Heft 
(2017) 103
Seite
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[1] j, 12 So entsteht das was wir Doppelgänger nennen. Nun die ganze Seite 311 die so zu sagen sein Glau­bensbekenntniß giebt, das darin besteht: daß die­se Erscheinungen unzweifelhaft sind, aber nicht durch äußere Einwirkung auf die Sinne, sondern von innen heraus durch Einwirkung auf Geist und Seele geboren werden. _______ ... Doppelgänger nennen ] Parerga I. Versuch über das Geis­tersehn und was damit zusammenhängt , 310 f.: »Eben die hier zur Sprache gebrachten Doppelgänger, als bei wel­chen die erscheinende Person offenkundig am Leben, aber abwesend ist, auch in der Regel von ihrer Erscheinung nicht weiß, geben uns den richtigen Gesichtspunkt für die Erscheinungen Sterbender und Gestorbener, also die ei­gentlichen Geistererscheinungen, an die Hand, indem sie uns lehren, daß eine unmittelbare reale Gegenwart, wie die eines auf die Sinnen wirkenden Körpers, keineswegs eine nothwendige Voraussetzung derselben sei. Gerade diese Voraussetzung aber ist der Grundfehler aller frühe­ren Auffassung der Geistererscheinungen, sowohl bei der Bestreitung, als bei der Behauptung derselben. Jene Vor­aussetzung beruht nun wieder darauf, daß man sich auf den Standpunkt des S p i r i t u a l i s m u s, statt auf den des I d e a l i s m u s, gestellt hatte. Jenem nämlich gemäß gieng man aus von der völlig unberechtigten Annahme, daß der Mensch aus zwei grundverschiedenen Substanzen bestehe, einer materiellen, dem Leibe, und einer immateri­ellen, der sogenannten Seele.« Er geht nun zu den eigentlichsten Geistererschei­nungen oder Gespenstern über, zu dem Erschei­nen der Todten, wo von Hallucinationen und Vi­sionen nicht länger die Rede ist, sondern jene, die Todten, sind eben da. Er bemerkt sehr richtig: dies ohne Weiteres bestreiten wollen ist absurd und könnte consequenterweise auch der thun, der da­von ausgeht: ... zu den eigentlichsten Geistererscheinungen ] Parerga I. Versuch über das Geistersehn und was damit zusammen­hängt , 311 f.: »9) Der letzte in unsere Betrachtung einge­hende Fall nun wäre, daß die [] magische Einwirkung auch noch nach dem Tode ausgeübt werden könnte, wo­durch dann eine eigentliche Geistererscheinung, mittelst direkter Einwirkung, also gewissermaaßen die wirkliche, persönliche Gegenwart eines bereits Gestorbenen, welche auch Rückwirkung auf ihn zuließe, Statt fände. Die Ab­leugnung a priori jeder Möglichkeit dieser Art [] kann auf nichts Anderem beruhen, als auf der Ueberzeugung, daß der Tod die absolute Vernichtung des Menschen sei; es wäre denn, daß sie sich auf den protestantischen Kir­chenglauben stützte, nach welchem Geister darum nicht erscheinen können, weil sie, gemäß dem während der we­nigen Jahre des irdischen Lebens gehegten Glauben oder Unglauben, entweder dem Himmel mit seinen ewigen Freuden, oder der Hölle, mit ihrer ewigen Quaal, gleich nach dem Tode, auf immer zugefallen seyen []; daher [] alle dergleichen Erscheinung von Teufeln, oder von 68 69 Fontanes Exzerpte aus Schopenhauer  Delf von Wolzogen 69