Heft 
(1880) 37
Seite
150
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Bibliographie.

Petöfis poetische Werke. Mit Beiträgen namhafter Uebersetzer herausgegeben von Ludwig Aigner. 1. Lieferung. 8. S. 164, mit 1 Holzschnitt. Budapest, Aigner. Erscheint in c. 20 Lieferungen

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Petöfis Gedichte sind vielfach ins Deutsche übertragen worden; allein keine der vorhandenen Uebcrsetzungen vermochte strengen Ansprüchen zu genügen, weil es eben keinem Uebersetzer gelingen konnte, jedes Gedicht Petöfis dem Inhalt und der Form nach gleich gelungen zu übertragen. Dieser Umstand läßt es als eine gute Idee erscheinen, das, wozu die Kraft eines Einzelnen nicht auszurcichen schien, durch das Zusammenwirken Mehrerer zu ermög­lichen. Der Herausgeber wandte sich zu diesem Zwecke an alle bekannten Petöfi- Uebersetzer, die sich wenigstens nach dem Inhalte des vorliegenden Heftes zu schließen bereit erklärt zu haben scheinen, das Unternehmen durch Beiträge zu fördern. Der Fortgang der Sammlung erst kann ein berechtigtes Urtheil über das Gelingen des Planes gestatten, welcher Angesichts der genialen Erscheinung des leider zu früh verschiedenen Dichters nur alle Billigung verdient.

Dan. Sanders/ kurzgefaßtes Hilfsbuch der Rechtschreibung für deutsche Schulen. Zweite, um oie abweichenden amtlichen Feststellungen für die bayrischen, die österreichischen, die preußischen und die württembergischen Schulen vermehrte Auflage. 8.'VI u. 76 S- Leipzig, 1880, Breitkopf und Härtel. Cartonnirt.

Im vorigen Jahre erschien von dem­selben verdienten Verfasser einOrtho­graphisches Hilfsbuch als Norm für Schriftsetzer und Druckberichtiger". In kurzer Zeit hatten auf Anregung der klassischen Buchdruckerfirma Breitkopf und Härtel in Leipzig 425 Firmen, darunter mehrere von sehr bedeutendem

! Umfange und Gewicht, ihren Beitritt erklärt. Nach solchen Erfolgen innerhalb l des Druckgewerbes schien es geboten, das ! Buch auch dem Gesammtpublikum vorzu- ' legen, und dies geschah in einer neuen ! Ausgabe, die nur insoweit eine Ver­änderung erhalten hatte, als es die Berück­sichtigung der Schrift neben dem Druck erforderte. Der vorliegende Auszug aus dieser neuen Ausgabe soll einen Ersatz bieten für ein Hilfsbuch der noch fehlenden einheitlichen deutschen, der Schule und dem Leben gemeinsamen Rechtschreibung für deutsche Schulen. Zu den Angaben der ersten Auflage sind überall die Ab­weichungen in den amtlichen Feststellungen hinzugefügt, wie es das Titelblatt andeutet, so daß nun das Buch auch für den augen­blicklichen unerquicklichen Zwischcnzustand in allen Schulen Deutschlandsund Oester­reichs brauchbar wird.

Wilibalö von Schnlenburq, wendische Volkssagen und Gebräuche aus dem Sprcewald. 8. XXII u. 312. S. Leipzig, 1880, F. A. Brockhaus.

Ein überaus wcrthvoller Beitrag zur Sagenkunde Deutschlands, für den man dem Herausgeber um so mehr danken darf, als er für die Nacherzählung der aus Volksmunde während mehrerer Jahre an Ort und Stelle gesammelten Märchen und Sagen den Ton richtig getroffen hat. In einer sehr gut geschriebenen Vorrede giebt der Herausgeber Aufschlüsse über die Art und Weise seiner Sammelthätigkeit. Zur Veröffentlichung des Gefundenen hat ihn zuvörderst der Wunsch vieler Wenden be­wogen, ebenso später die Absicht, in dieser Richtung ein treues unverfälschtes Bild des Volksgeistes, wie er sich ihm darstellte, ohne Zuthaien und Deutungen zu geben. Daher haben außer den eigentlichen Sagen viele Nachrichten Aufnahme gefunden, welche nicht im engeren Sinne als sagen­mäßig gelten können, und somit ist die