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tet, werden in etwa zehn Zentimeter Entfernung in den Sumpfboden ge- steckt. In den ersten acht Tagen läßt man kein Wasser zu und wartet, bis die Pflanzen neue Wurzeln gebildet und festeren Halt gewonnen haben, dann wird das Feld wieder überflutet, anfangs nur wenig; wenn der Reis aber emporwächst, höher und höher. Auch jetzt müssen die Arbeiter auf dem Sumpsfeld tätig sein, bis an die Knie im Wasser stehend, mit den Händen alles Unkraut, das zwischen den Reispflanzen emporwuchert, sorgsam entfernen. Das ist eine mühselige und durchaus nicht gesunde Arbeit. Man sagt, daß das Anpflanzen des Reis insofern vorteilhaft ist, als ein so bestelltes Feld reichlichere Ernte trägt, als ein Feld, auf das man den Reis direkt gesät hat. Andererseits ist dieses Verfahren wegen der vielen Handarbeit, mit der es verknüpft ist, kostspieliger und darum kaum lohnender. Im Großbetriebe wendet man es nicht an,
Mid in China und Japan hält es sich, weil dort der Bodenbesitz mehr zerstückelt ist und die Kleinwirtschaft vorherrscht.
Mach etwas vom „AahrstM". Nach Weihnachten noch mit einem Wunsch zu kommen, besonders mit einem, der was kostet, ist eigentlich recht unklug. Die Taschen sind leer, die Schenklust erheblich vermindert, und der 1. Januar mit seinen Trinkgeldern und Rechnungen hat auch nicht gerade freundlicher gestimmt. Wie schon gesagt: es ist unklug. Und dennoch wagen wir's. Und keine Erwägung und Bedenklichkeit macht uns in der fröhlichen Zuversicht irre, daß wir auch diesmal und „trotzdem" offene Herzen und — Taschen finden werden. Es handelt sich nämlich wieder einmal um „Fahrstühle". „Jetzt?
Zur Winterzeit?" werden unsere Leser wohl fragen. Ja, liebe Leser.
Gerade jetzt. Wo die Armen,
Kranken, die von der frischen Luft des Winters nichts spüren, die nur seine , bösen, häßlichen Seiten: rauchende Öfen, zugeschneite Fenster, lange Dunkelheit usw. tennenlernen, es doppelt nötig haben, sich an irgend eine Hoffnung klammern zu können. Wie viel leichter würden sie über die langen, langen Winterabende fortkommen, wenn in ihrem Stübchen der ersehnte Fahrstuhl stände, der von Frühlingsfahrten, von Freiheit und knospendem Leben zu ihnen spräche! Drei Gesuche um einfache und zwei Gejuche um Fahrstühle mit Handbetrieb liegen vor. Das bedeutet fünf arme, der Macht ihrer Glieder beraubte Menschen, bedeutet fünf zwischen Hoffnung und Trostlosigkeit hin- und herschwankende Herzen, bedeutet leider auch — ein Kapital, das noch nicht vorhanden ist, das die Güte unserer Leser erst aufbringen soll! Ein neuer Fahrstuhl mit Handbetrieb ist ja unter 300 Mark nicht zu haben! Aber gebrauchte Fahrstühle tun's ja auch. Vielleicht ist in der einen oder anderen Familie ein Fahrstuhl frei geworden, der einem lieben Kranken gedient hat, vielleicht steht schon voll lange her ein Fahrstuhl unbeachtet in der Bodenkammer, verstaubt und vergessen, wertloses Gut! Welchen Jubel würde er bei unseren Bittstellern erregen! Wie viel gläubige Hoffnung wecken! Und Hoffnung ist besser als alle Arznei, ist Sonnenschein und neue Lebenskraft! Dank der Freigebigkeit nuferer Leser, über deren Gaben wir unten quittieren, hat nicht nur der arme Maler, für den wir f. Z. baten, seinen Fahrstuhl bekommen, sondern vier weitere Fahrstühle konnten verschickt werden — gewiß ein herrlicher Erfolg. Aber dieser Erfolg hat einen gewissen Nimbus um die „Gartenlaube" gewoben — andere Kranke sind darauf aufmerksam geworden und schauen nun mit vertrauenden, bittenden Augen zu ihr hin: „Hilf auch uns, wie du jenen geholfen hast!" Sollen wir sie enttäuschen? Wir wissen die Antwort im voraus und danken gleich hier für alles, was die Güte unserer Leser spenden wird. Auch für das kleinste Scherflein. Hier die Liste der schon eingelaufenen Beträge:
K 4 - * -
Umpflanzen von Neis in Japan.
