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Deutschland.
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aufzulösen, d. h. sie fähig zu machen, vom Organismus resorbiert und assimiliert zu werden, dient die Sanerstoffverbindnng des Natriums zur Bereitung der Galle, deren Hanptbestimmung nach Funkes ist: die Aufnahme der Fette aus dem Nahrungsbrei wesentlich zu unterstützen; ohne seine Mitwirkung wurde nur eine unzureichende Menge derselben in die Säfte übergehen.
Nach der Vereinigung der Galle mit dem Chymns wird das für das Blut nötige Kochsalz in großer Menge gebildet.
(Schluß fvlgt.)
tVeltzeit und Zonenzeit.
Von
McrX Avervitz.
(^s^achdem die Kräfte des Dampfes und der Elektricität der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts die epochemachende Bedeutung verliehen haben — nachdem Raum und Zeit, diese beiden Fesseln an den Gliedmaßen menschlichen Wollens und Könnens, durch die Dampfmaschine und elektrische Telegraphie ihre hemmende Kraft verloren haben, so daß für die wirtschaftliche Arbeit und das geistige Ringen der Menschheit ein über Länder und Meere reichendes — ein internationales Feld geschaffen worden ist, tritt die Notwendigkeit in den Vordergrund, auch diejenigen äußeren Zeichen früherer Abhängigkeit zu beseitigen, welche einen gedeihlichen Wechselverkehr der Völker zwar nicht verhindern, ihn jedoch ohne Zweifel zu erschweren geeignet sind. Wir meinen neben anderen hinderlichen Einflüssen die Unterschiede, welche Orts- und Landeszeit im telegraphischen, schriftlichen und Reise-Verkehr ans die Beteiligten ansznüben pflegen. Schon längst hat daher der Gedanke einer Weltzeit der Anhänger viele sich erworben, leider aber besitzt dieselbe neben so vielen Für- auch mancherlei gleich gute Widergründe, so daß es schwer wird, zu einer vvllbefriedi- genden Entscheidung in dieser Frage zu gelangen. Und ich meine, daß trotz aller nach einer Einheitszeit hindrängenden Verhältnisse das alte, gute Institut der Ortszeit, welche durch den Stand der Sonne für jeden einzelnen Ort sich reguliert, niemals ganz zu beseitigen sein wird. Doch hiervon später. Wenden wir uns zunächst zu den Ursachen, welche uns den Gedanken einer Einheitszeit nahelegen.
Der seßhafte Mensch, welcher im günstigstell Falle einmal zu Pfingsten einen Ausflug in die sächsische Schweiz macht, kennt freilich nichts von jenen kleinen Unbequemlichkeiten, welche nicht selten in ihren Folgen zu den unberechenbarsten Nachteilen führen, lediglich hervorgerufen durch die Verschiedenheit der Ortsnhren. Die relative Entfernung zwischen Leipzig und Breslau ist bei der Beschaffenheit unserer heutigen Verkehrsmittel keine bedeutende, der Zeitunterschied trotzdem ein solcher von 18,5 Minuten. Der Reisende, welcher sich abends um 10 Uhr in Leipzig in den Knrierzng gesetzt hat und früh gegen 7 Uhr iil Breslau eingetrvffen ist, wird alsbald seine Uhr den örtlichen Zeitverhältnissen unpassen müssen, um den nach Oswiecim um 9-^ vormittags abgehenden Zug nicht zu versäumen. llnd ist er glücklich dort allgelangt, sieht er zu seinem Erstaunen, daß sein Chronometer abermals und zwar um 9 Minuten von der dortigen Ortszeit abweicht. Und so weiter im lieblichen Wechsel, wenn er seine Reiseroute nach Westen einschlügt, ohne Anfhören. Solange sich unser Reisender noch innerhalb Deutschlands befindet — allerdings mit Ausnahme von Bayern, Württemberg und Badeil; denn diese Staaten haben ihre Landeszeit — dann läßt sich's noch ertragen: unsere Eisenbahnverwaltung scheut nämlich nicht die Mühe, in den Fahrplänen, die jährlich zweimal neu heransgegeben werden, und deren Festsetzung unter Zugrundelegung der Berliner Zeit erfolgt, auch noch die Umrechnung in die Ortszeiten zu bewirken. Voll diesen Fahrplänen kommen die ersteren nur
im inneren Eisenbahnbetriebe zur Anwendung, während die letztgenannten zur Veröffentlichung bestimmt sind, so daß also bei uns die Zeitangaben des Fahrplans mit den Ortszeiten übereinstimmen. Daß ans dieser für die Bequemlichkeit des Publikums geschaffeneil Einrichtung erhebliche Erschwernisse fiir das Eisenbahnbetriebspersonal erstehen, ist ja bedauerlich, daß aber auch bei aller Sorgfalt kaum vermeidliche Betriebs-Unsicherheiten ans jener doppelten Zeitrechnung hervorgehen, kann schon unter Umstünden bedenklicher in seinen Folgen wirken. In den fremden Staateil und Ländern aber, wo bald Landes- bald Zonenzeit in den Fahrplänen gebräuchlich ist und keinerlei Hiilweise — von Umrechnungen ist überhaupt nicht die Rede den ahnungslosen Reisenden in Verlegenheiten setzen, werden für denselben die Verhältnisse noch schwieriger. Nur ein Beispiel möge an dieser Stelle anznführen erlaubt sein.
