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Parstein bei Oderberg aber entwickelte sich unter den Prämonstratensern derart schlecht, daß die Gründer selbst den Besitz bald auf die Zisterzienser übertrugen.
Denn diese hatten den befreundeten Brüdern von prämontrö mittlerweile den Vorrang völlig abgelaufen, weil sie eine wirksamere Idee mitbrachten als die anderen: die Arbeit für des Landes wirtschaftliche Hebung.
Im Jahre 1165 b etraten die Z isterzienser*) zum erstenmal den Boden unserer heutigen Provinz, als Markgraf Dietrich von der Lausitz sie zu Dobri- lugk in seiner fast rein wendischen Mark ansetzte. Das Gebiet bestand, wie noch
Abb. 6. Kloster Chorin.
heute fast sämtliche Ortsnamen beweisen, aus Master, Sumpf und Wald. Aber niemand war gerade deshalb hier mehr am Platze als die Zisterzienser, die fortan die Arbeit in der Ginöde dermaßen zum eigentlichen Beruf erkoren, daß schon allein aus ihrem Auftreten in einer Landschaft auf deren völlige Unkultur geschlossen werden darf. Hatte doch der heilige Bernhard seinen Jüngern ans Herz gelegt, daß die Stadt für sie ein Aerker und die Einsamkeit das Paradies sein müsse.
Unmittelbar nach Einrichtung von Dobrilugk erfolgten auch schon zwei neue Zisterziensergründungen im Westen der Mark. Erzbischof Michmann von Magdeburg, der um Jüterbog kolonisierte, rief aus dem rheinischen Zisterzienserkonvent
1) Über die Zisterzienser s. vor allem: Winter: Die Zisterzienser des nordöstlichen Deutschlands. 2 Bde. (Gotha l8S8 u. l87Z.)