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Grundschulpädagogik - Stiefkind in Lehre und Forschung? : Vortrag anläßlich des Dies academicus an der Universität Potsdam am 25. Juni 1997 / Ursula Drews
Entstehung
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Im Schuljahr 1993/94 befanden sich in der Altersgruppe der Lehrkräfte unter 40 Jahren nur ein Drittel aller tätigen Lehrer/innen.

Prozentual waren/sind etwa genau so viele Lehrkräfte 50 Jahre und älter. In den kommenden Jahren ist daher mit einer großen Anzahl von Pensionierungen zu rechnen. Gleichzeitig wächst die Anzahl von Lehrkräften, die vor dem Er­reichen der Altersgrenze in den Ruhestand traten(treten).

Zur Veranschaulichung:

1992/93 schieden aufgrund der Regelaltersgrenze ca. 4400 Lehrkräfte aus dem Beruf aus. Vor der Altersgrenze schieden 3600 Lehrkräfte aus dem Beruf aus. Daraus darf man nicht übertriebene Hoffnungen auf massenhafte Einstellungen Junger Lehrerinnen und Lehrer ableiten, weil es sehr unterschiedliche Modelle für die Umsetzung/Umschichtung von Lehrkräften gibt. Die Prognosen über eine nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit unter Lehrern sind also keineswegs abwegig- dennoch: Etwas an Hoffnung gibt es vielleicht doch.

Weiterhin ist zu beachten: Aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen steigt in den alten Bundesländern der Bedarf an Lehrern für die Primarstufe leicht an und verdoppelt sich in den Jahren zwischen 2011 und 2015. In der Sekundar­stufe I steigt der Bedarf schon ab 2001 und stagniert in den Folgejahren auf diesem Niveau.

In den neuen Bundesländern kommt es bis zum Jahr 2000 zu einem starken Abbau von Lehrerstellen(der bereits eingesetzt hat), ab 2001 ist mit geringen jährlichen, aber steigenden Einstellungen zu rechnen.

Damit ist doch in geringem Maße die Chance verbunden, junge, gut ausge­bildete, reformorientierte Kräfte an die Schule gehen zu lassen, die hinwieder­um dort die dringliche Reform von Schule intensiv betreiben können. Und: Universitäten sollen und dürfen niemals nur für den unmittelbaren Bedarf

ausbilden. Das ist aber bereits einalter Diskussionsgegenstand.