Wuzttierie; samilienblatt. ^ ».gm»»««» erm, ^«i,,»».
berieden ohne frauenbiatt in wöchentlichen vierteljährlich 2 W. oäer in vierrehntäglichen ÜSPPSlNUMMSM 3 U je ZS Pf.;
mit frauendlatt in wöchentlichen I)SftSN 2 U je 25 Pf. oäer in vierrehntäglichen ÜSPPSlI)SflSN ru je 5 S Pf.
s 7^.
MM
(4. Fortsetzung.»
Paradiesvogel.
Roman von Paul Oskar Locker.
(^n den ersten Tagen, in denen nach dem Ausspruch der Arzte noch die Gefahr einer nachfolgenden Gehirnentzündung bei Sabine zu befürchten war, traf Asta, die für die aller- fchlimmste Zeit völlig hierher übergesiedelt war, den Vater ihrer jungen Freundin mehrfach in Hellen Tränen an. Sie hatte es gar nicht für möglich gehalten, daß der weltgewandte, überlegene, mit fo viel äußerlich glänzenden Gaben ausgestattete Mann auch einer solchen Weichheit fähig wäre.
Zwei Pflegerinnen vom Märkischen Schwesternhaus wechselten Tag und Nacht im Dienst am Krankenbett ab. Eine Kapazität war gleich nach dem Eintreffen des Krankentransportwagens an Sabinens Lager erschienen.
Es ließ sich in den ersten Tagen aber weder raten noch helfen.
Die Kranke war dreißig Stunden hindurch völlig bewußtlos, mehrmals stellte sich Erbrechen ein,
Nahrungsaufnahme war ausgeschlossen, auch hernach noch, als Sabine sich mehr erholte und dann zeitweise mit längeren Unterbrechungen das Bewußtsein wiedererlangte.
Sie klagte dann über Schwindel und Übelkeit und behauptete, den rechten Arm nicht heben zu können. Sorgfältig ward sie untersucht, aber es ließ sich keine Verletzung wahr
K
' .'.-LMM
Zweikampf auf der Straße.
nehmen. Nun sorgte sich Gernot, es könnte eine Art Lähmung eingetreten sein.
Um die Mitte der ersten bösen Woche erklärte der Arzt, daß ihm eine Lebensgefahr ausgeschlossen erschiene. . Es lag zwar eine Gehirnerschütterung vor, doch war Hoffnung vorhanden, daß die Verunglückte, das Ausbleiben irgendwelcher neuen Kom plikation vorausgesetzt, bei guter Pflege und sorgfältiger Schonung ohne nachteilige Folgen für Geist und Körper davonkommen würde. Auch die verschiedentlich^ Sinnestäuschungen,
denen sie jetzt noch unterlag, würden sich dann geben.
Die schweren Teppiche dämpften jeden Schritt in der Wohnung. Alles ging aus leisen Sohlen. Der Flüsterton, in dem man in der Umgebung des Krankenzimmers sprach, brachte etwas geradezu Ver träumtes über die stillen Räume. Asta entwickelte hausfrauliche Talente, die zu entfalten sie in der eigenen
^ 8 '- * '
Wirtschaft, wo sie nur auf die
Hilfe eines einzigen Dienstmädchens angewiesen war, keine Gelegenheit besaß. Sie war hier ganz die Persönlichkeit am Platze. Ihre Fähigkeit, komplizierte Dinge rasch zu erfassen, mehrere Ressorts gleichzeitig zu überblicken und die einzelnen Kräfte richtig zu dirigieren, kam jetzt glänzend zur Geltung. Bis
1906. Nr. 5.
10