gespielt wurde, einen fremden Ton nicht widergiebt, vermag [ li seitlich: ] diesen Ton widerzugeben, wenn sie still dahängt. S. 250. ] Parerga I. Versuch über das Geistersehn und was damit zusammenhängt , 250: »[…]: dieser [ der »Nachhall« aus der »Werkstätte des organischen Lebens« , Hrsg.] wird im Wachen, wo das Gehirn an seinen eigenen Operationen, also am Empfangen äußerer Eindrücke, am Anschauen, auf deren Anlaß, und am Denken, volle Beschäftigung hat, gar nicht wahrgenommen; sondern hat höchstens einen geheimen und unbewußten Einfluß, aus welchem diejenigen Aenderungen der Stimmung entstehn, von denen keine Rechenschaft aus objektiven Gründen sich geben läßt. Beim Einschlafen jedoch, als wo die äußern Eindrücke zu wirken aufhören und auch die Regsamkeit der Gedanken, im Innern des Sensoriums, almälig erstirbt, da werden jene schwachen Eindrücke, die aus dem innern Nervenheerde des organischen Lebens, auf mittelbarem Wege, heraufdringen, imgleichen jede geringe Modifikation des Blutumlaufs, da sie sich den Gefäßen des Gehirns mitteilt, fühlbar, – wie die Kerze zu scheinen anfängt, wann die Abenddämmerung eintritt; […] wie eine Harfe von einem fremden Tone nicht widerklingt, während sie selbst 57 Fontanes Exzerpte aus Schopenhauer Delf von Wolzogen 57
Heft
(2017) 103
Seite
57
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