schen Sprache zu Ehren und Geltung brachte, wie es einer seiner Nachahmer, der Herausgeber seiner Gedichte, Z. U. König, von ihm rühmt:
Die deutsche Dichtkunst war veracht,
Sie suchte sich bunt zu kleiden,
Bei Hofe sah sie sich verlacht,
Denn der kann keinen Schulschmuck leiden.
Doch der Geschmack nebst der Natur Fing an sie edler auszuzieren.
Wo sie befreit von Schmink' und Tand.
Durch Besser's Schreibart Beifall fand.
Besser war „eine stattliche Persönlichkeit, ein vornehmer Herr, ein gewandter Mann"; in seinen wohlgebauten, volltönenden Versen schreitet er wie in seiner amtlichen Würde als Oberzeremonienmeister einher. Seine französischen Muster lehrten ihm neben dem Zierlichen auch das Majestätische, das sich nur allzu leicht ihm in das Bombastische verzerrte. Andererseits ist damals kaum etwas Graziöseres geschrieben worden wie das Gedicht an die Königin Sophie Charlotte, von dem ich oben etliche Strophen hervorgehoben habe; von der „Macht der Liebe" weiß er in solch melodischen, beinahe wohllautenden und musikalisch-rhythmischen Versen zu singen:
(!) du Ursprung aller Klagen,
Liebe, Liebe, schon mein l Alle Schmerzen, die wir tragen,
Tressen nur den Leib allein;
Aber, Liebe, deine Plagen Dringen in das Herz hinein!
B du Ursprung aller Klagen,
Liebe, Liebe, schon mein!
Wirksam wieder ist sein umfangreiches Trauergedicht auf den Tod der Königin, wo Besser geschickt das Kunstgesetz des Kontrastes anzuwenden weiß und die hehren Eigenschaften der Verstorbenen in das hellste Licht rückt. Er tröstet den König mit dem Hinweis auf alles Große, was seine Gemahlin erstrebt und erreicht hat, er tröstet ihn mit der allgemeinen Trauer um die Dahingegangene, er tröstet ihn mit dem Sohne:
Ls scheint in ihm vereint das Wappen beider Schilder,
Dein und Hannovers Bild, der Adler und das Pferd;
Lr wird auch dermaleins, zur Deutung dieser Bilder Ihr rechter Ausdruck sein, durch sein beherztes Schwert:
Wenn er zu Pferde wird durch Reih und Glieder dringen Und über seinen Feind sich als ein Adler schwingen.
Besser brachte so, in vollstem Gegensatz zu seinen dichtenden Zeitgenossen, seine Empfindungen und Erlebnisse, seinen Anteil an den Dichtungen zu Gehör und fand sogar in einem Selbstbekenntnisse „bei seinem vierzigsten Geburtstage" Worte und Gedanken, die den Forderungen an einen schöpferischen Poeten völlig entsprechen.
Aus der Fülle der Mitläufer und Trabanten nenne ich hier nur wenige, die vielleicht imstande sind, etliche allgemeine Linien und Tendenzen der Zeit zu unterstreichen. Der