Heft 
(1906) 38
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hat. Das in klassischen Formen gehaltene Denkmal ist eine Schöpfung des Bildhauers Pfretzschner aus Charlottenburg. Vor einer halbrunden Säulenhalle erblickt man die Gestalt Lifts in sitzender Stellung mit verschlungenen Armen, den Blick ernst ins Weite gerichtet. Trotz der Schlichtheit, die in Mienen und Pose gewahrt wird, ist die Gestalt von großer Wirkung, man empfängt den Eindruck einer bedeutenden Persönlichleit. Professor von Eheberg aus Erlangen ward seiner von nationaler Begeisterung der Bedeutung Friedrich Lifts getragenen Auffassung voll gerecht, und das schöne Monument wird an dem Toten gutmachen, was Engherzigkeit und Unverstand am Lebenden gesündigt haben.

Indianer« eiö von Arizona. (Zu der nebenstehenden Abbildung.) Wie alt ist das Mütterchen, das dort in dem Sonnenbrand Arizonas am Wege hockt? Wie alt? Ja, sie weiß es selbst nicht. Damals, wo sie das Licht der Welt erblickt hatte, zählte man nickt die Jahre, lebte in den Tag hinein; denn es blühte noch der Weizen der Äpatschen, und die Blaßgesichter Lamen noch nicht in Scharen über die Rocky-Mountains. Es war da mals so schön, wo die Männer mit Pfeil und Bogen jagten, wo sie Hinausritten, um sich Pferde und Esel zu holen, und jeden niederschlugen, der ihnen das wehren wollte. Lang', lang' ist's her, da ritt sie auch in solchem Zuge mit, ein blutjunges Ding, nur mit kurzem Unterröckchen bekleidet, den Vorratslorb auf der Kruppe des Ponys.

Da geschah etwas; der Häuptling, der schöne" Häuptling mit der federgeschmückten Lederkappe, sprengte an sie heran und band ihr ein Stück Pumafell in das lose schwarze Haar. Es glänzt das Auge der Alten. Damals war es, wo sie die erste Liebe kostete, und nicht lange darauf, da wurde ein Bündel Pfeile über ihrem Haupt gebrochen, und sie war des Häuptlings Weib. Doch was seufzt sie so schwer? Sie waren wieder hinaus­geritten, um Pferde und Esel zu holen, aber er kehrte nicht wieder; er war dort liegen geblieben mit durch fchossener Brust. Z)a schor sich die Witwe in Schmerz und Jammer das lange schwarze Haar. Es wuchs ja wieder, aber die alte Zeit war dahin. Zersprengt

dieApatschen, beschränkt aufReservationen, man bettelte, lungerte, und schließlich griff der Jäger zur Hacke. Ein neues Heim, Kinderschar und Enkel, die in Schule und

' - ^ Kirche ge-

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Indianerin

mit einem neuen, auf der Germaniawerft in Kiel hergestellten Unter­seeboot angestellt, und diese Schiffsmanöver, deren Ergebnis von so großer Bedeutung für unsere Marine war, lenkten den Blick rückwärts, auf die ersten noch unbeholfenen Ansätze dieser Erfindung, die nun zu solcher Vervollkommnung gediehen ist. Es war im Winter 1850, als das erste deutsche Unterseeboot, vom Schiffsvolkder Teufel der See" genannt, seine erste kühne Probefahrt antrat wunderbarerweise ebenfalls im Hafen von Kiel. Der Erfinder, der sich und zwei treue Matrosen in dem seehundsartig ge­bauten Leib dieses Bootes verschloß, war ein einfacher Ingenieur, der in seiner Dienstzeit als Kanonier den Plan zu der Aufsehen erregenden Erfindung gefaßt hatte. Er hieß Wilhelm Bauer, und fein Name ist eng verknüpft geblieben mit der Entwicklung des deutschen Rettungs- und Taucherwesens. Wilhelm Bauer hat fein ganzes ferneres Leben dem Dienst mari­timer Erfindungen geweiht und zahllose Preise im Irr- und Ausland errungen für seine Taucherkammern undunterseeischen Kamele", seine hyponautische Korvette, seine Revolver­batterie für Küstenverteidigung usw. Aber er hat auch das Los/vieler deutscher Erfinder geteilt, in Armut und Ver­gessenheit zu leben, und dieGarten­laube" hat es für eine Ehrenpflicht gehalten, dem deutschen Volt den Namen dieses Mannes immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, alle seine Arbeiten, die Ergebnisse langen Grübelns und Versuchend eingehend zu würdigen und weilen Kreisen von diesem Leben rast­loser Arbeit im Dienst des Vaterlandes zu erzählen. Heute bringen wir zwei Bilder jenes ersten, von Wilhelm Bauer erfundenen Unterseebootes, den leck gewordenen und ver­witterten Schiffsrumpf und die für heutige Verhältnisse sehr primitiv erscheinende Maschine mit ihren großenTreträdern". Das hier ab­gebildete Wrack, das gelegentlich seiner ersten Fahrt unterging und erst nach 37 Jahren gehoben werden konnte, wurde lange in Kiel verwahrt und ist kürzlich nach Berlin übergeführt und dem Museum für Meereskunde über­wiesen worden. Es ist ergreifend, die im Jahr- von Arizona. gang 1861 in derGartenlaube" beschriebene Probefahrt desTeufels der See" zu lesen man steht staunend vor dem an Tollkühnheit grenzenden Mut und der Todesverachtung seiner einfachen Lenker.

In Kriegsnöten. (Zu dem Bild Seite 793 und den beiden Abbildungen auf der nebenstehenden Seite.) Die bösen Zeiten von 1756 sind angebrochen, der Preußenkönig marschiert auf Dresden, Schrecken und Furcht beherrschen das ganze Sachsenland. Der Hof hat die Flucht ergriffen, der Adel trachtet ihm nach. Nun gilt es noch, die Kunstschätze seiner Schlösser vor der Plünderung zu retten und in feuersicheren Gewölben zu verstecken. Unser Bild zeigt die Herrschaft, mit einigen treuen Dienern in fieberhafter Hast das Hinunterschaffen besorgend. Kisten und Decken stehen zum Einpacken bereit, ein ver­trauter Schlosser öffnet und richtet die altersrostige Eisentür, die zu dem geheimen Gewölbe führt; sie wird später mit leeren Kisten und Fässern so verstellt werden, daß keine Spur davon sichtbar bleibt Eilige, vorsichtige Hände reichen die Truhen voll schweren Silberzeugs hinab, die herrlichen Standuhren mit Gold und Email, die chinesischen Vasen, alles, was vorher die großen Säle oben so heiler schmückte.

Das erste deutsche Unterseeboot

von Wilhelm Bauer.

Sie sorgen für die Alte, sie kleiden sie warm und schön; damals hatte lein Apatschenweib ein solches Kleid besessen. Doch was gäbe sie nicht dasür, wenn sie wieder im kurzen Röckchen mit ihm reiten könnte! Geduld, Geduld! Wie alt ist man wohl? Das Ende naht, muß sicher nahen, und der alte Glaube wird wach. Ob sie ihn nicht wiederfindet, jung und schön, dort weit, weit in den glücklichen Jagdgründen der Seligen?

Aas erste deutsche Unterseeboot. (Zu deu nebenstehender: Ab­bildungen.) Im Frühling dieses Jahres wurden die ersten Versuche

Die Maschine des Bootes.