Heft 
(1880) 41
Seite
268
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O

Kuno Ascher.

von

M. E. van So^nowKtri.

- Posen.

I.

ls ich im Jahre 1841 bei meinem Eintritt in das Friedrich- Wilhelms-Gynmasium zu Posen zum ersten Male die Räume der Schule betrat und die Jugend nach beendigtem Unterricht aus den Elasten hinausstürmen sah, erregte unter meinen neuen Mit­schülern einer besonders meine Aufmerksamkeit in hohem Grade. Auf seiner wohlgebildeten Gestalt, die sich durch ihre lebhafte und energische Bewegung auszeichnete, mußte der Blick mit Interesse und Wohlgefallen ruhen. Sein offenes und heiteres Gesicht von interessantem Schnitt, sein kühn und fest blickendes Auge ließen eine sich mächtig entwickelnde Intelligenz errathen. Das blonde Haar fiel in langen, vollen Locken bis auf die Schultern herab.

So erschien mir damals Ernst Kuno Berthold Fischer.

Mehr noch als sein äußeres, war sein inneres Wesen geeignet, ein bleibendes Interesse an seiner Person zu erwecken.

Kuno Fischer wurde den 23. Juli 1824 in dem schlesischen Dörfchen Sandewalde (im Guhrauer Kreise) geboren, wo sein Vater damals Prediger war; seine Mutter (Charlotte, geb. von Corvin-Wiersbitzky,) starb in noch jugendlichem Lebensalter bald nach der Geburt dieses Sohnes, dessen älterer und einziger Bruder Paul die väterliche Laufbahn betrat und als Hof­prediger und Consistorialrath in Stettin starb.

Auf den Wunsch und die Vorstellungen seines Oheims, der als Steuer­beamter in Posen lebte und wirkte, kam der zehnjährige Knabe in das hiesige, eben gegründete deutsche Gymnasium und blieb unter der väterlichen und häuslichen Obhut des Oheims, der die übernommenen Erziehungspslichten streng und