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Hand, vom weiten, tieffaltigen Mantel umhüllt. In der Geschlossenheit des Umrisses, in der Einheit von Roß und Reiter, in der großen Ruhe und reinen Linienführung erinnert das Monument entfernt an gewisse Eindrücke aus römischer Antike, andererseits aber auch an die herbe Schönheit sehr früher oberitalienischer Renaisianceslülpturen. Gegen den Mantel und die Barhäuptigleit wurden von einzelnen Mitgliedern der begutachtenden Kommission Bedenken erhoben, die sich gegen das Uli- historische in dieser Darstellungsweise richteten. Schließlich drang aber der Entwurf durch; wohl ganz im Sinn der modernen' Auffassung, daß der Wert eines Denkmals nicht in der größeren oder geringeren Wirklichkeitstreue bestehe, mit der es der irdischen Körperlichkeit des Dargestellten nahezukommen suche, sondern in der Kraft, mit der es künstlerisch das Ideal, die Idee zu gestalten vermag, in die sich dem Volksgeist die Erinnerung an seine Helden zu verdichten pflegt.
Adolf Krrchhoff. (Zu dem untenstehenden Bildnis.) Der berühmte Philologe und Berliner Universitätsprofessor, der im letzten Winter in ungealterter Kraft des Geistes den achtzigsten Geburtstag und bald darauf das sechzigjährige Doltorjnbiläum begangen hat, kann diesen seltenen Festen als drittes in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum anreihen. Am 6. Ja-
Das Moltke-Denkmal für Bremen.
Entworfen von Hermann Hahn.
I.Baruch, Berlin, Phot.
Professor Adolf Kirchhofs
begeht sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum.
Kind im Arm und blickt voll Danl und Liebe zu dem Retter so viel blühenden, jungen Lebens empor.
Der Verein der deutschen Sortimenter- dessen Vorstand wir den Lesern der „Gartenlaube" auf dem wirkungsvollen Gruppenbild der vorhergehenden Seite zeigen, hat als Organ des deutschen Sortimentsbuchhandels eine Fülle tatlräftiger Arbeit im Dienst dieses Standes wie der gesamten 'deut schen Leser geleistet. So wird es gewiß allgemein interessieren, jene Männer, in deren Händen in erster Linie die Sorge um Verbreitung unserer zeitgenössischen Literatur ruht, im Bild zu sehen. Der Verein, dessen Vorstand seine jüngste Jahresversammlung in: Architektenhause in Berlin abgehalten hat, steht unter der Leitung des vr. Bernhard Lehmann in Danzig (in der unteren Reihe der Sechste von links).
Möge dieser Vereinigung, die wie kaum eine andere als Zusammenschluß wahrer Kulturträger bezeichnet werden kann, die Zukunft weiteres Gedeihen bringen!
Das WoLLKe-Denkmat für ZZremen. (Zu der obenstehendeu Abbildung.) In kürzer Zeit wird Bremen eines der eigenartigsten Denkmäler besitzen, die späte Enkel in Dankbarkeit der Erinnerung an 1870 errichtet haben. Der Entwurf dazu, den wir hier im Bild wiedergeben, ist von Professor Hahn in München und zeigt den strengen Stil edler Moderne, ohne dabei zu dem Stil des künftigen Aufstellungsortes in unharmonischem Gegensatz zu stehen. Das Steinbild wird, von vornehm ruhiger Ornamentik umrahmt, an der Außenwand der gotischen Liebfrauenlirche (der Garnisönskirche Bremens) errichtet werden. Es stellt Moltke zu Pferde dar — barhaupt, den Feldherrnstab in der
nuar 1826 in Berlin geboren, war und blieb Adolf Kirchhofs auch während seines ganzen reichen Lebens seiner Vaterstadt getreu. Hier erhielt er von der ilugen Mutter den ersten Unterricht, ging dann in die Realschule und das Gymnasium über und bezog ungewöhnlich früh — noch nicht sechzehn Jahre alt — die Universität, an der er nun schon die Enkelgenerationen seiner ersten Schüler die eigene Freude an exalter Forschung zu lehren versucht. Kirchhoffs Tätigkeit umfaßt zwei Hauptgebiete der Sprachwissenschaft: Epigraphik
(Inschriftenkunde) und griechische Literaturgeschichte. Auf dem Gebiet der Epigraphik verschafften ihm „Die umbrischen Sprachdenkmäler", die er mit dem Sanslritforscher Theodor Aufrecht 1849/51 herausgab, sofort Namen und Ansehen, die jedes der in rascher Folge erscheinenden neuen Werke noch vermehrte. Dem „Stadtrecht von Bantia" folgten Studien über gotische, dann über fränkische Runen, und die Teilnahme und ausgebreitete Miltätigkeit an dem großen Unternehmen der Sammlung der griechischen Inschriften (Oorpus inserixlionurn Argscmrum und Oorpus iuseriptiouuru attiearum) nimmt im Lebenswerk Kirchhoffs ebenfalls ansehnlichen Raum ein. Unter seinen zahlreichen Arbeiten über griechische Literaturgeschichte ^ dürften besonders die Studien über „Die Home
rische Odyssee" (1879) auch weiteren Kreisen von Interesse sein.
Vom Münchener Hkloöerfest. (Zu
der nebenstehenden Abbildung.) Wieder wie alljährlich ist auch in diesen Herbsttagen auf der „Theresienwiese", die sich als ein weiter Rasen zu Füßen der„Bavaria" breitet,sür wenige kürze Wochen die bunte Bretterstadt erstanden, in der das frohe Treiben des alten Münchener Voltsfestes sich abspielt. Erstanden ist sie — und wieder verschwunden — und nichts als die Erinnerung der Tausende, die sich hier in dem Jubel mit vergnügten, mahnt noch an diese laute Freude, die einmal noch sich austollen und voll ausleben will, ehe die kalten Tage kommen und ehe der frühe Winter seinen ersten Schnee über die Wiesen breitet. Jetzt sind die großenZelte und Baracken, die Karussells, Menagerien, Zauberbuden, die Schankstellen und Wurst- und' Heringsbratereien wieder abgebrochen, und auch die bunten Trachten liegen wieder wohlverwahrt in den Truhen. Jetzt stehen die drei schmucken
Münchener Okroberfestgäste.
Männer, die unser Bild in ihren Lodenröcken, Kniehosen und Wadenstrümpfen zeigt, gewiß schon wieder emsig an der Arbeit und lächeln nur manchmal, wenn die Erinnerung an alle ausgelassene Lust des Oltoberfestes sich meldet, oder wenn sie daran denken, um wieviel schöner es noch werden soll — im nächsten Jahr.
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