Heft 
(1906) 49
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Professor Or. Zabludowski ch

liche Winke, wie sie auch im Dienst der Kosmetik als Schönheitsmassage" Verwertung finden kann. Seit zehn Jahren war Professor Zabludowsli Leiter der

Berliner Ilniversitäts- massageanstall und hatte außerdem eine weit ausge­dehnte Praxis A.I. David.

(Zum neben­stehenden Bild­nis.) Eine der markantesten Erscheinungen der österreichi­schen Litera­tur, ein Talent, auf dem viel

schöne Zukunftshoffnungen ruh­ten, ist am 20. November mit I. I. David aus dem Leben geschieden. Die Familie und Freunde wußten, daß er seit langem ein Todgeweihter war, und er selbst hat es um besten gewußt, denn Schwermut lag wie ein Schleier über seinem Leben und Schaffen, all seine Werke, sei es Lyrik oder Novellistik, waren auf jenen dunklen Grundton gestimmt, den die Gewißheit frühen Scheidens gibt. Der Dichter, der nun nach . furchtbaren Leiden abberusen wurde, hat ein Alter von nur 47 Jahren erreicht. Er wurde 1859 zu Weißkirchen in Mahren geboren, trieb an der Wiener Universität germanistische Studien, mußte aber das Lehramt in diesem Fach infolge allmählich sich einstellender Schwerhörigkeit ausgeben und widmete sich deshalb schriftstellerischer Tätigkeit. Es gelang ihm schnell, die Aufmerksam!eit literarischer Kreise auf fein Talent zu lenken, das sich auf den mannigfachsten Gebieten der Literatur mit Glück betätigte; seine stärkste Begabung lag aber entschieden auf Seite der Lyrik. Was ihm an Grazie und einschmeichelndem Wohl­laut der Sprache fehlte, ersetzte er durch Wucht und Tiefe der Empfindung und Vornehmheit des Stils. Davids erste Gedichte erschienen in dem von Karl Emil Franzos heraus­gegebenenDeutschen Dichterbuch aus Öster­reich". Unter seinen Erzählungen haltenDas Höferecht" und der NovellenzyklusDie Wiedergeborene" besonderen Erfolg, von den Theaterstücken Davids, die sich freilich auf dem Spielplan nicht behaupten konnten, seien Hagars Sohn", ein Schauspiel aus dem oberösterreichischen Bauernkrieg und die Wiener KomödieEin Regens tag", die dem Dichter ein ehrendes Gedächtnis sichern, genannt. I. I. David erinnert in der Wahl seiner Novellenstoffe wie in dem oft meisterhaft getroffenen Zeitkolorit sehr an Konrad Ferdinand Meyer, von dessen Einfluß er sich nach seinem eigenen Bekenntnis gewaltsam losringen mußte.

Alkohol und Arbeit. Über den Wert des mäßigen Altoholgenusses auf die Leistung des Menschen wird noch vielfach gestritten. Die Meinung, daß er unter allen Umständen un­günstig wirke, wird immer lauter vertreten. Namentlich, was die geistige Arbeit anbelangt, soll der Alkohol die Leistungen des Menschen minderwertiger gestalten. Über seinen Einfluß auf die Muskelarbeit haben neuerdings die italienischen Ärzte Albertoni und Lussana eine Reihe genauer Versuche angestellt. Sie wmmen zu dem Schluß, daß der Alkohol einen ungün­stigen Einfluß auf die Muskelarbeit hat, und daß besonders allen jenen, die anstrengende körperliche Arbeiten verrichten müssen, die Enthaltsamkeit völlig geboten sei. Der Alkohol ist ferner, wie dieDeutsche medizinische Wochen­schrift" berichtet, besonders schädlich für jene, die bei niederen Temperaturen arbeiten. Für- alle aber, die täglich eine mittlere Arbeit zu leisten und dabei keine besonders reichliche Ernährung haben, ist der Alkohol während der Zeit der Mahlzeiten und in Form von

Wein, in mäßigen zuträglich.

