Heft 
(1984) 38
Seite
547
Einzelbild herunterladen

Nr. 21

204 Die erste Nummer von Deutschland. Wochenschrift für Kunst, Litteratur, Wis­senschaft und soziales Leben erschien am 5. 10. 1889. Allerdings wurde bereits am 21. 9. 1889 eine Vorankündigung (ein ,Circulair-Exemplar, das u. a. das spätere Format und die Aufmachung vorwegnahm) verbreitet; vgl. dazu eine Kurznotiz ln der Rubrik .Zeitschriften und Bücherschau der VZ Nr. 409 vom 3. 9. 1889 (1. Beilage. S. 1), worin es heißt: ..Die von Fritz Mauthner redigirte Wochenschrift wird sich .Deutschland betiteln und im Verlag von Carl Flemming ln Glogau erscheinen. Die erste Nummer wird am 21. September zur Ausgabe gelangen. Das Unternehmen wird vor Allem der literarischen Kritik gewidmet sein, daneben auch kleinere novellistische Beiträge enthalten, sowie auf Grund eines freisinnigen, jedoch von jeder Parteirichtung unabhängigen Standpunktes der Politik einen gewissen Spielraum gewähren. Fontane muß von Mauthner ein derartiges Vorausexemplar erhalten haben, da er bereits im 24 9. 1889, d. h. fast zwei Wochen vor dem offiziellen Erscheinungstermin, einen Teil des Inhalts der ersten Nummer der neuen Zeitschrift kannte.

205 Friedrich Splelhagen (1829-1911): .Erinnerungen aus meinem Leben in Deutsch­land Nr. l (vom 5. 10. 1889), S. 1013; fortgesetzt in: Nr. 2 (vom 12. 10. 1889), S. 28-29; Nr. 3 (vom 19. 10. 1889), S. 49-50; Nr. 4 (vom 26. 10. 1889). S. 68-70;) Nr. 5 (vom 2. 11. 1889). S. 90-92; Nr. 6 (vom 9. 11. 1889). S. 105-07. Es handelt sich hierbei um einen auszugsweisen Vorabdruck (vgl. .Vorwort zu Bd. 1, S. XI) von Splelhagens Autobiographie Finder und Erfinder - Erinnerungen aus meinem Leben, 2 Bde., (Leipzig: L. Staackmann 1890f); der 1. Bd. wurde in Deutschland l (1890), 22, S. 379-80 (vom l. 3. 1890) besprochen (unter dem Pseudo­nym st.); vgl. dazu auch Spielhagens Briefe an Mauthner vom 27. 9. 1889 bzw. 30. 0. 1889 (unveröffentllcht/Originale Im LBI/New York) bzgl. der Verhandlungen über die Honorarfrage.

206 Es wird sich hierbei um Fontanes Beschäftigung mit der märkischen Familie von Bredow im Rahmen der Wanderungen durch die Mark Brandenburg gehandelt haben, eine Arbeit, die allerdings, bis auf das Fragment Ländchen Friesack, unvollendet blieb; Fontane hatte sich mit dem Material wiederholt intensiv beschäftigt (vgl. NyA, XXIV, S. 969-70), insbes. auch im Jahre 1889, als er verschiedentlich in die Mark fuhr, um an Ort und Stelle Quellenstudien zu treiben: eine solche Fahrt fand Mitte September 1889 statt (vgl. Fricke, S. 77, Heilborn, S. 179 und die Korrespondenz aus dieser Zeit, wie etwa Fontanes Brief an Sehlenther vom 10. 9. 1889 (Briefe Theodor Fontanes. Zweite Sammlung, hrsg. von Otto Pniower/Paul Sehlenther, S. 215]: ... an der Bredowerei hangt das bißchen Zukunft, daß ich noch habe. Mit dieser großen Arbeit will ich abschließen.)

207 Es wird sich wohl um die Abendausgabe der Vossischen Zeitung gehandelt haben.

208 Es wird sich hierbei wohl um erfundene Frauennamen handeln, die eventuell den vorjährigen Mordtaten von .Jack the Ripper zwischen dem 31. August und dem 9. November 1888 Rechnung tragen: am 12. September 1888 berichtete die VZ von dem erneuten Fund einerverstümmelten Frauenleiche in Whitechapel im Londoner East End, wobei die Tat ,Jaek dem Aufschlitzer zugeschrieben wurde (vgl. VZ vom 12. 9. 1888, l. Beilage zu Nr. 426); derartige Berichterstattun­gen nahmen sicher Bezug auf entspr. Korrespondenten-Berichte aus London, wie etwa in The Daily Telegraph Nr. 10705 vom 11. September 1888 [S. 5] (unter der ÜberschriftHorrible Discovery in Whitechapel); wesentlich ist hierbei die Tatsache, daß dieser und vier andere Morde (vgl. Stephen Knight: Jack the Ripper. The Final Solution [St. Albans: Granada 1977], S. 50) in einer Gegend von London verübt wurden, in der sich eine große Emigrantengemeinde von Ostpreußen und Deutschen (u. a. auch viele Juden; vgl. den berühmten .Lipski- Mordprozeß aus dem Jahre 1887) angesiedelt hatte (vgl. Daily Telegraph, dessen Bericht davon spricht, daß "a large Proportion of the inhabitants being Germans, Poles and Russians); Fontane kannte diese Gegend seit seinem Aufenthalt in London zu Ende der 1850er Jahre und nannte dieArmuts- und Fabrikquartiere White-Chapel in einem Beitrag in der Neuen Preußischen (Kreuz-) Zeitung Nr. 147 vom 27. 5. 1857das Quartier der Dirnen und Diebe (abgedr. in NyA, XXII/3, S. 674-75).

209 Nicht ermittelter Mordfall; eventuell wird hier von Fontane Bezug genommen auf dencause celebre des Frühjahrs 1889, als der Sohn des österreichischen Kaisers, Kronprinz Rudolf, zusammen mit seiner Geliebten Selbstmord ver­übte; laut Tyler Whittle (Kaiser Wilhelm II. Biographie (München: List 1979, S. 139]) kursierten Gerüchte, daß der Kronprinz und seine Geliebte mit Zyankali vergiftet im Bett aufgefunden worden seien.

210 Vorabdruck von Hans Hopfens Novelle Schneidiges Liebchen. Eine neue Ge­schichte des Majors in Deutschland Nr. 1 (vom 5. 10. 1889), S. 2-6; fortgesetzt in: Nr. 2 (vom 12. 10. 1889), S. 21-24; Nr. 3 (vom 19. 10. 1889), S. 41-44; Nr. 4 (vom

547