Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1916) Die Kultur / von Robert Mielke ...
Entstehung
Seite
301
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SOI

und schon vorher eine GedichtsammlungDie Spaziergänge von Berlin" veröffentlicht hatte; der Weidendamm wird darin also geschildert:

Die Nuse flieht zu dir, einsamer Lranz von weiden! wo ihr dein West in kühle Schatten winkt.

Die Bäume! die ringsum der Spree Gestade kleiden,

Wo oft mein Herz die Ruh in Ströhmen trinkt.

und von dem AastanienrväldchenDie Aastanien-Baeume" genannt heißt es:

Luch, Zierden von Berlin! und seines Volks Vergnügen,

Die ihr in seiner Mitte blüht!

Lieblingen gleich, die sanft im Schoos der Mutter liegen,

Luch Bäume! feyrt mein dankbar Lied.

Freundschaftlich nehmt ihr mich in eure stillen Schatten, wo mich ein stiller West erfreut.

Und krönet jeden Tag, eh' Ruh' und Schlaf sich gatten Mit Freuden der Geselligkeit.

In den Vermischten Gedichten besingt Wilmsen in 44 Distichen den Tiergarten, den schon s74? Wippe! in einer mythologischen SpielereiDer Ursprung des Berlinischen Labyrinthes" verherrlicht hatte:

... der Pracht, Anmuth und Hoheit vereint.. .

Die Aussicht eröffnet das Herz und füllt es mit süßer Empfindung Des lebhaften Dankes zum Herrn der Natur.

. . . Fliet denn auch ein Dichter etwa in eure geheiligten Schatten Zu spähn euren mannigfaltigen Reiz...

G dann enthülle du Hain, vor ihm, den Seher der Schöpfung, »

Ganz deine unerschöpfliche Pracht>)

heroisch-mythologische Töne schlug der Soldat und spätere Magister PH. L. Raufeyßen (s74375) in seiner Gde an die Stadt Berlin an:

Berlin, du des großen donnerbewehrten Thors und der süßlächelnd holden Frya heiliger Tempel; sei mir gegrüßt!

-einst Sand und Wüste, ist ein Arkadien ...

... ich seh in dir Athen und Sparta .. .

. .. hier herrschet Friedrich! . . .

und Tarl Philipp Moritz (vgl. oben) ward am sO. August 1780 durch einen Sonnen-

tz Dem Berliner Tiergarten, demköniglichen Haine", widmete im September 1792 der Tübinger Professor und Schillers Jugendgespiele Larl Philipp Lonz (17621827) unter andern folgende Strophe:

hier kann mein Geist sich finden: hier kann ich wieder rein Mein Inneres empfinden Und mit mir selber sein.

Ich möchte an dieser Stelle dankbarst auf die Zusammenstellung märkischer Gedichte Hin­weisen, welche L. h. Fischer in Brandenburgia, Bd. 2, 1902, veröffentlicht hat.