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Behandlung, den Hymnus „Friedrich Wilhelms Heldenruhm" hervor; ein Lturm echtpatriotischer Begeisterung tobt durch diese Verse, wenn auch nach alter Bardenweise die Preußen noch als Brennen bezeichnet werden. Bttt packendem Realismus schildert Aleist die Verwüstungen, welche der Dreißigjährige Arieg in Deutschland angerichtet hat:
Steinhaufen; noch dampfend vom donnernden Einsturz,
Aschengebirge, von nackten Menschen umringt, die schluchzend Rettung I Rettung I jammerten, waren der glücklichen Städte Schauerdenkmali
Ähnlich wie Gleim in den Grenadierliedern Friedrich den Großen schildert, wie er in der Stille der Nacht nach der Schlacht sinnt und sorgt, schildert auch Aleist den Großen Aurfürsten in der Nacht zwischen den Schlachttagen von Warschau:
Ihn sah im Schlachttal, mit Leichen besät,
Blutig die Wange, der Mond i Und in der grausigen Stille der Nacht Hallte fürchterlich der Sterbenden Geächz Dem Dhre des fühlenden Fürsten,
Und das Gelispel geschiedener Seelen Hauchte den hohen Gedanken ihm ein: zu wiegen in der wage des Rechts Menschenwert und Fürstenpslichti
Blanche Einzelheiten weisen auf eine Abhängigkeit von Schubart hin, so wenn z. B. in Schubarts Hymnus auf Friedrich den Großen der Held als Friedrich Wodan bezeichnet wird, und wenn bei Aleist der Große Aurfürst den Namen Preußens Wodan führt; ist jener der wolkensammelnde Zeus, der Blitze schüttelt, so erhebt dieser die blitzschleudernde Rechte. Blanche Aünsteleien des Ausdruckes treten hinter dem Schwünge des Ganzen zurück;*) an markiger Araft kommt diesem Hymnus gleich „Die Mde an die Deutschen bey den französischen Unruhen", die Aleist in Halberstadt 1789 schrieb. Wohl war auch er für Freiheit und Nkenschenrechte begeistert, aber die Greuel der Revolution empörten ihn . . . gleich nach den Aufruhrszenen des Pöbels, der Ludwig XVI. von Versailles nach Paris
es: Eine Entwicklung solcher charakteristischer Vorzüge ist daher von großem Nutzen; sie macht den Staat teils genauer mit ihnen bekannt, teils darauf aufmerksam und lehrt ihn sie mit größerer Sorgfalt ausbilden und vervollkommnen. — Aleist teilt den Stoff in folgende Abschnitte: Patriotismus; Subordination; Der preußische Offizier; Ehrgeiz; Die innere Einrichtung des Heeres;
Die Taktik.-Drei epische Gedichte verschiedenen Umfanges: Apollonia (;7A2); Das Glück der
Liebe (zegs); Liebe und Ehe (o. I.) weisen keinerlei Züge auf, die das dichterische Bild Fr. v Kleists irgendwie verändern würden.
H Als Probe aus diesem Gedichte dienen noch folgende Verse:
Jetzt dachte der hohe Sieger im Schlachtthal Auch seines Landes Glück,
Goß Balsam in seine blutenden Wunden I Unter seines Adlers starkem Flügel Fanden Galliens Flüchtlinge Schutz, vor des Fanatismus blutigem Schwert.
Und der Aufklärung Fackel,
Nur schwach erst schimmernd,
ward Lichtflamm unter seines Auges Strahl Und leuchtete Borussiens Völkern.
Er schuf den Rauhsinn der Brennen Zu froher Betriebsamkeit um:
Und die dürftige Hütte ward Pallasti Er war der Schutzgott des Landes Zm Kriege durch Muth, im Frieden durch
Weisheit I