Heft 
(1906) 01
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tet, werden in etwa zehn Zentimeter Entfernung in den Sumpfboden ge- steckt. In den ersten acht Tagen läßt man kein Wasser zu und wartet, bis die Pflanzen neue Wurzeln gebildet und festeren Halt gewonnen haben, dann wird das Feld wieder überflutet, anfangs nur wenig; wenn der Reis aber emporwächst, höher und höher. Auch jetzt müssen die Arbeiter auf dem Sumpsfeld tätig sein, bis an die Knie im Wasser stehend, mit den Händen alles Unkraut, das zwischen den Reispflanzen emporwuchert, sorgsam entfernen. Das ist eine mühselige und durchaus nicht gesunde Arbeit. Man sagt, daß das Anpflanzen des Reis in­sofern vorteilhaft ist, als ein so bestelltes Feld reichlichere Ernte trägt, als ein Feld, auf das man den Reis direkt gesät hat. Andererseits ist dieses Verfahren wegen der vielen Handarbeit, mit der es verknüpft ist, kostspieliger und darum kaum lohnender. Im Großbetriebe wendet man es nicht an,

Mid in China und Ja­pan hält es sich, weil dort der Bodenbesitz mehr zerstückelt ist und die Kleinwirt­schaft vorherrscht.

Mach etwas vom AahrstM". Nach Weihnachten noch mit einem Wunsch zu kommen, besonders mit einem, der was kostet, ist eigentlich recht unklug. Die Taschen sind leer, die Schenklust erheblich vermindert, und der 1. Januar mit sei­nen Trinkgeldern und Rechnungen hat auch nicht gerade freund­licher gestimmt. Wie schon gesagt: es ist unklug. Und dennoch wagen wir's. Und keine Erwägung und Bedenklichkeit macht uns in der fröhlichen Zuversicht irre, daß wir auch diesmal und trotzdem" offene Her­zen und Taschen finden werden. Es handelt sich nämlich wieder einmal um Fahrstühle".Jetzt?

Zur Winterzeit?" wer­den unsere Leser wohl fragen. Ja, liebe Leser.

Gerade jetzt. Wo die Armen,

Kranken, die von der frischen Luft des Winters nichts spüren, die nur seine , bösen, häßlichen Seiten: rauchende Öfen, zugeschneite Fenster, lange Dunkelheit usw. tennenlernen, es doppelt nötig haben, sich an irgend eine Hoffnung klammern zu können. Wie viel leichter würden sie über die langen, langen Winter­abende fortkommen, wenn in ihrem Stübchen der ersehnte Fahrstuhl stände, der von Frühlingsfahrten, von Freiheit und knospendem Leben zu ihnen spräche! Drei Gesuche um einfache und zwei Gejuche um Fahr­stühle mit Handbetrieb liegen vor. Das bedeutet fünf arme, der Macht ihrer Glieder beraubte Menschen, bedeutet fünf zwischen Hoffnung und Trostlosigkeit hin- und herschwankende Herzen, bedeutet leider auch ein Kapital, das noch nicht vorhanden ist, das die Güte unserer Leser erst aufbringen soll! Ein neuer Fahrstuhl mit Handbetrieb ist ja unter 300 Mark nicht zu haben! Aber gebrauchte Fahrstühle tun's ja auch. Vielleicht ist in der einen oder anderen Familie ein Fahrstuhl frei ge­worden, der einem lieben Kranken gedient hat, vielleicht steht schon voll lange her ein Fahrstuhl unbeachtet in der Bodenkammer, verstaubt und vergessen, wertloses Gut! Welchen Jubel würde er bei unseren Bittstellern erregen! Wie viel gläubige Hoffnung wecken! Und Hoffnung ist besser als alle Arznei, ist Sonnenschein und neue Lebenskraft! Dank der Frei­gebigkeit nuferer Leser, über deren Gaben wir unten quittieren, hat nicht nur der arme Maler, für den wir f. Z. baten, seinen Fahrstuhl be­kommen, sondern vier weitere Fahrstühle konnten verschickt werden gewiß ein herrlicher Erfolg. Aber dieser Erfolg hat einen gewissen Nimbus um dieGartenlaube" gewoben andere Kranke sind darauf aufmerksam geworden und schauen nun mit vertrauenden, bittenden Augen zu ihr hin:Hilf auch uns, wie du jenen geholfen hast!" Sollen wir sie enttäuschen? Wir wissen die Antwort im voraus und danken gleich hier für alles, was die Güte unserer Leser spenden wird. Auch für das kleinste Scherflein. Hier die Liste der schon eingelaufenen Beträge:

K 4 - * -

Umpflanzen von Neis in Japan.

