Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1916) Die Kultur / von Robert Mielke ...
Entstehung
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oder zu Radewege im westlichen havellande aus dem Jahre 1587:

Lll eKO 6LINPÄNÄ,

Runsjuain äennneio vnna:

Dsuäo tteum verum, klebem voeo, eonAre^o elernm.

Dieser Anklang an Schillers bekannten Glockenvers wird in Selchow bei Beeskow- Storkow mit einem pomphaften Distichon aus derselben Zeit umschrieben:

kulsibus nuäitis voneurrite, selodovienses,

Kt kerte in templo doo votn preee^ue Deo!

Daneben finden sich Grabinschriften, von denen manche unter dem Einflüsse klassischer Bildung stehen und die Auswüchse der leoninischen Form vermeiden, wie dies z. B. in der düsteren Grabschrist des Bischofs Dietrich von Lebus im Dome schon aus dem Anfänge des 16, Jahrhunderts zu Fürstenwalde der Fall ist, welche im asklepiadeischen Versmaße abgefaßt ist:

Nortem vivit ttowo nt äedilis oppetnt;

Dt vivnt, moritur perpetuusyne bomo.

Llunälls, clivitine, Lemmata, transeunt;

^t virtu8, vitium, kneta^ue pristinn Leetantur xeliäae morti8 imaxinem.

8i8 no8tro, volumu8, ttoKmate onutior,

Deotor, ttisee mori et vive perenniter!

Enkomien auf Tote und j)anegyrici aus Lebende häufen sich dann im Laufe der Zeit immer mehr; zu den letzteren gehören jene Verse auf dem Widmungsblatt von ThurneyßersDistorin pinntnrnm", die er an sich selbst richtete:

... 68t enim varii8 virtutum äotibus nnotns,

^rtlbus insi^nes prnestnt in orbe viros! . . .

Ein halbes Jahrhundert früher hatte im Jahre der Lebuser Domherr Wolf- gang Rehdorfer die Gottesdienstordnung seines Alostersprengels in Reime gebracht und im adonischen Versmaße ein Akrostichon vorausgeschickt, dessen Anfang lautet:

IIsHue acleone Ownia moräe8,

Divicle eensor? krönte tnnestrr

Oarris inepte! usw. ,

Lateinische Anschriften an weltlichen Gebäuden der Mark finden sich nur wenige; am Rathause zu Treuenbrietzen standen z. B. die Worte:

Dnee urb8 promeruit, (pme Lri/in tiäa vooetur.

Itelli 1emporidn8 prineipi ticln kuit.