K ermann -Lüders.

nis.) Am 25. November be­ging Hermann Lüders, einer der bekannte­sten Illustra­toren, seinen siebzigsten Ge- burtstag. Er­dorf zurück- blickenauf eine Lebensbahn, der es an Stürmen, aber auch Erfolgen nicht gefehlt hat. Die Gunst dreier Kaiser hat Hermann Lüders genossen; er war jahrzehntelang der offizielle Maler der Manöver-, Pa-

Mengen genossen, durchaus

F.

(Zum nebenstehenden Bild-

I. Löivy, Wien, pyot.

I. I. David -z-

Äermann Luders.

Feierte seinen siebzigsten Geburtstag.

Französischer Offizier.

..i

rade- und Zeremonienbilder für die angesehensten Blätter besonders für dieGartenlaube" und Hof und Armee fanden in ihm einen stets taktvollen und gewandten Zeichner. Diese bevorzugte Stellung dankte er , neben seiner Begabung und seinem eisernen Fleiß der ihn vom einfachen Lithographen zum anerkannten Künstler gemacht den Feldzügen von 1866 und 1870/71, die er mit Auszeichnung mitmachte. Fand er doch trotz aller Strapazen der Soldatenzeit noch Muße, ganze Seiten" für den Holzschnitt mit Schlacht­szenen zu zeichnen, die in der Heimat mit brennendem Interesse genossen wurden. Her­mann Lüders ist auch als Schriftsteller tätig: die drei hübschen Bücher:Ein Soldatenleben im Frieden",Unter drei Kaisern" undEr­innerungen eines Legionärs" hat er geschrie­ben und illustriert.

Aktes Spielzeug im Hermanischen Museum zu Würnöerg. (Zu den neben­stehenden Bildern.) Bei der bedeutsamen Stellung, die Nürnberg von alters her in der Anfertigung und Ausfuhr von Spielwaren einnimmt, ist es wohl nur natürlich, daß das Germanische Museum auch diesem Zweig deutscher Kultur ein besonderes Augenmerk zuwendet. So zählt denn die hier vereinigte Sammlung alten Spielzeugs zu den reichhaltigsten ihrer Art. Aller Wahrscheinlich­keit nach in Nürnberg entstanden und von Künst­lern verfertigt sind die h.er abgebildeten holz­geschnitzten Figuren. Die Figuren der drei Kriegsleute zu Fuß sind alter Nürnberger Familienbesitz und auch herrte noch nur unter Eigentumsvorbehalt im Germanischen Museum deponiert. Sie versetzen uns zurück in den Ausgang derFranzosen- zeit", da die auf Rußlands Eis- und Schneefeldern dezimierte Große Armee Napoleons sich gegen die französische Grenze zu in Sicherheit zu bringen suchte. Als Typen dieser französischen Soldaten haben wir ohne Zweifel den Offizier in wunderlich aus den verschiedensten Uniform- und son­stigen Kleidungstücken zusammengesetzter Montur und den zerlumpten Krieger im Dreimaster mit Schriftstücken unter dem rechten Arm und in der rechten Hand anzu.ehen. Das Gewehr des letzteren, das in unserer Abbildung bei Fuß steht, sollte eigentlich von der leider dem Holzwurm zum Opfer ge­fallenen Linien über der Schulter ge­tragen werden. In der dritten Fiqur dagegen, einer kraftvollen untersetzten Kriegergestalt in hoher Mütze, blauer Jacke mit roten Aufschlägen, schwar­zem Leibgurt und grünlicher Hose, stellt sich uns nach der gleichzeitigen Aufschrift auf der Fußplatteder erste Cosack in Nürnberg 1813" dar. Da­neben trägt die Figur die Bezeichnung:

Fichtel fecit", undFichtel junior" steht auch auf den Fußplatten der beiden anderen bisher bechrochenen Soldatenfiguren zu lestn. Es nennt

Französischer Soldat.

Kojak (1813).

sich uns hier also der Verfertiger dieser

Alles Spielzeug im Germanischen Museum zu Nürnberg.

Reiter.