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Georg Bangs Liebe.
Roman von Aarl Rosner.
(3. Fortsetzung.)
angsam schien es nun doch auch in Herrn Gerolds Wesen neu auszuschlagen, ruhiger und friedlicher zu werden, als der Frühling ins Land gezogen kam.
Nicht daß er seinen Schmerz vergessen und begraben hätte. Der Leidenszug, den ihm der Tod des Buben ins Angesicht gegraben hatte, der blieb und wich von ihm für keinen Augenblick. Er stand auch dann um Mund und Augen, wenn das Gesicht zu lächeln suchte. Gleich einem Schleier, der die Linien mildert und sanft verschwimmen läßt, was sonst wohl Schärfe ist, lag dieses Lächeln dann über der Trauer. Aber es kam doch manchmal.
Und auch sein Interesse für alles das Schöne schien wieder zu erwachen. Es war so lange ganz zurückgeschoben und verborgen worden von den Gedanken, die ihn völlig eingenommen hatten.
Er ging mit Georg, der in diesem Frühjahr sein zwölftes Lebensjahr begann, und mit Sephi, die, drei Jahre jünger als der Freund, doch für ihr Alter seltsam vorgeschritten war in ihrem ganzen
zarten Wesen, oft in die Museen und öffentlichen Sammlungen. Er zeigte ihnen die Schatzkammer des Kaiserhauses, die Belvederegalerie und das Naturalienkabinett auf dem Josephsplatz und legte durch seine schlichten Erklärungen den Grund zu
mancherlei Erkenntnis in ihren Herzen.
Einmal war auch Frau Gerold an ei- nemsolchenSonntag- vormittag mitgewesen. Da ging er Arm in Arm mit ihr und suchte immer wieder auch ihr das, was sie sahen, möglichst fesselnd zu machen. Er blickte voll fürsorglicher Zartheit fortwährend nach ihr hin und las ihr zu den Bildernummern, die sie nannte, die Angaben des Kata- loges vor.
Bei diesem einem Male blieb's jedoch. Frau Gerold hatte damals später über recht starken Kopfschmerz geklagt, sie konnte, wie sie meinte, das viele Stehen vor den Bildern, das angestrengte Schauen nicht vertragen.
Die beiden Kinder waren über diesen Umstand nur wenig betrübt, so konnten sie Herrn Gerold nun wieder ganz für sich in Beschlag nehmen, und das schien ihnen
Beim Roten.
Gemälde von Fr. Pröltz.
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