Illustriertes Lamilienblatt. - Begründet v°>, Ernst Keil 1853.
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(Fortsetzung.)
Klamme
Roman von
^ artmut Falkenried stand, wie der junge Majoratsherr von Burgsdorf, auf der Grenze zwischen Knabe und Jüngling, aber es bedurfte nur eines Blickes, um zu erkennen, daß er seinem gleichaltrigen Gefährten in jeder Hinsicht überlegen war. Er trug die Uniform eines Kadetten und sie kleidete ihn sehr vortheil- ' Haft, aber dennoch lag etwas in der ganzen Erscheinung, was dem strengen militärischen Zuschnitt zu widerstreben schien. Der schlanke hochgewachsene Knabe war ein wahres Bild von Jugend und Schönheit, doch diese Schönheit hatte etwas Fremdartiges, die Bewegungen und das ganze Auftreten etwas Wildes, Unbändiges und kein einziger Zug erinnerte an die markige Soldatengestalt, an die ernste Ruhe des Vaters.
Dichtes üppiges Lockenhaar fiel auf eine hohe Stirn und das tiefe, bläuliche Schwarz dieser Locken, die warme dunkle Färbung der Haut deuteten mehr auf einen Sohn des Südens als auf die deutsche Abkunft. Auch die Augen, die in dem jugendlichen Antlitz flammten, gehörten nicht dem kühlen, ernsten Norden an, es waren räthselvolle Augen, dunkel wie die Nacht und doch voll heißen, leidenschaftlichen Feuers. Sv schön sie waren, es barg sich etwas darin, was beinahe unheimlich berührte, und so über- müthig das Lachen klang, mit dem Hartmut jetzt von
^ ^ ^ ^ . Alle Rechte Vorbehalten.
G. Mevnev.
! einem der Anwesenden zum . andern blickte, ein frohes herzliches .i Knabenlachen war es nicht.
! „Du führst Dich ja in einer recht zwanglosen Art ein," sagte
Wallmvden scharf. „Du scheinst es Dir zu Nutze zu machen, daß man in Burgsdorf nicht viel auf Etikette hält, ich glaube aber nicht, daß Dein Vater Dir einen solchen Eintritt in das Speisezimmer gestatten würde."
„Bei dem untersteht ersieh auch dergleichen nicht," sagte Frau von Escheuhageu,
nicht fühlte, der auch fürste in der Bemerkung ihres Bruders lag. „Also jetzt kommst Du endlich, Hartmut, wo wir mit dem Frühstück fertig sind? Aber Nachzügler bekommen nichts zu essen, das weiht Dil doch!"
„Ja, das weiß ich," versetzte Hartmut ganz unbekümmert, „und deshalb habe ich mir bereits von der Wirthschafterin ein Frühstück geben lassen. Aushungern kannst Du mich nicht, Taute Regiue, dazu stehe ich auf viel zu gutem Fuße mit all Deinen Leuten."
„So, und deshalb glaubst Du, Dir ungestraft alles erlauben zu dürfen!" rief die Gutsherrin zornig. „Tie Hausordnung brechen, keinen Menschen und keil! Ding in Ruhe lassen und ganz Burgsdorf, auf den Kopf stellen — das Handwerk wollen wir Dir doch > legen, mein Junge! Morgen schicke
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