Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1916) Die Kultur / von Robert Mielke ...
Entstehung
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Das dritte Buch seiner Gedichte ist den brandenburgischen Regenten gewidmet; die immer wiederkehrenden vergleiche mit Titus, Läsar und ähnlichen Trägern vorbild­licher Eigenschaften geben diesen Distichen etwas Gleichförmiges; hier eins für viele:

Do reäitu loaobiini II., äexulsis lurois 1582 (läb. I, LIeA. VII).

8alve inÄANLnlnmm xenus armipotsntis Vebillis,

0 äeous, o pLtrlAo 8p68, louebimo tuse:

Vinäiee <>uo pulsn8 Vbrnenm rexnatvr nb Istro Oessit, et LNN 880 milito ter^n äsäit.

Oliin t6wpU8 6rit, 8ol^mornm äuotor urboin 6ue8sri8 ausspieio euin pia Kella xores:

Lt tua oum VL6UL8 8llbmitt6t ult urillL pburetras, lllota tiiumpbullti 'I'nreia euptu manu.

Ilixit et imu pet6N8 ttuvum ouput ubcliäit untre:

IttruljU6 <ti88ultsn8 ripu kremekat Ul^nis.

2lus der Frühzeit der Frankfurter Hochschule sind noch in diesem Zusammenhänge zweivorübergehende Erscheinungen" zu nennen: der einfluß- und wirkungsreiche Eobanus Hessus war >513 auf etliche Monate dorthin gekommen, ohne allerdings Vor­lesungen zu halten, und vollendete daselbst seine drei Bücher Heroldes, versifizierte Heiligen­geschichten, die aber ohne jeden märkischen Einschlag sind, und die nur ein Zufall in Frankfurt ihre endgültige Gestalt annehmen ließ?) Anders war es mit Ricardus Sbrulius, der, aus dem Friaul gebürtig, >507 in Wittenberg und von >5 >3/>5 in Frankfurt tätig war. Aber ihn fällte Hutten ein sehr geringschätziges Urteil, das aber vielleicht auf per­sönlichen Beobachtungen beruht: Kbrnllus et HartliolimM lloirnn68 sxtrsrns I6V68 6t kutil68; seine elegischen Gedichte handeln vom Sündenfall und von der Erbsünde, schildern die Leidensgeschichte Thristi ... sie zeigen eine frostige, gewandte Versifikation, und von einem poetischen Schwünge, von innerer Wärme ist wenig in ihnen zu spüren.

Ein umfangreicheres OpusVriuinxbu8 -Iovla1l8" bietet nur platte Schmeicheleien

opto IN 608 enutara ÜU668" hebt er an, nach sehr berühmten Mustern! und matte Schilderungen der Persönlichkeiten der Markgrafen Albrecht und Joachim von Brandenburg. »,

Der poeta luur6ntu8 Johann Schosser (>531/85), der ab >560 in Frankfurt lehrte, bietet in elf Büchern Gedichte in der Form der Elegie eine Überfülle von Gelegen­heitspoesie, in welcher nur sehr selten der Ausdruck einer persönlich angehauchten Emp­findung auftaucht ... er beklagt wohl die rauhe und der Dichtung ungünstige Zeit, in welcher er lebt ... er fördert wie Hutten seine Muse auf, indem er ihr den weg beschreibt, zu dem Freunde zu gehen und ihm eine Botschaft oder einen Auftrag zu überbringen. Sonst ist der Stoffkreis der gleiche und immer wiederkehrende; ohne Inter­esse sind seine biblischen Epen, und nur eines seiner Werke erhebt sich über den landläu­figen Durchschnitt : Historia <le orlKius st lnorementi« i11u8trl88lmu6 6t inelvtae kamiI1u8 murobionum ttramlsiidur^Lnsniin. Es wurde >558 gedruckt und erzählt

*) vgl. oben S. 2^7.