Heft 
(1878) 18
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Diesesmal lagen die Verhältnisse günstiger,'da die ganze Balkanlinie in russischen Händen war. Von Sofia her drohte keine Gefahr, wie im Jahre 1829, wo der Pascha von Skutnri gerade im entscheidenden Augenblicke dort erschien, um DieLitschs Lage zu einer mehr als bedenklichen zu machen. Den­noch war der sechstägige Siegeszug von Slivno aus der glänzende Schluß­akts des Feldzuges; das Nämliche wiederholt sich im Augenblick in weit größerem Maaßstabe. Die Ueberwindung der Schneemassen und Abgründe des Balkan durch ganze Armeekorps mit Train und Artillerie, mit welchem der russische Vormarsch in den Tagen vom 30. Dezember bis zum 9. Januar seinen Anfang nahm, ist eine militärische That, welche die Geschichte dieses Krieges denkwürdig machen wird. Sie auf der einen, die schnelle Befestigung und Vertheidigung von Plewna auf der anderen Seite, bilden dereinst un­zweifelhaft die Glanzpunkte.

Die Räumung von Adrianopel durch die Türken war die natürliche Folge der vorangegangenen Unfälle und hatte nun wenig Bedeutung mehr. Da die Schipkaarmee vom Schauplatz ihrer Thaten verschwand, Sulepman Pa­schas Heer den direkten Rückzug verlor, blieb Mehemed Ali, der zuletzt in Adrianopel kommandirte, nichts anderes übrig, als den provisorisch befestigten Platz aufzugeben, die Artillerie zu retten, die Vorräthe und Munitionen zu vernichten, und mit den Truppen nach Kirklissa abzumarschiren.

Am 20. Januar haben die ersten Russen, jedoch vorläufig nur Kavallerie, die Stadt betreten. Es war die Brigade Strukoff vom Vortrab General Gurkos. Die Masse der Armee blieb erheblich zurück. Am 22. Januar sollte die erste geschlossene Division (die 30.) in Adrianopel eintresfen. Das Haupt­quartier befand sich an diesem Tage noch in Kazanlik. Sein weiteres Vor- rücken bezeichnet am besten die Punkte, welche das Gros der Armee zu der­selben Zeit erreicht. Die Schnelligkeit der voraufgeeilten Reiterei giebt zu viel falschen Nachrichten hierüber Veranlassung.

Nicht vom Schipkapasse und aus Rumelien allein sind die Hiobsbot­schaften der Hohen Pforte zugegangen, um ihr den Wunsch nach Frieden zu diktiren. Nach langer tapfrer Vertheidigung ist endlich Antivari gefallen,

und die Montenegriner vermögen sich jetzt mit ganzer Kraft gegen Skutari zu wenden. Zu gleicher Zeit hat auch Risch nach mehrtägigen Kämpfen den Serben seine Thore geöffnet. Midhat Pascha wendete einst dem Platze seine besondere Aufmerksamkeit zu, und er beabsichtigte, ihn zu einem großen ver­schanzten Lager umzugestalten. Ein Fort, das seinen Namen trägt, ent­stand auf der Nordseite, im Süden Fort Audi Pascha. Indessen die Abbe­rufung des Reformators ließ dies Werk, wie fast alle anderen, die er in Bulgarien begonnen, unvollendet. Die alten Befestigungen der inneren Stadt sind ohne Werth; denn sie werden von den umgebenden Höhen völlig beherrscht. Diese Höhen eroberten die Serben, deren Hauptangriff auf der Südostssite von Ak Palanka her stattfand, nach wiederholten vergeblichen Anstrengungen am >0. Januar. Am Tage darauf kam die Kapitulation zu Stande. Die Musthafizüataillone der Garnison, welche mehrfach den Be­lagerern angrisfsweise entgegengegangen waren, wurden entwaffnet und in die Heimath entlassen.

Seitdem hat sich die Hauptarmes der Serben getheilt. Ein Theil des linken Flügels, an den sich über den Nikolaja Paß das ganze Timokkorps herangezogen hatte, ist von Pirot nach Sofia weiter marschirt und dort am 6. Januar eingetrosfen. Der rechte Flügel wendete sich von Nisch gegen Pristina, um auch dort den türkischen Landsturin zu zerstreuen.

Der Zusammenbruch der osmanischen Widerstandskraft ist da. Die letzten Tage haben deutlich gezeigt, daß die Moslems des Krieges müde find, weder auf England noch auf Allah mehr rechnen und sich ihren: Ge­schick ergeben. Die, über ein Gebiet von gegen 40,000 Quadratmeilen zer­streute, muhamedanische Bevölkerung des Reiches, die nur 15 Millionen Seelen zählt und alle Lasten des Krieges allein getragen hat, muß endlich auch bis zum Aeußersten erschöpft sein.

Der Fall von Erzerum darf bald erwartet werden, seit Moukhtar Pascha, die Seele alles dessen, was in Armenien vom Beginn des Krieges ab ge­schah, nach Konstantinopel berufen wurde. Ismail Pascha, der Koranleser von Zewin, trat an seine Stelle. Frist'- V. d. Goltz.

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