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„Was sagen da Ew. Exzellenz, der Gefangene nimmt keine Speise zu sich?"
„Heute ist es zum erstenmal gelungen, ihn zur Annahme von Tee und Brot zu bewegen - cs geschah dies durch direkte Einwirkung des Chefs der Gendarmerie, Oberst Dundukoff."
„Also sehen sie, daß der Gefangene außer dem Gefängniswärter noch Jemand gesprochen hat- die Angaben Ew. Exzellenz zeichnen sich nicht durch besondere Zuverlässigkeit aus."
Der Präsident erblaßte bei diesen Worten, denn er glaubte sicher, er sei in Ungnade gefallen. Der Kaiser hatte Mitleid mit ihm und ließ in begütigendem Ton die Bemerkung fallen, daß bei Dundukoff ja von dem Verdacht eines Einverständnisses mit dem Angeklagten nicht die Rede sein könne und daß in seiner Eigenschaft als Gefängnis-Inspektor sein Verkehr ja unerläßlich sei. „Vielleicht hat der Oberst in seinem persönlichen Verkehr mit dem Gefangenen mehr Gelegenheit gehabt, etwas Näheres über ihn zu erfahren- haben Ew. Exzellenz vielleicht einmal mit Dundukos deshalb gesprochen?"
„Wir haben erst gestern uns von dem Gefangenen unterhalten, und auch er sagte mir, daß er ihn für einen ganz außergewöhnlichen Menschen halte."
„Ew. Exzellenz machen mich ja ganz neugierig aus diesen Menschen. Sobald der Prozeß seinen Fortgang nimmt und neues zu berichten vorltegt, bitte ich um sofortige Berichterstattung."
Damit war die Audienz beendigt. Als der
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