Nr. 62
495 Vgl. Brief Nr. 5«, Anm. 473-475, Brief Nr. 59, Anm. 477 u. 478, Brief Nr. 60, Anm. 485 u. Brief Nr. 61, Anm. 489-492.
496 Vgl. Brief Nr. 59, Anm. 479-481.
497 Carl Robert Leasing (1827-1911), Landgerichtsdirektor u. Haupteigentümer der .Vosslschen Zeitung'.
498 Das Hotel Bristol gehörte zu den neuen Luxushotels der 1890er Jahre in Berlin (vgl. Lange, a. a. O., s. 77).
499 M. H.: ,An den Kaiser' in Die Zukunft Jg. 6, Bd. 24 (vom 25. 6. 1898), S. 541-54 (vgl. Fontanes Postkarte an Friedlaender vom 7. 7. 1898 [HA, IV, Nr. 844, 7321, worin es u. a. heißt: „Bitte lesen Sie doch die .Zukunft' vom 25. Juni. Bemerkenswerth; ein bischen im Stil der Juniusbriefe.“)
500 In seinem offenen Brief an den Kaiser (im obigen Artikel; vgl. Anm. 499) analysiert Harden die sogen, .monarchische Krise', die angeblich durch den persönlichen Stil des Kaisers hervorgerufen wurde (vgl. S. 542-43 bzw. S. 552-54), dessen freier Blick „durch eine Binde gehemmt (seil, die schlaue Höflingskunst der Liebediener fältelte und schlang“, was dazu beitrage, daß „die Möglichkeit harmonischen Zusammenwirkens von Kaiser und Volk“ (S. 553), nicht länger gegeben sei; und wenn der Kaiser nicht bereit sei. auf bessere Ratgeber zu hören, so könnte es - wie im Märchen — geschehen, daß ihm der Ruf entgegenschalle: •Herr König, Ihr seid Ja nackt |* — Abschließend verleiht Harden dann in seinem Artikel der Hoffnung Ausdruck, daß dem Kaiser „die Befreiung aus dem Bannkreis des Schranzenthumes“ gelingen möge, daß die Worte des Kritikers - durch keine Lakaienkunst gehemmt - das Ohr des Monarchen erreichen mögen. (S. 554)
501 Im .Rütll'-Kreis trug Fontane deshalb den Beinamen ,Nöhl‘ (vgl. Lazarus, a. a. O., S. 594: „Lafontaine — Fontane ist bereits so oft gewürdigt worden, daß hier nur scherzeshalber sein Spitzname ,Nöhl‘ nachgetragen sei. Als ich gefragt wurde, was das Wort bedeute, konnte ich prompt die Auskunft geben: Nöhl kommt von nöhlen, d. h. vom säumenden, langsamen, langweiligen Tun . .. Nun paßt .langweilig* zwar gar nicht zu Fontane, dessen mündliches, briefliches und literarisches Plaudern zum Unterhaltlichsten gehört, was es geben kann; aber sein privates Wesen, der Fontane im Schlafrock, nöhlte allerdings ein wenig.“).
502 Typisch für Fontanes vorsichtige, abwägende Haltung.
503 Offensichtlich hat Hardens Mut zum offenen Wort Fontane imponiert.
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504 Vgl. Fritz Mauthuers Rez. .Theodor Fontane. Von Zwanzig bis Dreißig' im Berliner Tageblatt Nr. 430 vom 25. 8. 1898 (Abendausgabe, S. 1).
505 Vgl. dazu Brief Nr. 64, Anm. 515.
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Zu Lebzelten Fontanes hat Mauthner u. a. Rez. über folgende Werke geschrieben: L’Adultera (1882), Irrungen, Wirrungen (1888), Gedichte (3. Aufl.; 1889), Stlne (1890), Unwiederbringlich (1891), Elfi Briest (1895), Die Poggenpuhls (1897), Von Zwanzig bis Dreißig (1898).
Vgl. dazu Mauthners Rez. von Von Zwanzig bis Dreißig: „Was man jetzt mit dem Schlagwort .Jenseits von Gut und Böse' ausdrückt was bei Nietzsche das grimmige Ergebnis einer tiefsinnigen Entwicklungsgeschichte der menschlichen Moralbegriffe war, das verräth schon das Lächeln Fontanes, in dem sich so viel Schlauheit mit Güte mischt. Er weiß: die Menschen sind nicht so oder so, sie sind vielmehr so und so, gut und böse.“
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