Von Frau O. E. in Aachen 3 Mark, Frieda Clausen, Altona 3, C. D., Kommis, Augsburg 2,05, Frau E. Stängle, Baden-Baden 2,Ein Beilrag" aus Barmen 1, G. Schmidt, Baireuth 2, E. S. Berlin, Königgrätzerstr. 10, CH. Wanietz, Futz- gendarm, Birresborn 2, K. Wieland, Blaubeuren 2, H. Gerresheim, Bonn i, H. in Boppard 1, Frau Thekla Lgr. in Breisach 1, E. Weidbofer, Burgebrach 3. Jeltsch, Carlsruh bei Steinau 1, Frau Hedwig Klose, Cötben 1, Jul. Sauer. Danzig 2, M. Weber, Darmstadt 2, Aus Dommeldange 6, A. Kessemeier, Dort­mund 1,05, A. Kayser, Dresden 6, Mahler, Dresden 6, Ein alter Abonnent irr Elmshorir 3, Frau Apotheker Jrle, Ferndors 5. E. A. H. in Flensburg 2,05, H. Klamp, Frankfurt a. M. 3, iirau Ruttloff, Gera 1,60, I. R. in Gotha 1, Krellman, Gotha 3,10, Frl. E. Wenige, Gotha 2, Chr. Pfeiffer, Hamburg 6, C. CH. W. in Hamburg 6, Fr. Tovote, Hannover 10, Eine Abonnentin in Heil­bronn 1, Perls in Hermsdorf 1, Aus Kaufbeuren von einer, die selbst weiß, was Kranksein heißt 2, M. E. P. in Kiel 6, Job. Jwersen, Kiel 3, L. A. G. K. in Kierberg-!u 6, Chr. Rohrkerten, Kirchdorf 3, Frau Doktor Albert Ahn, Köln 6, F. und I. St. irr Kölrr 6, E. Weithase, Langensalza 3, W. Gerloff, Leipzig 2,

C. Müller, Leipzig 6, N. N., Lrpp- _stadt 5, Annh Schneider, Mül­bausen i. E. 4, G. Thorn, Neumünster 2, E. Sinogo- witz, Neustadt a. d. Dosse 3, Bürgermeister Sasse, Neustettin 6, Aus Nord­hausen 1, Aus Volzin 1, Bruno Scheithauer, Radebeul 6, Frau E. BensDidt, Rousdors 2, L. Francke, Salzungen 6, N. N. in Schönebeck a. E. 2, Pfarrer Lang­guts Stemfeid 6, C. Wagner, Stratzburg 2, H. Weferling, Tinz 3, A. Zehen, Wesel 1, C. Armbrecher, Wien 1, N. N. in Zehdeuick 2, Von einer Zerbsteriu I, Zu­sammen 186 Mark 75 Pfennig.

Hlms Aeöen. (Zu

unsererKunstbeilage.) Aus der düsteren Heide unter schweren Äbendwolken spielt sich eine der blutigen Szenen ab, wie sie in der großen Elends­zeit unseres Volkes, im Dreißigjährigen Krieg überall zu er­leben waren. So etwa mag nach der Schlacht von Breiten­feld ein von Tillys flüchtigem Heer ver­sprengter kaiserlicher Obrist den Verzwei­flungsakt um sein Leben vor den schwe­dischen und sächsischen Verfolgern her ge­macht haben, des Todes beinahe gewiß und doch bis zum äußersten um sein Leben ringend. Im schärfsten Dahinjagen zurückgewandt, hat er soeben das Pferd des nächsten Reiters tödlich getroffen und damit denjenigen Verfolger, der ihm am dichtesten auf den Fersen war, von sich abgeschüttelt. Aber drei andere drängen nach, der Vorsprung ist furchtbar kurz, an Sekunden hängt nun das Leben! Wird das brave Roß den rasenden Sturmlauf aushalten und seinen Herrn in Sicherheit bringen, oder wird die sinkende Nacht ihr Dunkel über die geplünderte Leiche des Verfolgten breiten?! . . . Die Heide schweigt, sie deckt zahllose Gräber mit ihren roten Blüten­feldern zu . . . Der Schöpfer des ergreifenden Bildes, Werner Schuch, ist ein Sohn dieser Heide, und die Sehnsucht, sie künstlerisch darzustellen, hat zuerst sein Schaffen der Landschaftsmalerei zugewandt. Heute ist der Meister vor allem auf dem Gebiete der Historienmalerei tätig, und unsere bedeutendsten öffentlichen Sammlungen verwahren Proben seiner Kunst.

Inhalt.

Paradiesvogel. Roman von Paul Oskar Höcker (Anfang).1

Liebelei. Bild von Otto Kirberg ................. 1

Verwundet. Bild von Hans Krause.6

Im Haken. Bild von Erwin Günter.8

Vom Deutschen Schulderem. Von Victor Blüthgen.9

Die Zwergraffen. Plauderei von Or. Adolf Heilborn (Mit Abbildungen) . 11 Tragödien und Komödien des Aberglaubens. Spukhäuser. Von Rudolf

Kleinpaul....i4

Lang, lang ist's her! Bild von Carl Zewh. 16 u. 17

Die Freunde. Novelle von Georg von der Gabcleutz (Anfang).18

Eva. Bild von E. Cabane..21

Die körperliche Erziehung der Jugend. I. Von Professor l)r. A. Hoffa . . 22 Der verlassene Hof. Gedicht von Gertrud Freiin le Fort (Mit Abbildung). 25

Blätter und Blüten.. . 2628

Beilage 1 und folgende.

Farbige Kunstverlage 1:Ums Leben." Von Werner Schuch.

Druck und Verlag von Ernst Keil's N ach so lg er,.G.m.b.H. in Leipzig. Verantwortlicher Redakteur: vr. Hermann Tr Franz Bo erner, Leide in Berlin. In Österreich-Ungarn für Herausgabe und Redaktion verantwortlich:

Nachdruck derbstem Alle Rechte Vorbehalten.

ch ler; für den Anzeigenteil verautwcr )r. Anton Bettelheim in Wien,

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