Der dänische Frühdampfer ans Kopenhagen nach Malmö fuhr seiner Zeit im Sommer um 0 Uhr ab, der Postdampfcr ans Malmö nach Stralsund um TM Da die Fahrzeit zwischen Kopenhagen und Malmö 1 Stunde 35 Minuten — bei den Schnelldampfern mittags und abends sogar nur 1 Stunde 15 Minuten beträgt, so sollte man meinen, daß zwischen beiden Dampfern ein Allschluß und dadurch eine Reiseverbindung von Kopenhagen nach Stralsund stattfinden könnte. Reisende, welche diese Schlnßfolge als rechnerisch und sachlich begründet ansahen und gutes Mutes von einem Pfingstausflnge zurückkehrend um 9 Uhr früh von Kopenhagen abfnhren, um nachmittags in Stralsund einzntreffen, wurden bitter getäuscht; denn der Unterschied zwischen dänischer und schwedischer Zeit war unberücksichtigt geblieben. Das Kopenhagener Schiss erreichte Malmö nach dänischer Zeit zwar 7^, die schwedische Zeit zeigte alsdann aber bereits 7M Ein Anschluß an das 7^ abfahrende Schiff war somit fahrplanmäßig gar nicht vorhanden, und die Reisenden mußten bis znm nächsten Morgen in Malmö verbleiben. Wem erst ein solch kleiner Zwischenfall begegnet ist, bei dem, möchte man wohl glanben, wird sich das Interesse für eine Einheitsnhr, für eine Weltzeit ziemlich schnell und rege entwickeln.
Wie oft man übrigens bei einer Reise voll verhältnismäßig kurzer Dauer den Genuß wechselnder Landeszeiten haben kann, das zeigt sich ebenso anschaulich als abschreckend bei dem Orient-Expreß-Zuge Konstantinopel-Paris. Mit Konstantinv- peler Uhr durch die Türkei und Bulgarien fahrend, findet man zunächst bei Zaribrod die serbische Uhr um 34 Minuten gegen Konstantinopel nachgehend. Sodann zeigt jenseits Belgrad die ungarische Uhr nach Budapester Zeit wieder 6 Minuten weniger als die serbische. In Bruck an der Leitha beginnt bei dein Eintritt ill Österreich die Prager Zeit mit 19 Minuten Verspätung - darauf ill Simbach die Münchener Zeit mit 1l Minuten — in Ulm die Stuttgarter Zeit mit 10 Minuten — ill Mühlacker die Karlsruher Zeit mit 3 Minuten. Von Kehl ab bis Dentsch-Avrieonrt herrscht die Ortszeit, welche bei jeder Station wechselnd, insgesamt etwa 4 Minuten Verspätung - und jenseits Dentsch-Avrieonrt die Pariser Zeit, welche 19 Minuten Verspätung bringt. Die Summe all dieser Verspätungen beläuft sich ans 1 Stunde 49 Minuten, und um diesen Betrag erscheint die Beförderungszeit im Fahrplan zu kurz, wenn mail in der Richtung nach Paris, — zu lang, wenn man in der Richtung nach Konstantinopel reist. Das sind in kurzen Umrissen die Nachteile der bestehenden Orts- und Landeszeiten. Ließen sich dieselben so ohne weiteres durch die Einführung einer Weltzeit beseitigen, ohne daß mit ihr neue Unzutrüg- lichkeiten entstünden, dann würden wir jedenfalls schon längst unter dem Schlage der Weltuhr ein beglücktes Dasein führen: aber auch die Weltzeit besitzt ihre Widersprüche oder führt wenigstens zu solchen im öffentlichen Verkehrsleben.
Fassen wir zunächst diejenige Weltzeit ins Auge, welche bedingt, daß alle Uhren des ganzen Erdballs in ein und demselben Augenblicke auch dieselbe Stunde, z. B. 8 Uhr schlagen, so würde eine derartige Stundenverschiebnng so lange nichts Bedenkliches an sich haben, so lange wir an demselben Orte vcr-
' O. Funke: Physiologie t. n- 328.