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gewähren, sobald er sich ohne Gefahr für Sie erfüllen läßt."
„Das dürft Ihr fest überzeugt sein - aber jetzt muß ich gehen. Ich muß heute und morgen noch einige andere Gefangene in ihren Zellen aufsuchen, bei welchen ich gar nichts zu tun habe und sogar längere Zeit bei ihnen verweilen, damit dem Wärter mein langer Aufenthalt bei Euch nicht auffällt. Ich habe noch manches, was zum Teil Euch und zum Teil mich selbst betrifft, mit Euch zu besprechen, aber ich muß es für meinen morgigen Besuch zurückstellen."
„Ich danke Ihnen", bemerkte der Rabbi, „heute gebe ich Ihnen gern den Segen, den ich Ihnen gestern noch versagen mußte."
Der Rabbi legte segnend die Hände auf das Haupt des Obersten, dann verabschiedeten sich die Männer mit Tränen in den Augen und mit stummem, innigem Händedruck.
XI.
Am folgenden Tage fand sich Oberst Dun- dukoff schon in früher Morgenstunde in der Peter- und Paul-Feste ein. Er besuchte mit Rücksicht auf den Gefängniswärter zuerst einige andere Gefangenen und eine Stunde später die Gefängniszelle des Raw. Aus einer Tasche seines großen Soldatenmantels reichte er dem Raw eine versiegelte Blechbüchse und ein frisches Weizenbrod.
„Das ist von Herrn Liefler, der sich bereit erklärt hat, für die ganze Dauer Eurer Gefan-