Heft 
(1978) 27
Seite
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also 4 Taler im Jahr. Jedoch gab es fürunvermögende Mitglieder" erleichternde Bedingungen (§ 64). Was bei der Sammlung zum Eisernen Fonds einkam, blieb minimal, Selten gab jemand einen Reichstaler (der bis 1871 die Währungseinheit in Preußen bildete), eher steuerte man einen 'Silbergroschen bei, d. h. den dreißigsten Teil eines Reichs- talers. Es wurden aber auch Pfennige gegeben; deren zwölf machten einen Silbergroschen aus.

Der Vorsitzende also und der Sekretär hatten die wichtigsten Ämter im Verein inne. Zu den anderenBeamten des Tunnels gehörten der Kassierer, der Bibliothekar, der Archivar und (seit 1852) der Quästor, dem die Gesamtaufsicht über den Besitz des Vereins übertragen war.

Zu dem Besitz des Vereins gehörten in erster Linie seine Bibliothek und sein Archiv. Die Archivare des Tunnels haben dafür gesorgt, daß sich in dem Vereinsarchiv neben Akten. Kassenbüchern und anderen Materialien zwei umfängliche Sammlungen von Dokumenten zur Ge­schichte des Tunnels erhalten haben, nämlich die der Protokolle und der Späne.

Die Sitzungsprotokolle des Tunnels liegen für die Jahre 1827 28 bis 1855/56 in handschriftlicher und für die Zeit von 1856/57 bis 1857/58 in lithographierter Form vor. Von 1858/59 bis 1875/76 ließ der Tunnel die Protokolle drucken. Für die Zeit danach enthält das Archiv nur noch eine sehr lückenhafte Sammlung von Protokollen. Der Verein ließ die handschriftlichen Protokolle bis 1855/56 zu Ein- oder Mehrjahresbänden binden, entsprechend den Tunnel-Jahren, die vom 3. Dezember des einen bis zum 2. Dezember des anderen Jahres reichten.

Die im Archiv aufbewahrte, keineswegs lückenlose Sammlung der Abschriften der Späne erstreckt sich über die Jahre 1827/28 bis 1846/47. Im Laufe des Jahres 1848, als die Vereinstätigkeit infolge der Revolution vorübergehend zum Erliegen kam, hat die mehr oder minder sorgfältige Sammlung der Späne aufgehört. Während die Verfasser bis dahin nach § 56 der Statuten ihre Manuskripte zwecks Anfertigung einer Kopie dem Sekretär überließen (sofern sie nicht das Original oder eine gedruckte Fassung einreichten), geriet diese Verpflichtung nach 1848 in Vergessen­heit. Fontane hat sich darüber in den Protokollen beklagt. Das Archiv enthält also die Späne der ersten zwei Jahrzehnte der Vereinstätigkeit, nach Tunnel-Jahren in Halbpergamentbänden vereinigt, jedoch aus der darauf folgenden Zeit nur noch vereinzelt Späne, die in Mappen liegen. Die Späne wurden doppelt numeriert, einmal nach ihrer Gesamtzahl seit Gründung des Tunnels und zweitens nach Tunnel-Jahren. Beide Nummern wurden meist auch in den Protokollen am Rande vermerkt. Wenn der Tunnel auch nicht gerade arm war, sondern neben der Biblio­thek und dem Archiv auch ein kleines Vermögen besaß, so hat er es doch nie zu eigenen Räumen gebracht. Einst in der Privatwohnung Moritz Gottlieb Saphirs gegründet, tagte er meist in Berliner Restaurants. Cafes und Hotels. Zu Fontanes Zeit hatte er sein Domizil im Cafe Belvedere, das in der heute nicht mehr bestehenden StraßeHinter der Katholischen Kirche lag, unweit der Oper und der Behrenstraße.

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