Heft 
(1906) 05
Seite
116
Einzelbild herunterladen

116 °-

ist keine leichte Verantwortung, die die Vertreter der einzelnen Staaten auf den Schultern tragen, wein: sie über das Schicksal Marokkos mit

-e'

W7.

Der Gesandte Frankreichs mit seinen Sekretären.

allem Drum und Dran ihre Stimme abgeben. Mit begreiflicher Span­nung hängen darum die Blicke der Welt an den einzelnen Persönlichkeiten, die in Algeciras zu Worte kommen. Der Präsident der Konferenz, der von Spanien entsendete Minister des Auswärtigen Herzog von

'--'M

artigen Tracht vervollständigen sie die Buntheit der Bilder, die sich in dem sonst so stillen Algeciras aneinanderreihen, dessen Name von nun an der Weltgeschichte angehört.

Der erste --Arzt". Das deutsche Wort Arzt ist aus dem grie­chischen arclliatro8 entstanden. Die Griechen nannten aber ihre heilkundigen Männer oder Ärzte einfach. mtro8. ^rclrmtros, war ein besonderer Titel. Ebenso wie arclliepisllopos Erzbischof be­deutet, kann arclliatros mit Erzarzt übersetzt werden. Dieser Titel kam aber erst spät auf. Wie Geh. Re­gierungsrat Reidrich in derDeutschen medi­zinischen Wochenschrift" ausführt, wurde er zum erstenmal für den Leibarzt des römischen Kaisers Claudius (41 bis 54 nach Chr.) ge­braucht. Dieser heil­kundige Mann hieß Lenophon und stammte von der Insel Kos, der Heimat des be­rühmten Hippokrates.

Sein Bruder, der vor ihm kaiserlicher Leib­arzt in Rom war, be­zog ein Jahresgehalt von 100000 Mark, soll die Stellung aber nur aus Lie­be zum Kai­ser angenom­men haben, da ihm seine Stadtpraxis nach seiner Aussage 120000 Mk.

eingetragen hatte. Auch der Erzarzt Aenophon wurde mit Ehren und Geld überschüttet. Trotz der Denkmäler, die ihm errichtet wurden, scheint er aber ein schlechter Leibarzt gewesen zu sein; denn er soll den todkranken Kaiser, dem seine Frau zu wenig Gift gegeben hatte, vollends vergiftet und dadurch die Gunst des Nachfolgers gewonnen haben. Die beiden Brüder haben große Aufwendungen für die Insel Kos und die Stadt Neapel gemacht und hinterließen außer­dem ein Vermögen von 610 Millionen Mark.

Viseonti-Venosta. Herzog v. Almodovar.

Die marokkanischen Gesandten.

Almodovar, ist uns Deutschen von seinem Aufenthalt in Deutschland her bekannt, als er 1900 dem Deutschen Kronprinzen das Goldene Vließ mit überbrachte. Besonderer Sympathien erfreut sich Italiens Vertreter, der greise Mar­quis Visconti-Venosta, Minister des Äuße­ren in dem für Deutschland so bedeutungsvollen Jahre 1870; auch die deutschen Delegierten, der deutsche Botschafter in Madrid von Radowitz, einer der hervorragenden Diplomaten aus Bis­marcks Zeit, und der Gesandte Graf von Tattenbach, sind Gegenstand besonderer Auf­merksamkeit. Beide sind durch reiche Erfah­rungen geschulte Diplomaten. Graf Tattenbach, der zum bayerischen Uradel zählt, ist mit den marokkanischen Verhältnissen aufs eingehendste vertraut. In der Person des Botschafters Rovoil hat Fran weich seinen Vertreter ge­sunden, der im ganzen Verlauf der Marokko­angelegenheit viel und bedeutsam hervorgetreten ist. Als Abgesandte des Landes, um dessen Wohl und Wehe so ernst beraten wird, sind die marokkanischen Staatsmänner Sidi Mo­hammed el Mokri und Mohammed el Torr es ausersehen worden; in ihrer fremd-

, ssM

' st Mw

d'/ ZT

v. Radowitz.

Gräfin Tattenbach.

Von der Marokkokonferenz in Algeciras

Graf Tattenbach.

Druck und

Frau

Verlag von Ernst Keil's Nach folg er.. G.m.b.H. in Leipzig. Verantwortlicher Nedakteur: vr. Hermann Tischler; für den Anzeigenteil verantwortlich: anz Boerner, beide in Berlin. In Österreich-Ungarn für Herausgabe und Redaktion verantwortlich: Dr. Anton Vettelheim in Wien.

Nachdruck verbotest Alle Rechte Vorbehalten.