- William lsarvey.-
Gebäude, welches bei dem großen Brande von 1666 leider schon wieder niederbrannte, in edlem antiken Stil erbauen lassen.
Außer diesem Bau verschrieb er 1656 dem College noch ein großes Gut, das sein Vater hinterlassen hatte, und 1120 Mark jährlicher Rente, damit zum Andenken an die Wohlthäter des Colleges jährlich am 25. Juli eine Rede gehalten werde, für deren Abhaltung der jedesmalige Redner ein Ehrenhonorar erhalten sollte. Diese Rede wird bis heute noch gehalten. Von jener Rente sollte außerdem der Diener seiner Bibliothek- und Museumsstiftung ein jährliches Geschenk erhalten, allen Theilnehmern an dem Acte aber — last not least — eine Tasse Kaffee, wohl zum fröhlichen Angedenken an des Stifters schwache Seite, nach der Feier verabreicht werden, was ebenfalls bis heute geschehen soll, obwohl Falstaffs Sect bereits seit lange das damals kostbare Getränk Arabiens ausgestochen hat, auch in England.
Zwei Jahre bevor Harvey die letzterwähnten Schenkungen dem College zugewandt, hatte er das (loellains-llonss seines Bruders Eliab bezogen, weil es sehr kaltes Wasser hatte, das ihm zur Selbstbehandlung nothwendig war. Er litt nämlich schon lange an Gicht und Schlaflosigkeit. Gegen beide verwendete er die Kälte trotz einem der neueren Kaltwasserärzte: bei Anfällen der ersteren stellte er seine Füße in einen Eimer kalten Wassers und legte sie dann auf einen warmen Ofen, wenn die einfache Entblößung jener nicht helfen wollte, der letzteren wegen aber wandelte er im einfachsten Kleide der Nacht so lange umher, bis er zu frieren anfing, worauf er dann einschlief. Die Wege zur Gesundheit sind bekanntlich sehr mannigfach und auch das Handeln der Aerzte ist von jeher sehr verschieden.
Gegen Ende seines Lebens hatte Harvey auch die Praxis aufgegeben. Eine seiner letzten Patientinnen war eine Lady Howland, die ihrem großen Arzte zu verdanken hat, daß die Nachwelt sie nennt.
Kurz vor seinem Tode, wie es scheint, schenkte Harvey noch dem Bartholomäushospitale eine Rente von 600 Mark, seinem Freunde Hobbes eine solche von 200 Mark; auch für seine Diener trug er Sorge. Den Rest seines Vermögens aber vermachte er seinem Bruder Eliab.
Krankheit und Alter hatten endlich ihre sichere Wirkung an dem nahezu Achtzigjährigen gethan. Sein Sterbetag war gekommen. Klaren Geistes, aber nicht ohne noch die Gegenwehr des Arztes zu versuchen, erwartete er seine Todesstunde. Um 10 Uhr des Morgens begann die Zunge ihm den Dienst zu versagen. Doch hatte er noch Kraft genug, seine Neffen zu sehen, dem einen seine Minutenuhr, dem andern Anderes zu schenken. Auch seinem Herzensfreunde Ent und dem vn. Scarborough bestimmte er kleine Andenken. Dann winkte er seinem Apothecary Sambroke, daß er ihm an der Zunge zur Ader lasse. Das aber konnte nicht mehr helfen, und ebenso wenig sollte Scarborough Harvey's Freund von der Oxforder Zeit her, den früher erbetenen Freundschaftsdienst mittelst Opium leisten: Harvey starb ruhig, am 3. Juni 1657. Und leicht mag die Gewißheit, der Welt zwei unvergängliche Wahrheiten