Von Frau O. E. in Aachen 3 Mark, Frieda Clausen, Altona 3, C. D., Kommis, Augsburg 2,05, Frau E. Stängle, Baden-Baden 2, „Ein Beilrag" aus Barmen 1, G. Schmidt, Baireuth 2, E. S. Berlin, Königgrätzerstr. 10, CH. Wanietz, Futz- gendarm, Birresborn 2, K. Wieland, Blaubeuren 2, H. Gerresheim, Bonn i, H. in Boppard 1, Frau Thekla Lgr. in Breisach 1, E. Weidbofer, Burgebrach 3. Jeltsch, Carlsruh bei Steinau 1, Frau Hedwig Klose, Cötben 1, Jul. Sauer. Danzig 2, M. Weber, Darmstadt 2, Aus Dommeldange 6, A. Kessemeier, Dortmund 1,05, A. Kayser, Dresden 6, Mahler, Dresden 6, Ein alter Abonnent irr Elmshorir 3, Frau Apotheker Jrle, Ferndors 5. E. A. H. in Flensburg 2,05, H. Klamp, Frankfurt a. M. 3, iirau Ruttloff, Gera 1,60, I. R. in Gotha 1, Krellman, Gotha 3,10, Frl. E. Wenige, Gotha 2, Chr. Pfeiffer, Hamburg 6, C. CH. W. in Hamburg 6, Fr. Tovote, Hannover 10, Eine Abonnentin in Heilbronn 1, Perls in Hermsdorf 1, Aus Kaufbeuren von einer, die selbst weiß, was Kranksein heißt 2, M. E. P. in Kiel 6, Job. Jwersen, Kiel 3, L. A. G. K. in Kierberg-Kö!u 6, Chr. Rohrkerten, Kirchdorf 3, Frau Doktor Albert Ahn, Köln 6, F. und I. St. irr Kölrr 6, E. Weithase, Langensalza 3, W. Gerloff, Leipzig 2,
C. Müller, Leipzig 6, N. N., Lrpp- _stadt 5, Annh Schneider, Mülbausen i. E. 4, G. Thorn, Neumünster 2, E. Sinogo- witz, Neustadt a. d. Dosse 3, Bürgermeister Sasse, Neustettin 6, Aus Nordhausen 1, Aus Volzin 1, Bruno Scheithauer, Radebeul 6, Frau E. BensDidt, Rousdors 2, L. Francke, Salzungen 6, N. N. in Schönebeck a. E. 2, Pfarrer Langguts Stemfeid 6, C. Wagner, Stratzburg 2, H. Weferling, Tinz 3, A. Zehen, Wesel 1, C. Armbrecher, Wien 1, N. N. in Zehdeuick 2, Von einer Zerbsteriu I, Zusammen 186 Mark 75 Pfennig.
Hlms Aeöen. (Zu
unsererKunstbeilage.) Aus der düsteren Heide unter schweren Äbendwolken spielt sich eine der blutigen Szenen ab, wie sie in der großen Elendszeit unseres Volkes, im Dreißigjährigen Krieg überall zu erleben waren. So etwa mag nach der Schlacht von Breitenfeld ein von Tillys flüchtigem Heer versprengter kaiserlicher Obrist den Verzweiflungsakt um sein Leben vor den schwedischen und sächsischen Verfolgern her gemacht haben, des Todes beinahe gewiß und doch bis zum äußersten um sein Leben ringend. Im schärfsten Dahinjagen zurückgewandt, hat er soeben das Pferd des nächsten Reiters tödlich getroffen und damit denjenigen Verfolger, der ihm am dichtesten auf den Fersen war, von sich abgeschüttelt. Aber drei andere drängen nach, der Vorsprung ist furchtbar kurz, an Sekunden hängt nun das Leben! Wird das brave Roß den rasenden Sturmlauf aushalten und seinen Herrn in Sicherheit bringen, oder wird die sinkende Nacht ihr Dunkel über die geplünderte Leiche des Verfolgten breiten?! . . . Die Heide schweigt, sie deckt zahllose Gräber mit ihren roten Blütenfeldern zu . . . Der Schöpfer des ergreifenden Bildes, Werner Schuch, ist ein Sohn dieser Heide, und die Sehnsucht, sie künstlerisch darzustellen, hat zuerst sein Schaffen der Landschaftsmalerei zugewandt. Heute ist der Meister vor allem auf dem Gebiete der Historienmalerei tätig, und unsere bedeutendsten öffentlichen Sammlungen verwahren Proben seiner Kunst.
Inhalt.
Paradiesvogel. Roman von Paul Oskar Höcker (Anfang).1
Liebelei. Bild von Otto Kirberg ................. 1
Verwundet. Bild von Hans Krause.6
Im Haken. Bild von Erwin Günter.8
Vom Deutschen Schulderem. Von Victor Blüthgen.9
Die Zwergraffen. Plauderei von Or. Adolf Heilborn (Mit Abbildungen) . 11 Tragödien und Komödien des Aberglaubens. Spukhäuser. Von Rudolf
Kleinpaul....i4
Lang, lang ist's her! Bild von Carl Zewh. 16 u. 17
Die Freunde. Novelle von Georg von der Gabcleutz (Anfang).18
Eva. Bild von E. Cabane..21
Die körperliche Erziehung der Jugend. I. Von Professor l)r. A. Hoffa . . 22 Der verlassene Hof. Gedicht von Gertrud Freiin le Fort (Mit Abbildung). 25
Blätter und Blüten.. . 26—28
Beilage 1 und folgende.
Farbige Kunstverlage 1: „Ums Leben." Von Werner Schuch.
Druck und Verlag von Ernst Keil's N ach so lg er,.G.m.b.H. in Leipzig. Verantwortlicher Redakteur: vr. Hermann Tr Franz Bo erner, Leide in Berlin. — In Österreich-Ungarn für Herausgabe und Redaktion verantwortlich:
Nachdruck derbstem Alle Rechte Vorbehalten.
ch ler; für den Anzeigenteil verautwcr )r. Anton Bettelheim in Wien,
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