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auch in der Wiederholung eine Zeitstimmung durch, wenn sie nicht von vornherein durch den Bezug auf ein bestimmtes Ereignis eine örtliche Orientierung erhält.
Die älteste Hausinschrist aus dem 16 , Jahrhundert, die uns von einem Bürgerhaus in perleberg überliefert ist, trägt schon der pessimistischen Aeitrichtung mehr Rech' nung, als daß sie durch ein bestimmtes Ereignis bestimmt worden ist. Denn ihr niederdeutscher Wortlaut:
Dreve cket i8 en seltnen Ou8t cksn kiet, cie költ em ka8t Vi8tel unä äallrn äs 8leken 8er Valsckie können nock völ mer Ick vill mi Über in cÜ8tel unä clabrn backen ^8 ick vill 8in mit vaiscbe tonZen belacken
findet sich inhaltlich und teilweise auch wörtlich wieder 1580 in Oldersum bei Emden. (Größer noch ist die Gefahr einer Erstarrung bei kurzen Sentenzen, bei einer mechanischen Anwendung von Sprüchen und Versen aus der Bibel und dem Gesangbuch. Trotzdem nimmt ein feineres Ohr noch aus den angeschlagenen Tönen dis Richtung der Zeit wahr, weil es nicht Zufall ist, wenn ein Wort in derselben Zeit mehrmals erscheint. Wir haben in der Provinz Brandenburg allerdings nicht Gelegenheit, auf diese Entwicklung mangels eilies allgemeineren Gebrauchs einzugehen. Vielleicht sind auch die Inschriften mit den Häusern verschwunden. Wenn man in Rechnung stellt, was nach einer Schrift des Pastors Schmidt') 1729 in Berlin an Inschriften vorhanden war und mit dem erhaltenen Bestände vergleicht, dann wird man wohl eine größere Verbreitung wenigstens in den Städten annehmen müssen.
Es mag fraglich sein, ob die Entstehung unserer Sitte aus die bei unseren Voreltern gut bezeugte Stimmung für die Einwertung geschichtlicher Ereignisse zurückgeht, oder ob sie auf dem tieferen Grunde der Schaden-Abwehr steht. Hür die letztere Annahme spricht die Übereinstimmung vieler Inschriften mit dem Gedanken der sogenannten Veidsv'mbole (s, S, 84). Schon die oben angeführte Perleberger Inschrift wendet sich gegen die falschen Zungen, wogegen die Oldersumer sentimental klagt, daß „äo llrowv 18 Ovor äut >Vküto Jloor OiroklooMn"?) Derselbe Gedanke kehrt in einzelnen, nunmehr verschwundenen Berliner Inschriften wieder. So heißt es in einer solchen aus der Georgenkirchstraße:
„ Wr'cker 6ott rst Lern /?atb,
bl'//t Lern kVerck, ivenn's 6 ott Fab."
„I^amtas ^amtatrrm, Omnr'a lstrmtas"
//emrrcb /Mscb, Voctor, ckkonumentum boc /»osurt.
^8 Kümmel §rcb mancber rrmb ckr'es rmck ckas l/nck wer/? nrcbt ivas.
2rst cku /romm, obn' sVer'ck rrack //aF,
Was Lessens bau, rcb bebakt mr> ckas.
') Jakob Schmidt, lVlemorsbilis Serolinensis. Berlin l72Z.
9 Monatsblatt der Brandenbnrgia VII, l«99, S. 290.
9 Bär XVZ,88S, S, Z»,.