Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1916) Die Kultur / von Robert Mielke ...
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korro diel non polest, quavtam kaoo ouriositss ooAll 0866 ndi kutura et oeeuItL, et mirseula vivendi vel ksoiendi, tekellerit pluriwos et » vera Relissioiiö Ire^ueuter aveiterit. Live 8uper8titioll68 io populis, quae Reli^ionem mLeiuvl Ohristiaown. Oum, sieut oiim düdaei, 8vls. siAvs quaeruvt . . . Dem insuper dowmibu8 oeoäum erwouieatis, 8orixti8 quoftve von autentieis, xlue, quam 86iipti8 in DvLoxelio prLestLvt üdeiii."H

Tiefe Gemüter sind genötigt, ... in der Zukunft zu leben. Das gewöhnliche Treiben der Welt kann ihnen von keiner Bedeutung sein, wenn sie nicht in dem Verlauf der Zeiten bis zur Gegenwart enthüllte Prophezeiungen und in der nächsten wie in der fernsten Zukunft verhüllte Weissagungen verehren. Hierdurch entspringt ein Zusammen­hang, der in der Geschichte vermißt wird, die uns nur ein zufälliges Hin- und Her­schwanken in einem notwendig geschlossenen Areise zu überliefern scheint. Die Weissagung pflegt solchen Gemütern am meisten zuzusagen, in dem sie die zwei entgegengesetzten Eigen­schaften des menschlichen Wesens zugleich in Tätigkeit setzt das Gemüt und den Scharfsinn."^)

Der mittelalterliche Thronist und Goethe haben hier freilich von ganz verschiedenen Gesichtspunkten ausgehend eine massenpsychologische Erklärung dafür gegeben, wie es möglich sein konnte, daß die Lehninische Weissagung, die doch bald nach ihrem Be­kanntwerden (7^6 und (759 als Fälschung erkannt wurde, nicht sterben und nur beunruhigend fortleben konnte bis in unsere Tage?) Ts ist hier nicht der Grt, all die Streitfragen von neuem zu untersuchen, welche sich seit zwei Jahrhunderten an das Vnbieiuium I^oninonse geknüpft haben, und doch gehört es als ein merkwürdiges Dokument märkischen Geisteslebens in diese Zusammenhänge, an das Ende der lateinischen Dichtung.

Für die umfangreiche Literatur über diesen von der Parteien Haß und Gunst ver­wirrten Gegenstand verweise ich auf die Zusammenstellungen von F. W. Sabell aus dem Zahre s87<P) und füge unten dann nur noch etliches an, was seitdem an charakteristischen

Mo ehsen hat in den schon genannten Beiträgen zur Geschichte der Wissenschaften in der Mark Brandenburg, >783, 2. >88/98 ein Verzeichnis der Schriften Thurneyßers gegeben, wozu K. Sud ho ff im Jentralblatt für Bibliothekswesen, Bd. >0, >393, S. 400/1 etliche Nachträge und Ergänzungen geliefert hat: Beiträge zur Bibliographie der paracelsisten; VI. L. Thurneyßer.

In medikohistorischen Betrachtungen und Darstellungen kommt Thurneyßer reichlich schlecht weg; im Handbuch von Neuburger-Puschmann (Bd. II, 2. 42) wird er kurzweg als grober Be­trüger bezeichnet und nur seiner balneologischen Bemühungen kurz gedacht; in den Pagelschen Zeittafeln zur Geschichte der Medizin, >908, Tabelle 8, wird von seinem Unwesen als Kurpfuscher, Kalendermacher und Juwelenhändler gesprochen, und desselben Verfassers Einführung in die Geschichte der Medizin, >898, 2. 220, betrachtet ihn im Zusammenhänge mit den Paracelsisten, das sindzum Teil Abenteurer von mäßig anständiger Gesinnung, verkommene Theologen und Juristen, die sich mit den unverstandenen Doktrinen des Paracelsus brüsteten; zu ihnen gehörte Thurneyßer, ein .. . Goldschmiedegeselle, der später rein empirisch zur Heilkunde gelangte".

h Hermann v. d. Hardt, Kerum 6<moil. Oeoum. Ooustant. 1. III xurt. XII, xuZ. 35.

H Wahrheit und Dichtung II, 7: Sophienausgabe >. Abteilung, Bd. 27, 2. 98/9.

h vgl. darüber M. Harden, Die Zukunft, 2s. September >914, 5. 397/400.

H vgl. Neuer Anzeiger für Bibliographie und Bibliothekswissenschaft >879, 2. >2/2>, 35/S8; im selben Jahre auch noch als erweiterte Veröffentlichung in Buchform erschienen.