Heft 
(1906) 02
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)er Hamburg-Amerika-Linie in England erbauteAmerika", die in den c>er,chiedeneu Häfen, die sie anlief, das größte Aufsehen erregte. Es ist natürlich, daß bei einem Riefenschiff auch manche Zubehörteile ins Riesenhafte wachsen, wie z. B. die Maschinen, die Schraubenwelleu, die Schranken. Ebenst wie diese Teile, die zur Fortbewegung des Scbisfsrnmpses dienen, gewaltige Größen annehmen, so auch die Stücke, die das Schiff gegen Sturm und Flut sicher an seinem Platze halten sollen, der Anker und die Anler ette. Aus dein Größenverhältnis zwischen dem auf Deck liegenden Anker und dem danebenstehenden Matronen kann der Leser einen Schluß ziehen auf die Mächtigkeit des elfteren, der die Kleinigkeit von 250 Zentnern wiegt. Der Teil des Ankers, den der Mann mit der Hand berührt, ist um den langen Schaft bis zu etwa dreißig Grad drehbar und gräbt sich mit den spitzen Schaufeln in den Grund ein, wobei 'die seitlich vorstehenden Platten zur Vergrößerung des Widerstandes dienen. Am anderen Ende des Schaftes ist ein riesiger Schäkel angebracht, in den die Ankerkette saßt. Deren einzelne Glieder erreichen an Länge etwa die Hälfte eines Petroleumfasies, während der Umfang des aus bestem Eisen geschmiedeter: Gliedes etwa 25 Zentimeter beträgt und das Gewicht etwa vier Zentner. Auf dem Bilde sehen die Le,er die Kette neben der Tonne durch die sogen. Klüse nach unten und außenbords am Bug fahren, und draußen hängt dann der Anker dran. Erstaunt wird nun der Leser fragen, wie es möglich ist, solche gewaltigen Massen zu handhaben; eine Arbeit, zu der ja Riesenkräfte gehören müssen, und die Riesen sind doch ausgestorben! Freilich, aber der Zwerg, der Mensch hat einen neuen entdeckt und ge­bändigt! Das ist der Dämpf! Der hebt auf einen Fingerdruck seines Meisters spielend den Anker aus dem Grund und zieht ihn an der schweren Kette empor, bis er gesichert vorm Bug hängt. B.

Ire Küche eines alten Schaurnöurg-Lippeschcn Mauernhauses. (Zu dem untenstehenden Bilde.) Uryere Abbildung zeigt einen Herdrahmen, ein seltenes Denkmal vergangener Zeiten; das Haus ist dem Abbruch verfallen, der Herdrahmen mit den geschnitzten Pferdeköpsen jedoch vom Altertumsverein in Bückeburg für das dortige Muzeum erworben.

Brandprobe in einem Wiener ModellLheater.

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Inschrift nebst Namen des Bauherrn und der Frau sowie der Jahres­zahl angebracht. So lasen wir an einem Hause am Ballen eingejchnitzt: Und weruüs nicht will, o will es nicht, was soll ich denn viel trauren, und wenrüs mir in Gefahr gebricht, will ich die Zeit Mauren. Es fällt viel leicht der Tag noch ein, da mag mein Glück noch besser sein." Rechts und lin s von derDäle" sind die Viehställe. Am unteren Ende dieDönze" (Stube), Kammer und Küche mit dem Herd. Der Herdraum diente in der alten Zeit zum Aufenthalte der Bauern- samilie, er war zugleich Eßzimmer und im Winter Spinnstube. Hier hing an dem ausgezackten Lenkha.en der Topf über dem Feuer und unter dem Pferdekopfe,Osten" genannt, der nötige Vorrat an Schinken, Speck und Würsten im Rauche/ R. L.

Hheateröranb - Mroöerr. (Zu dem obigen Bild.) Die furcht­baren Theaterbründe der letzten Zeit haben eine allgemeine, eingehende Prüfung der vorhandenen Sicherheitsvorrichtungen und, wo solche nicht genügten, den völligen Umbau vieler Theater zur Folge gehabt. Das Wiener Modelltheaier für Brandversuche, von den Architekten Fellner und Helmer, den Schöpfern manch schönen, stilvollen Musentempels, erbaur, soll zu den theoretsichen Ergebnissen die pra.tischen jügen, und es hat sich in den Proben, die 'während des Winters im Beisein vieler Fachleute und Theaterdirektoren vorgenommen wurden, als Lehr­mittel glänzend bewährt. Von den Sicherheitsvorrichtungen, die in dem hier abgebildeten Modelltheater aus ihre Wirksam.eit hin geprüft wurden, sind als die bedeutsamsten die Rauch! lappen zu bezeichnen, die, möglichst nahe am Dachfirst, über Bühne und Zustmuerraum angebracht, den verhängnisvollen Gasen, dem Rauch und Qualm Abzug bieten. Diese giftigen Rauchgase, die sich bei jetem Theaterbrand sofort ent­wickeln, lassen die Temperatur bis auf 400 Grad Celsius steigen, füllen blitzschnell den ganzen Zuschauerraum und verlöschen sofort alle Lam­pen, zu dem schon herrschenden Schrecken eine undurchsichtige Finsternis fügend, darin selbst das elektrische Glühlicht unsichtbar wird. Sogar ker eiserne Vorhang, der sich im übrigen gut bewährt hat, erwies sich gegen diese Gase machtlos. Dagegen hat sich nun gezeigt, daß nach Anbringung der Rauchklappen ein Heller Brand auf offener Bühne den Aufenthalt im Zuschauerranm durchaus erträglich bleiben läßt, und daß im selben Fall auch der eiserne Vorhang und die elektrsiche Not­beleuchtung gut fusionieren. Es würde indes falsch sein, schon jetzt die Ergebnisse praktisch zu verwerten in den einzelnen Gebäuden. Die Ergebnisse müssen erst in Ruhe geprüft und noch mehr Erfahrungen gesammelt werden.

Altertümlicher Herd im Lippeschen.

Diese alten Bauernhäuser, deren wir noch etliche in Schaumburg- Lippeschen Dörfern vorfinden, sind ganz im niedersächsischen Stil auf­geführt: mit Stroh gedeckt, einstöckig, aber dennoch geräumig. Hoch vom Giebel schauer: noch, wie in uralter Zeit, die beiden-in Hol/ge- schnitzten Pferdeköpfe herab. Über der großenDältür" ist meistens eine

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Paradiesvogel. Roman von Paul Oskar Höcker, ll. Fortsetzung.) . 29

Ein Stelldichein. Bilo von H. Rtviere. '. . . 89

Wirtschaftliche Kolon ialpolirrk. Bon Carl Peters.34

Die Vorläufer des Automobils. Von Franz M. Feldh aus. (Mit

Abbildungen.).36

Die körperliche Erziehung der Jugend. II. Von Professor vr.

A. Hoffa.'.40

Die Freunde. Novelle von Georg von der l^abelentz. (1. Fortsetzung) 44

Auf der Lauer. Bi d von A. Wieruez Kowalski.°. . . 45

Die Taschendiebe. Von C. Falkeuhorst.. 48

.Blätter und Blüten .50, 51 u. 52

' Hierzu Beilage 1-10 sowie färb. Kunstbeilage2:P uPpenbal l." Von L. A. Tessier.

^ruckund Verlag von Ernst Kerl s Nach folg er.. G.nub.H. in Leipzig. Verantwortlicher Redakteur: vr. Hermann Ti Franz Voerner, derbe rnBerlm. In Österreich-Ungarn für Herausgabe und Redaktion verantwortlich:

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